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Mo., 11.11.2019

Kommentar zum SC Paderborn Jeder Treffer muss geprüft werden

Gerrit Holtmann und der SC Paderborn unterlagen Augsburg 0:1.

Gerrit Holtmann und der SC Paderborn unterlagen Augsburg 0:1. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Eigentlich ist im Fußball alles sehr eindeutig geregelt. Seit dieser Saison dürfen Spieler der angreifenden Mannschaft bei Freistößen nicht mehr in der Mauer stehen. Vorausgesetzt: Die Mauer besteht aus drei oder mehr Abwehrspielern. Ebenso klar ist geklärt, bei welchen Situationen der Video-Assistent eingreifen kann. Der wichtigste Fall ist – wen wundert es – die Torerzielung.

Die Begründungen von Schiri Marco Fritz aus Korb, warum ausgerechnet beim letztlich entscheidenden 1:0 der Augsburger in Paderborn diese Mechanismen nicht gegriffen haben, hören sich wie billige Ausreden an. Zumal auch die Bilder belegen, dass seine Sicht auf die spielentscheidende Szene komplett falsch ist. Wobei, das sei auch deutlich gemacht, den Unparteiischen auf dem Rasen die geringste Schuld trifft. Der 42-Jährige muss gerade bei Standardsituationen auf so viele Dinge gleichzeitig achten, da kann er unmöglich auch noch jeden Spieler im Blick behalten.

Aber eben genau für diese Fälle wurden die Hilfsmittel auch eingeführt. Was die Paderborner Wut so verständlich macht, ist, dass die teure Technik in diesem konkreten Fall nicht genutzt wurde. Kein Fußball-Fan möchte, dass künftig jede Szene am Bildschirm seziert wird. Aber im Fußball sind Tore nun einmal entscheidend und deshalb muss dieser Grundsatz gelten: Jeder Treffer wird geprüft.

Dem SC Paderborn helfen die ganzen Diskussionen angesichts der sportlichen Situation nur wenig. Wäre das Tor nicht anerkannt worden, wäre dem SCP vielleicht ein Punkt geblieben. Für mehr, so ehrlich muss man sein, kam der Aufsteiger gegen Augsburg auch nicht infrage.

Das würde die mickrige Bilanz von vier Punkten nach elf Spieltagen auch nur geringfügig aufhellen. Fakt ist, dass die Ostwestfalen gegen vier direkte Konkurrenten (Mainz, Köln, Düsseldorf und Augsburg) im Kampf um den Klassenerhalt bloß drei Punkte geholt haben. Dass der Aufsteiger nur Außenseiterchancen hat, diese Liga zu halten, war immer klar. Aber jetzt läuft der Klub Gefahr, schon zur Winterpause den Anschluss zu verlieren. Das wiederum hat nichts mit dem Videobeweis zu tun, das ist eine Frage der Qualität. Die hat auch etwas mit Geld zu tun – aber das ist eine andere Geschichte.

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