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Di., 12.11.2019

Paderborns Trainer Steffen Baumgart beharrt auf seiner Philosophie Die Hoffnung lebt

Plakativ: Die Paderborner Fans geben den Kampf um den Klassenerhalt noch nicht auf.

Plakativ: Die Paderborner Fans geben den Kampf um den Klassenerhalt noch nicht auf. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn sportlich nicht viel läuft, lebt die Hoffnung. Wem die Fans des SC Paderborn vertrauen, machten sie am Samstag in ihrer Choreografie deutlich: Ein überlebensgroßer Trainer Steffen Baumgart, der die Fäuste ballt, daneben ein unmissverständliches Statement: »Wir kämpfen bis zum Ende.«

Am Ende der Tabelle steht der SC Paderborn seit Spieltag fünf. »Es tut mir weh für die Fans, sie leiden mit uns«, sagt Baumgart. Nach zwei Aufstiegen in Folge trifft den Neuling im Moment die volle Wucht einer Liga, die eine Nummer zu groß scheint. Mit viel Euphorie und offensiver Power gestartet, verpassten es die Ostwestfalen in den ersten guten Spielen gegen Bayer Leverkusen (2:3), SC Freiburg (1:3), VfL Wolfsburg (1:1) oder Hertha BSC (1:2) kräftig Kapital zu schlagen. Möglich waren sechs, sieben Punkte, es blieb nur einer. Dann kamen die schlechten Auftritte gegen Schalke (1:5), Köln (0:2) oder Hoffenheim (0:3), in denen der SCP hoffnungslos unterlegen war.

Die Lockerheit ist weg

Das war vielleicht genauso zu erwarten, vier Punkte nach elf Spieltagen sind dennoch eine ernüchternde Bilanz. »Gas geben und weitermachen«, will sich Baumgart damit nicht zuviel beschäftigen, sondern nach vorne schauen. Was schwer fällt, denn dieses Team scheint auch seiner schärfsten Klinge beraubt zu sein: Die geballte Offensive, die den Verein mit 166 Toren in 72 Punktspielen von der 3. bis in die 1. Liga katapultierte, trifft nicht mehr. Das Pokalspiel in Leverkusen (0:1) eingeschlossen, blieb der SCP nach Hoffenheim (0:3) und am Samstag gegen Augsburg (0:1) zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer – erstmals in dieser Saison auch daheim. Eine Phase, die unter Baumgart beispiellos ist. »Die Chancen sind da, aber uns ist ein bisschen die Kraft abhanden gekommen, die Tore auch zu machen«, begründet Baumgart.

Die Lockerheit, die diese Mannschaft über zwei Jahre auszeichnete, ist weg. Angesichts der sportlichen Rückschläge der vergangenen Wochen kann das niemanden verwundern. Wer so auftritt, der braucht viel Selbstbewusstsein. Das kann nicht da sein, wenn man in elf Punktspielen nur elfmal getroffen, aber gleichzeitig 26 Tore kassiert hat.

»Unser Spiel funktioniert«

Doch Baumgart wäre nicht Baumgart, wenn er jetzt seine Fußball-Philosophie aufgeben würde: »Viele warten darauf, dass wir die Rolle rückwärts machen. Das tun wir aber nicht, weil unser Spiel funktioniert.« Der 47-Jährige ist mit dem Versprechen in Paderborn angetreten, den Zuschauern etwas zu zeigen. »Diese Überzeugung ist geblieben«, sagt er fast trotzig und ergänzt: »Wir lassen uns von den Fehlern nicht beeindrucken, schon gar nicht von dem ganzen Negativen, das im Moment auf uns einströmt. Wir finden wieder die richtigen Lösungen und gehen da mit erhobenem Kopf raus.«

Der Glaube an den eigenen Fußball ist unerschütterlich. Nach der Länderspielpause geht’s am 22. November nach Dortmund. Im letzten Pflichtspiel kassierte der SCP dort übrigens eine 1:7-Klatsche. Das war im DFB-Pokal und ist vier Jahre her. Anschließend fiel die Mannschaft, trainiert von Stefan Effenberg, zusehends auseinander, aktuell steckt niemand auf. »Wir haben keine Zweifel, wir werden uns immer reinhängen und das Ding durchziehen«, bestätigt Sebastian Schonlau seinen Trainer. Der Abwehrchef spricht damit auch die Sprache der Fans und schließt den Kreis: »Wir kämpfen bis zum Ende.«

Kommentare

So sollte es eigentlich heißen: 3 Vereine mit Trainerentlassungen in einer Woche nachdem 1/3 der Saison rum ist. Und der SCP ist als Tabellenletzter ist nicht dabei.

Finde ich sehr gut.

Bleibt auf euerem Weg, SCP.


nachdem 1/3 der Saison rum ist. Und der SCP ist als Tabellenletzter nicht dabei.

Finde ich sehr gut.

Bleibt auf euerem Weg, SCP.


2 Kommentare

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