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Fr., 22.11.2019

Verletzungen von BVB-Spielern überlagerten 2:2 des SCP im Jahr 2014 Unschöne Erinnerungen

Dieses Foul sorgte 2014 für reichlich Gesprächsstoff: Marvin Bakalorz trifft Marco Reus und verletzt ihn schwer.

Dieses Foul sorgte 2014 für reichlich Gesprächsstoff: Marvin Bakalorz trifft Marco Reus und verletzt ihn schwer. Foto: Stefan Hörttrich

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Borussia Dortmund gegen den SC Paderborn. Es ist nicht nur die kurze Entfernung zwischen beiden Städten, die dieses Westfalenderby zu einem besonderen Spiel macht. Keine 100 Kilometer vonein­ander entfernt, treffen dennoch Welten aufeinander. Und wenn der SCP an diesem Freitag vom BVB im Signal Iduna Park empfangen wird, spielen auch Geschichten aus der Vergangenheit eine Rolle.

Diese Paderborner treffen auf ihren Ex-Verein

Mit Günter Kutowski und Martin Driller fing alles an: Sie spielten sowohl für Borussia Dortmund als auch für den SC Paderborn. Beim ersten Aufeinandertreffen der westfälischen Nachbarn in Liga eins in der Saison 2014/2015 gab es sechs SCP-Kicker mit einer schwarz-gelben Vergangenheit: Marvin Ducksch, Marvin Bakalorz, Mario Vrancic, Lukas Kruse, Mahir Saglik und Uwe Hünemeier. Aktuell sind es vier: Michael Ratajczak, Sven Michel, Luca Kilian und besagter Hünemeier. Kilian ist gesetzt, auch Michel hat Chancen auf die Startelf. Ratajczak und Hünemeier nicht, dennoch sagt Letztgenannter: »Das ist für mich ein besonderes Spiel.« Mit Massih Wassey steht ein weiterer Ex-Borusse in Paderborn unter Vertrag, er wurde aber zur U21 abgeschoben und ist verletzt.

Denn beim Gastspiel des Bundesliga-Schlusslichts an der B1 werden zwangsläufig Erinnerungen wach. Unschöne Erinnerungen. Auf den Tag genau vor fünf Jahren gab es in der Benteler-Arena ein 2:2. Danach waren die Schwarz-Gelben um den damaligen Trainer Jürgen Klopp nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie eine scheinbar beruhigende 2:0-Führung verspielt hatten, restlos bedient.

Noch schwerer als die zwei verlorenen Punkte traf die Dortmunder der Ausfall von Nationalspieler Marco Reus, der sich nach einer üblen Grätsche des Ex-Borussen Marvin Bakalorz einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zuzog und wochenlang ausfiel. »Diese Situation habe ich nicht das erste Mal von ihm gesehen. Ich habe ihm früher schon gesagt, er soll das nicht machen. Diesmal waren wir die Leidtragenden«, schimpfte Klopp in der Pressekonferenz.

Danach schlugen die Wellen hoch. Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Landshut, der Bakalorz die Gelbe Karte gezeigt hatte, räumte später ein: »Rot wäre die richtige Entscheidung gewesen.« Sky-Experte Didi Hamann forderte, den Paderborner »bis Weihnachten aus dem Verkehr zu ziehen. Der geht über den Ball und riskiert eine Verletzung des Gegenspielers«.

Morddrohungen

Während Reus die Entschuldigung von Bakalorz (»Ich habe ihm geschrieben, dass es mir sehr leid tut und er hat geantwortet, dass er weiß, dass ich so etwas nie mit Absicht machen würde«), später sofort annahm, bekam Bakalorz (heute Hannover 96) in der Woche danach sogar Morddrohungen. »Mein Foul sieht vor allem in der Zeitlupe heftig aus, aber mir Absicht zu unterstellen, ist der absolute Wahnsinn. So etwas würde ich nie tun, das sollten auch die BVB-Verantwortlichen wissen«, sagte er in einem Interview dem WESTFALEN-BLATT. Der damalige SCP-Trainer André Breitenreiter sprach von einer Hetzjagd.

Obwohl es beim Rückspiel fünf Monate später in Dortmund nur vereinzelte Pfiffe gegen Bakalorz gab, war das Verhältnis der beiden befreundeten Klubs seitdem etwas angespannt. Der Sauerländer und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war davor häufig in der Benteler-Arena zu Besuch, Präsident Reinhard Rauball hatte 2007 die Laudation zum 100-Jährigen Bestehen des SCP in der Paderhalle gehalten.

»Wir werden dieses Stadion freiwillig nicht mehr betreten«

Nach Paderborns direktem Wiederabstieg ging man sich erst mal aus dem Weg. Dann kam der Januar 2017. In einem Testspiel beim damaligen Drittligisten verletzte sich ein Dortmunder erneut schwer. Diesmal erwischte es Sven Bender (inzwischen Bayer Leverkusen) mit einem Außenbandriss. Übeltäter war Sven Michel, der immer noch für den SCP aufläuft. Dessen Einsteigen brachte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf die Palme. »Wir werden dieses Stadion freiwillig nicht mehr betreten«, keifte er.

Dennoch wurde für März diesen Jahres ein erneutes Freundschaftsspiel in Paderborn vereinbart, das der BVB aber aufgrund von personellen Problemen kurzfristig absagte. Eine Neuauflauge im Oktober wurde dadurch verhindert, dass der SCP im Sommer aufstieg und beide Teams wieder in einer Liga vereint sind. In der Rückrunde, Ostern 2020, wird Zorc wieder in der Benteler-Arena sein, aber erst einmal kommt es jetzt zum Wiedersehen im Ruhrgebiet. Diesmal, so die Dortmunder Hoffnung, neben drei Punkten möglichst ohne einen Schwerverletzten in Schwarz-Gelb.

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