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So., 08.12.2019

Paderborns Geschäftsführer Przondziono über seine besondere Beziehung zu Bremen Werder im Herzen

Ein besonderes Spiel: Paderborns Manager Martin Przondziono unterschrieb in Bremen seinen ersten Profivertrag.

Ein besonderes Spiel: Paderborns Manager Martin Przondziono unterschrieb in Bremen seinen ersten Profivertrag. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn Martin Przondziono nach einem Bundesliga-Spieltag auf die Ergebnisse schaut, geht sein erster Blick in Richtung Norden: Wie hat Werder gespielt? Die Frage kann sich Paderborns Geschäftsführer Sport diesmal sparen. Der SCP ist am Sonntag (18 Uhr/Sky) in Bremen zu Gast.

Besondere Beziehung: erster Profivertrag an der Weser

Przondziono und Werder – das ist eine ganz besondere Beziehung. Der 50-Jährige unterschrieb 1990 an der Weser seinen ersten Profivertrag, war von 1992 bis 1994 Mitglied des Profikaders und wurde 1993 Meister – ohne jemals auch nur ein Bundesligaspiel absolviert zu haben. „Otto Rehhagel war zweifellos einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Aber mir hat er nie eine Chance gegeben. Er stand nicht auf Spielertypen wie mich“, blickt Przondziono zurück.

Werder ist „Herzensverein“

Sportlich lief es nicht so rund, geblieben ist aber eine innige Beziehung. „ Werder ist mein Herzensverein“, sagt Przondziono. Bis zum vorigen Jahr lief der Familienvater sogar noch für Werders Traditionsmannschaft auf, doch aus gesundheitlichen Gründen lässt er den Ball nicht mehr rollen: „Beide Knie sind kaputt. Ich kann kaum noch in Ruhe sitzen.“ Alte Weggefährten wie Thomas Schaaf, Frank Baumann oder Mirko Votava trifft der SCP-Manager daher nun nur noch, wenn er die eigene Scouting-Abteilung unterstützt und den Werder-Nachwuchs beobachtet – oder beide Klubs gegeneinander um Bundesligapunkte kämpfen. Wie am Sonntag. Und da freut er sich besonders auf ein Wiedersehen mit Marco Bode. Der Aufsichtsratschef beim SV Werder und der SCP-Manager kennen sich bereits seit 37 Jahren.

Gemeinsam in der Bezirksauswahl Niedersachsen

Damals spielten sie gemeinsam in der Bezirksauswahl Niedersachsen. Gegenüber dem Online-Portal „Deichstube“ erinnerte sich Bode jetzt: „Ich kam aus einem kleinen Klub in Osterode und war ziemlich schüchtern. Martin kam von Eintracht Braunschweig, war sehr viel selbstbewusster und ein bisschen der Star im Team.“ Wobei sich das Potenzial in den folgenden Jahren klar verschob: Bode wurde als Nationalspieler Europameister und Vize-Weltmeister, Przondziono beim 1. FC Nürnberg zumindest Zweitligaspieler: „Aber wenn mich Marco als großer Spieler in Erinnerung hat, dann war das auch so“, lacht Paderborns Sportchef. Die Wertschätzung ist aber gut verteilt. Der SCPer sieht in Bode zum Beispiel den „perfekten DFB-Präsidenten“. Wortgewandt, innovativer Denker, kein Verwalter, einer, der Vorstandsarbeit kennt, dessen Name weltweit einen guten Klang hat und der unfassbar integer ist – so beschreibt Przondziono seinen ehemaligen Mitspieler und freut sich entsprechend auf ein Wiedersehen: „Wir mögen uns.“

Das große Händeschütteln wartet

Noch kürzer ist der Draht zu Frank Baumann. Mit seinem Bremer Amtskollegen spielte Przondziono beim Club in einem Team, denn der spätere Nationalspieler ging damals den umgekehrten Weg. Werders heutiger Geschäftsführer Sport wechselte von der Noris in die Hansestadt.

Da wird Przondziono am Sonntag viele Hände schütteln, bis die gegenseitigen Sympathien mal für 90 Minuten runtergefahren werden. „Es ist kein normales Spiel für mich. Am Ende geht es aber um drei Punkte, und die wollen wir mitnehmen“, sagt er. Was selbst für das auswärts noch sieglose Schlusslicht nicht unmöglich erscheint: Die Bremer haben zuhause erst einmal gewonnen. Der Blick auf die Tabelle wäre für Przondziono dann auch einfacher: Bremen und Paderborn würden wieder enger zusammenrücken.

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