Paderborn erkämpft sich beim SV Werder Bremen einen 1:0-Sieg
Ein Sieg, der Hoffnung macht

Bremen (WB). Was für ein Achtungserfolg für den Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn. Die Ostwestfalen siegten beim SV Werder Bremen mit 1:0 (0:0) und gaben die Rote Laterne an den 1. FC Köln ab. Das war Paderborns erster Bundesligasieg in der Fremde seit dem 2. Mai 2015. Damals gewann Paderborn beim SC Freiburg mit 2:1.

Sonntag, 08.12.2019, 20:03 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 14:18 Uhr
Die Paderborner Sebastian Schonlau (rechts) und Luca Kilian freuen sich über den Sieg. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Die Paderborner Sebastian Schonlau (rechts) und Luca Kilian freuen sich über den Sieg. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Mit einer Änderung im Vergleich zu den beiden vergangenen Spielen gegen den BVB (3:3) und RB Leipzig begann der SCP: Christopher Antwi-Adjei stürmte auf der linken Seite für Gerrit Holtmann. Bei Werder kehrte Kapitän Niklas Moisander nach überstandenen Wadenproblemen zurück. Für den Innenverteidiger musste Christian Groß raus.

Gute erste Hälfte

„Paderborn hat schnelle Spitzen, das ist ein sehr gefährlicher Gegner“, warnte Werders Alt-Internationaler Manfred Bockenfeld (Europacupsieger 1992 und Deutscher Meister 1993) vor dem Spiel, in der ersten Hälfte lieferten die Ostwestfalen auch eine gute Partie ab und agierten so gar nicht wie eine auswärts noch sieglose Elf. Sie hatten mehr Ballbesitz (54 Prozent), gewannen auch mehr Zweikämpfe (53) und hatte auch einige gute Szenen in der Offensive: Antwi-Adjei (8.) setzte die erste Duftmarke, Sebastian Vasiliadis (29.) zwang Bremens Keeper Jiri Pavlenka sogar zu einer Glanzparade. Ebenso Klaus Gjasula (30.), der nach einer Ecke von Kai Pröger mit seinem Kopfball (leicht abgefälscht) Pech hatte.

Das sah richtig gut aus, dass es torlos in die Pause ging, lag auch an Paderborns Schlussmann Leopold Zingerle. Er stand zum ersten Mal in Minute 14 im Blickpunkt und da gleich doppelt: Leonardo Bittencourt und Davy Klaassen zogen hintereinander ab, brachten den Ball aber nicht am SCP-Keeper vorbei. Geburtstagskind Maximilian Eggestein (wurde 23) in Minute 25 – nach einem Doppelpass mit Yuya Osako – hätte seinen Ehrentag noch veredeln können, verfehlte aber das Tor.

Werder kam mit viel Schwung aus der Kabine und ab Minute 58 mit Publikumsliebling Claudio Pizarro. Doch die Hausherren waren zunächst zu ungenau in ihrem Passspiel. Die erste gefährliche Szene hatte daher erneut Paderborn. Wieder war es eine Ecke von Pröger (58.), wieder versuchte es Gjasula per Kopf. Aber erfolglos.

Der Videobeweis entscheidet

Bremen setzt sich aber jetzt mehr in der Hälfte des SCP fest, Eggestein (64.), Milot Rashica (69./75.) bieten sich weitere Möglichkeiten. Doch es fehlte die Durchschlagskraft. So richtig zwingend war das nicht. Das war nur einmal Leonardo Bittencourt, der nach einen schönen Einzelaktion (85.) nur das Außennetz traf.

Aufregung gab es noch einmal in der Schlussminute. Sven Michel traf zum 1:0. Der Schiri pfiff erst Abseits, doch der Videobeweis entschied: Der Treffer gilt.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt hatte übrigens nicht die besten Erinnerungen an den SC Paderborn: Vor zwei Jahren, im Oktober 2017, verlor er mit Werder beim SCP mit 1:7 und kassierte damit seine bis heute höchste Niederlage als Coach. Allerdings war das noch in der 3. Liga und damals war Kohfeldt Chef der U23.

In der Liga lief es für Werder besser. In der 1. Liga gab’s in der Saison 2014/2015 einen 4:0 Heimsieg, in der Rückrunde blieb dem SCP beim 2:2 (nach 2:0-Führung) wenigstens ein Punkt. Gestern war es der SCP, der ein ganz dickes Ausrufezeichen setzte.

Stimmen

Paderborns Torschütze Sven Michel: „Es war eine schwierige Situation, ich habe selbst gedacht, es könnte abseits gewesen sein. Jetzt müssen wir nächste Woche gegen Union Berlin nachlegen. Dann sind wir wieder im Geschäft.“

Bremens Trainer Florian Kohfeldt: „Das war heute nicht gut. Es ist fast schon dramatisch, hier kurz vor Schluss das Gegentor zu kriegen, aber schlussendlich haben wir nicht genug dafür getan, zu gewinnen.“

Paderborns Trainer Steffen Baumgart: „Dieser Sieg war sehr wichtig, auch für die Köpfe. Heute haben alle drei Wechsel sehr gut funktioniert.“

Statistik

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (67. Goller) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt (87. J. Eggestein), Rashica - Osako (58. Pizarro)

Paderborn: Zingerle - Jans, Kilian, Schonlau, Collins - Vasiliadis, Gjasula (84. S. Michel) - Pröger, Antwi-Adjej (68. Holtmann) - Mamba, Zolinski (58. Oliveira Souza)

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel) - Zuschauer: 39870

Tore: 0:1 S. Michel (90.)

Gelbe Karten: Gebre Selassie (1) / Gjasula (7), Mamba (2), Vasiliadis (4), Collins (4)

Kommentare

Arminia lebenslang Fr.  schrieb: 09.12.2019 07:19
Räume eng gemacht
Glückwunsch !
Heute wurden die Räume eng gemacht .Und nach vorne Nadelstiche gesetzt .
So kommen die Punkte . Hatte die Spielweise nach dem Freiburgspiel empfohlen .
Weiter so .
Elsener  schrieb: 08.12.2019 22:54
Und jetzt ist der SCP schon die Nummer 17 in Deutschland :-)
Endlich mal zu null gespielt und gewonnen - sogar noch auswärts.

Danke, Jungs - das war eine tolle Leistung & endlich auch mal gepaart mit dem nötigen Glück.

Die Abwehr heute richtig gut. Hervorheben könnte man Jamilu Collins und vor allem Luca Kilian - wie abegeklärt der Junge das momentan auf dem Platz regelt ist schon der Hammer.

Arbeitet in Ruhe weiter und legt gegen Union nach.

2 Kommentare
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