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Sa., 14.12.2019

Für Paderborns Laurent Jans hat sich das lange Warten gelohnt Mittendrin statt nur dabei

Obenauf: Laurent Jans mit dem SC Paderborn gewann bei Werder Bremen und Kapitän Niklas Moisander mit 1:0.

Obenauf: Laurent Jans mit dem SC Paderborn gewann bei Werder Bremen und Kapitän Niklas Moisander mit 1:0. Foto: dpa

Von Peter Klute

Paderborn (WB). „Manchmal kann es ein bisschen länger dauern, da muss man Geduld haben“, sagt Laurent Jans. Und der 27 Jahre alte Luxemburger weiß, wovon er spricht. Bis zum zehnten Spieltag musste der vor der Saison aus Metz ausgeliehene Rechtsverteidiger auf sein Bundesligadebüt warten, inzwischen ist er beim SC Paderborn gesetzt. Mittendrin statt nur dabei. Auch im Aufsteigerduell an diesem Samstag in der Benteler-Arena gegen den 1. FC Union Berlin.

„Er hat sich gut in die Mannschaft reingearbeitet, aber mit Mo einen starken Konkurrenten. Beide sind nicht weit voneinander entfernt, zuletzt war Laurent einen Tick vorne“, urteilt Trainer Steffen Baumgart.

Wann bin ich an der Reihe?

Obwohl besagter Mo (Mohamed Dräger) aufgrund des Afrika-Cups mit Tunesien erst spät mit der Vorbereitung beginnen konnte, sah es lange nicht gut aus für Jans. Nach einer schwachen Leistung in Runde eins des DFB-Pokals beim Viertligisten SV Rödinghausen, als der Favorit ein Elfmeterschießen zum Weiterkommen benötigte, fand er sich zum Punktspielauftakt bei Bayer Leverkusen auf der Bank wieder.

„Frust oder Zweifel hatte ich aber zu keinem Zeitpunkt. Erstens kenne ich das Geschäft nicht erst seit ein paar Jahren, zweitens habe ich mich in Paderborn vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt. Ich habe einfach in jedem Training Gas gegeben, versucht, mich beim Trainer aufzudrängen und der Mannschaft auch von der Bank zu helfen“, blickt Jans zurück, gibt aber auch zu: „Als ich am fünften und sechsten Spieltag immer noch nicht spielen durfte, habe ich mir schon Gedanken gemacht und überlegt, wann ich denn endlich an der Reihe bin.“

Das Warten ist er durchaus gewöhnt, die Sehnsucht nach einer Teilnahme an einem großen Turnier wurde beim Kapitän Luxemburgs auch in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 nicht gestillt. „Aber wir sind auf einem guten Weg, die Resultate auch gegen große Nationen werden immer knapper“, sagt er.

Auch Laurent Jans ist auf einem guten Weg. Der Einsatz von Beginn an im Pokalspiel Ende Oktober in Leverkusen, die ersten Bundesligaminuten drei Tage später an Allerheiligen bei der TSG Hoffenheim und die erste Startelfnominierung eine Woche später gegen den FC Augsburg waren für ihn „spezielle Momente“. „Nicht zu viel wollen und einfach spielen“, lautet sein Motto und das setzt er um. Jans macht einen stabilen Eindruck. Auch dass er beim 3:3 in Dortmund an zwei Gegentoren beteiligt war, warf ihn nicht um: „Obwohl ich mit der Nationalmannschaft schon in großen Stadien war, ist es unbeschreiblich, in der Bundesliga zu spielen. Aber es ist alles sehr schnelllebig. So kannst du ein Spiel zum einen nicht lange genießen, zum anderen legt sich die Enttäuschung wie nach dem späten Ausgleich in Dortmund schnell wieder. Auch wenn ich in der Nacht danach etwas weniger geschlafen habe als sonst.“

78 Prozent gewonnene Zweikämpfe

Vom vergangenen Sonntag auf Montag dürfte Jans lange und gut genächtigt haben – nach dem 1:0-Sieg bei Werder Bremen und seinem besten Spiel für den SCP bisher. Jans gewann 78 Prozent seiner Zweikämpfe, so viele wie kein anderer. „Wir haben zu Null gespielt, das ist für einen Defensivspieler immer gut. Wir waren sehr gut vorbereitet und haben als gesamte Mannschaft sehr gut verteidigt“, sagt er. Dabei räumt Baumgart ein, vor dem Auftritt an der Weser über einen Wechsel auf der Rechtsverteidigerposition nachgedacht zu haben. „Ich habe mich dann für Laurent entschieden und er hat es sehr gut gemacht. Deshalb wird er auch zuhause gegen Union auflaufen.“

Jans wird’s freuen. Doch er weiß, dass es für ihn und den SCP auch als Vorletzter mit nun acht Punkten „noch ein langer Weg ist“. Er sagt aber auch: „Wir müssen den Glauben nicht vermitteln. Wir wissen, dass wir gegen jeden punkten und den Klassenerhalt schaffen können. Nur das zählt.“ Union bevorzuge einen ganz anderen Spielstil, habe aber in Sachen Kompaktheit und Körperlichkeit „eine große Qualität“. Womöglich wird es ein Geduldsspiel, aber damit kennt sich Jans ja aus.

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