SC Paderborn: Ritter und Kapic sind ohne Chance auf einen Stammplatz
Die Zeit läuft ab

Paderborn (WB). Wenn der SC Paderborn am Samstag gegen den Regionalligisten SF Lotte das erste Testspiel absolviert, dürfen Rifet Kapic (24) und Marlon Ritter (25) mitspielen. Dennoch gibt es keine Zweifel: Ihre Zeit beim Bundesligisten läuft ab.

Samstag, 04.01.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 05:20 Uhr
Rifet Kapic (links) schnürt die Schuhe: Der Bosnier bereitet sich auf die Rückrunde vor, seine Zukunft ist aber ungewiss. Foto: Schwabe
Rifet Kapic (links) schnürt die Schuhe: Der Bosnier bereitet sich auf die Rückrunde vor, seine Zukunft ist aber ungewiss. Foto: Schwabe

Baumgart will „keinen vom Hof“ jagen, aber...

So drastisch würde Steffen Baumgart die aktuelle Situation zwar nie formulieren („Wir jagen keinen vom Hof“), in der Sache wurde der SCP-Trainer am Freitag dennoch sehr deutlich: „Sie sind nicht erste Wahl und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Denn niemand wird wie Phönix aus der Asche steigen.“

Achtmal im Kader, keine Spielminute

Im zentralen Mittelfeld sind beim Liga-Schlusslicht Sebastian Vasiliadis und Klaus Gjasula gesetzt, dahinter haben sich Hamid Sabiri, Cauly Souza und auch Offensiv-Allrounder Ben Zolinski einsortiert. Die Hinrunden-Bilanz von Ritter und Kapic liest sich entsprechend: Der gebürtige Essener kam nur in den punktlosen Partien gegen Hertha, Bayern und Mainz für insgesamt 55 Minuten zum Einsatz. Davor und danach gar nicht. Neuzugang Kapic (Grashopper Zürich) stand lediglich achtmal im Kader, spielte bislang aber noch keine Minute. „Rikki muss handlungsschneller werden“, fordert Baumgart höheres Tempo, verlangt von beiden mehr Durchsetzungsvermögen sowie kontinuierlich gute Leistungen. „Es reicht nicht, nur mal sporadisch das Können zu zeigen.“

Im Schatten von Klement

Besonders enttäuschend ist die Gesamtentwicklung von Marlon Ritter. Zählte der talentierte Mittelfeld-Mann in der Drittligasaison 2017/18 noch zu den Aufstiegsgaranten, stand er bereits im Jahr danach im Schatten von Philipp Klement. Sechsmal in der Startelf, drei Einsätze über die vollen 90 Minuten – viel mehr war es nicht. Daher hätte der SCP den Ex-Düsseldorfer bereits Ende August gerne abgegeben, damals sperrte sich aber Ritter, besonders gegen eine Ausleihe: „Ich bin 25, dieser Zug ist abgefahren.“

Manager soll gute Lösung finden

Nun naht trotzdem das Ende – auch völlig unabhängig von weiteren geplanten Transfers. „Wir müssen sehen, dass wir eine gute Lösung finden“, sagt Baumgart. Wie die aussehen könnte, lässt der 47-Jährige offen: „Das ist Sache des Managers. Zuerst müssen aber Angebote kommen, danach können wir uns überlegen, ob wir den betreffenden Spieler ausleihen oder verkaufen.“ Der angesprochene Martin Przondziono sieht die Lage ähnlich: „Rifet und Marlon haben nicht so gegriffen, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Sie müssen aber unbedingt wieder mehr spielen.“ Sporadische Einsätze in der eigenen U21 sind für Przondziono nur Notlösungen: „In der Oberliga kommen sie keinen Schritt weiter. Es wäre ein verlorenes Jahr.“

Ins trübe Bild passt auch der Test: Wenn Ritter und Kapic am Samstag spielen, sieht niemand zu. Die 90 Minuten laufen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Kommentare

Lipper  schrieb: 04.01.2020 15:51
Ich kann OWLix nur absolut zustimmen. Baumgart und sein Team werden wohl mehr sehen als Außenstehende, aber dass wir so einen Top-Fußballer wie Marlon Ritter nicht eingebaut bekommen, ist absolut schade. Ich erinnere mich nur zugerne an seine Spiele in Liga 3 …. ein absoluter Genuss!!
OWLix  schrieb: 04.01.2020 15:13
Ritter wird unterschätzt
Die Geringschätzung von Ritter ist schwer zu verstehen. Gegen Mainz war er nach seiner Einwechslung der aktivste und gefährlichste Offensdiv-Spieler. Ich glaube, er hätte damals den Elfmeter zum 2;2 nicht vergeigt. Danach war er leider verletzt.
Wenn der SCP meint, er helfe nicht weiter, ist das so. Aber hat man denn wirklich bessere Leute? Was passiert, wenn sich Sabiri verletzt? Zolinski ist kein Spielmacher.
2 Kommentare
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