Paderborns Daniel Scherning: mehr als nur Co-Trainer von Baumgart
Der Partner des Chefs

Paderborn  (WB). Wenn Steffen Baumgart über Aufstellung, Taktik oder den nächsten Gegner spricht, dann wählt er gerne die „Wir-Form“. Paderborns Chefcoach trägt zwar die Verantwortung, Entscheidungen fällt der 48-Jährige aber gerne im Kollektiv. Ein ganz besondere Rolle hat dabei Daniel Scherning . 

Sonntag, 12.01.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 05:50 Uhr
Paderborns Erfolgs-Duo an der Linie: Steffen Baumgart und sein Co-Trainer Daniel Scherning. Foto: Thomas F. Starke
Paderborns Erfolgs-Duo an der Linie: Steffen Baumgart und sein Co-Trainer Daniel Scherning. Foto: Thomas F. Starke

Es wird auch mal gestritten, „aber immer zielorientiert“ gearbeitet

Der 36-Jährige ist Co-Trainer , ebenso Danilo de Souza. Äußerlich sieht die Aufgabenverteilung gleich aus, im Innenleben des Bundesligisten stellt sich das Konstrukt anders da. „Daniel ist in allen Fragen mein wichtigster Ansprechpartner. Wir pflegen ein enges Verhältnis, führen intensive Gespräche, streiten auch mal, arbeiten aber immer zielorientiert“, beschreibt Baumgart die Zusammenarbeit. Scherning bestätigt das, bezieht neben de Souza aber auch seine Trainerkollegen Nico Burchert (Tor) und Felix Sunkel (Fitness) mit ein: „Steffen legt viel Wert auf unsere Meinung. Wir diskutieren aber nicht nur, wir haben auch ein Mitspracherecht.“

Früher „Hütchenaufsteller“, heute auf der Chefebene

Besonders Schernings Aufgaben haben sich verändert. Wurden die Assistenten früher oft als „Hütchenaufsteller“ belächelt, ist Paderborns Co-Trainer immer mehr auf die Chefebene gerückt. „Ich könnte eine Woche lang fehlen, es würde trotzdem alles funktionieren. Da müsste ich Daniel auch nichts vorgeben“, lobt Baumgart und geht noch einen Schritt weiter: „Er ist nicht mein Assistent, er ist mein Partner.“

Mit 36 Jahren jede Menge Erfahrung

Daniel Scherning ist mit 36 zwar noch relativ jung, verfügt aber schon über eine ganze Menge Erfahrung. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren begann seine Ausbildung. Schwer am linken Knie verletzt (Scherning: „Da sitzt nichts mehr an der richtigen Stelle“), wechselte der Stürmer die Seiten und wurde Ende Januar 2010 Trainer. Erst als Assistent von Armin Perrey bei den Amateuren von Arminia, später wurde er Chef der Bielefelder U23, ehe er im Dezember 2016 zum SC Paderborn zurückkehrte. Fünf verschiedene Ligen und vier Aufstiege stehen mittlerweile in seiner Trainer-Bilanz, der Durchmarsch von der 3. bis in die 1. Liga nimmt eine besondere Rolle ein: „Es ist bereits ein Privileg, in seiner Heimatstadt als Trainer arbeiten zu dürfen. Doch diese Erfolge toppen alles.“

Nächster Anlauf auf den Fußballlehrerschein im April

Wie lange die Zusammenarbeit noch läuft? Schwer zu sagen. Scherning unternimmt im April einen weiteren Anlauf, um den Fußballlehrerschein zu machen. Jedes Jahr gibt es mehr als 100 Bewerber für nur etwa 20 Plätze in der Hennes-Weisweiler-Akademie. Als Co-Coach eines Bundesligisten sind die Chancen zweifellos größer, ob „Scherne“ den Schein dann als Ticket für einen Wechsel nutzt, ist aber eher unwahrscheinlich. Sein Vertrag in Paderborn läuft noch bis 2021, er selbst sagt: „Ich genieße den Moment, bin sehr entspannt und freue mich, Teil dieses dynamischen Trainerteams sein zu dürfen.“

Baumgart: Trainerteam hat „mich besser gemacht“

Das auch Steffen Baumgart noch längst nicht am Ende sieht. Nach zwei Aufstiegen wäre der Klassenerhalt im Mai für ihn das dritte Fußball-Wunder an der Pader. „Auch das hat noch niemand hier geschafft“, will Baumgart ein weiteres Kapitel SCP-Geschichte schreiben. Und das ausdrücklich mit dem gesamten Stab. Denn der Ex-Profi weiß nicht nur, was er kann. Er kennt auch seine Schwächen. In den knapp drei Jahren seiner Amtszeit war er zwar neben Ex-Manager Markus Krösche das Gesicht des Aufstiegs, der Anteil des Teams hinter dem Team schätzt er selbst genauso hoch ein: „Ich habe gute Jungs um mich herum. Die haben nicht nur die Mannschaft, die haben auch mich besser gemacht.“

Viel mehr Lob geht nicht. Und dass der SCP kein hoffnungsloses Liga-Schlusslicht ist, zeigt die Statistik: Zwölf Punkte nach 17 Spielen sind nicht viel, sieben Zähler aus den letzten vier Partien des Jahres schon.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7183322?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Chaotische erste TV-Debatte von Trump und Biden
US-Präsident Donald Trump (l) und Herausforderer Joe Biden liefern sich einen Schlagabtausch.
Nachrichten-Ticker