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Mo., 20.01.2020

Mitgliederversammlung: Eigenkapital des SC Paderborn soll auf 10 Millionen Euro steigen – mit Video Dick im Plus

Mitgliederversammlung des SC Paderborn am Montagabend im VIP-Zelt des Vereins.

Mitgliederversammlung des SC Paderborn am Montagabend im VIP-Zelt des Vereins. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Zwei Jahre lang musste der SC Paderborn seinen Mitgliedern ein bis auf 7,6 Millionen Euro angehäuftes Minus erklären, am Montagabend strahlte die Führung des Klubs. Präsident Elmar Volkmann, Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Rees und Finanz-Geschäftsführer Ralf Huschen konnte im VIP-Zelt an der Arena nur Positives berichten. Seit dem 28. November 2019 ist der Sportclub schuldenfrei.

Die Ziele für die laufende Saison sind nicht weniger ambitioniert: Das Erstligajahr soll einen Gewinn von bis zu acht Millionen Euro bescheren. Das Eigenkapital soll auf bis zu 10 Millionen Euro steigen.

Die Verantwortlichen haben gut gewirtschaftet, das wurde deutlich. Das Zweitligajahr endete für den SCP bei einem Umsatz von fast 27 Millionen Euro zwar mit einem Minus von 2,7 Millionen Euro,  aber das lag auch am sportlichen Erfolg. Mannschaft und Trainerstab kassierten eine nicht unerhebliche Aufstiegsprämie.

„Unser Geschäftsmodell funktioniert“

Dennoch leitete der zu diesem Zeitpunkt mit knapp acht Millionen Euro verschuldete Verein bereits in der vergangenen Zweitliga-Saison die Konsolidierung ein und drückte die Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2019 unter fünf Millionen Euro. Dabei half natürlich der Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals, entscheidend waren aber die Transfers von Philipp Klement (VfB Stuttgart) und Bernard Tekpetey (FC Schalke 04) sowie der vorzeitige Abgang von Manager Markus Krösche (RB Leipzig). Mehreinnahmen von etwa acht Millionen Euro verbuchten die Paderborner.

„Das vergangene Jahr hat zum ersten Mal deutlich gemacht, dass unser Geschäftsmodell funktioniert“, sagt Rees. Ablösefreie junge Spieler in unteren Ligen entdecken, weiterentwickeln und dann verkaufen – so ist der Plan. Manchmal kann es aber auch noch schneller gegen, wie das Beispiel Cauly Souza (kam erst im Sommer vom MSV Duisburg, jetzt beim bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad) in der vergangenen Woche gezeigt hat.

Der Durchmarsch machte es möglich

Der wirtschaftliche Durchbruch ist aber untrennbar mit dem Durchmarsch der Profis verbunden: Der Doppel-Aufstieg 2018 und 2019 machte die tiefschwarzen Zahlen erst möglich. Sie bescherten dem SCP bereits im Zweitligajahr allein TV-Einnahmen (mit Pokal) in Höhe von elf Millionen Euro, die werden in der laufenden Erstligasaison noch auf stolze 31 Millionen Euro steigen. Mit dem Aufstieg wuchsen aber auch die Besucherzahlen: 14.650 kommen im Schnitt in die Arena.

„Wir kalkulieren mit einem Umsatz zwischen 45 und 50 Millionen Euro“, sagt Huschen. Ohne den Erfolg der Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart wäre das nicht möglich, die Mannschaft ist mit etwa 20 Millionen Euro (inklusive Honorare für Spielerberater) aber auch der größte Posten bei den Ausgaben. Die lagen vor einem Jahr noch bei etwa sieben Millionen Euro.

Bedingte Erfolgsgeschichte

Streng genommen war der Verein SC Paderborn übrigens schon vor einem Jahr schuldenfrei. Denn mit der Ausgliederung der Profiabteilung in die Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA) wurden auch alle Verbindlichkeiten übernommen. Allerdings ist die KGaA eine hundertprozentige Tochter des Vereins.

Eine Erfolgsgeschichte ist die KGaA trotz des Bundesliga-Aufstiegs nur bedingt. Die Kapitalhöhe liegt bei knapp 2,9 Millionen Euro. Mit knapp einem Prozent hat sich hier bislang nur ein Sponsor direkt beteiligt, weitere 12,5 hält die Paderborner Stadiongesellschaft (PSG), der Rest ist beim SC Paderborn e. V. „Da hatten wir uns schon mehr erwünscht”, sagt Rees und begründet die Zurückhaltung so: „Viele Unternehmen aus dem Paderborner Umland wollen nicht in die Öffentlichkeit.”

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