>

Di., 21.01.2020

Trainer Baumgart nimmt das 1:4 gegen Leverkusen auch auf seine Kappe „Nicht alles in die Tonne kloppen“

Wieder einen Schritt zu spät: Paderborns Laurent Jans (links) war gegen Karim Bellarabi häufig überfordert.

Wieder einen Schritt zu spät: Paderborns Laurent Jans (links) war gegen Karim Bellarabi häufig überfordert. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn(WB). Als Jungnationalspieler Kai Havertz eine Viertelstunde vor Schluss zum 4:1-Endstand für Bayer Leverkusen getroffen hatte und endgültig klar war, dass es an diesem Abend nichts mehr wird für die Paderborner, zeigten die SCP-Fans ein feines Gespür. Statt Unmutsäußerungen gab es positive Gesänge. „Olé, olé, olé. Nur der SCP. Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz“, klang es von der Südtribüne. Es dürfte Balsam auf die geschundene Seele der Kicker in blau-schwarz gewesen sein.

Eine gute Vorbereitung, zwei neue Spieler, sieben Punkte aus den letzten vier Spielen vor Weihnachten: Die Hoffnung beim Schlusslicht vor dem Rückrundenauftakt war groß, der Frustfaktor nach dem Abpfiff entsprechend hoch. „Die Gegentore sind zu einfach gefallen, da müssen wir besser verteidigen. So eine erste Hälfte ist ein Scheiß-Gefühl“, sagte Luca Kilian. 0:3 stand es zur Pause, die dritte Niederlage gegen Leverkusen war quasi besiegelt.

Doch die Saison vorzeitig zu beenden, kommt für den Tabellenletzten auch nach dem Fehlstart ins neue Jahr nicht in Frage. „Wir müssen jetzt mal die Kirche im Dorf lassen und dürfen nicht alles in die Tonne kloppen. Natürlich ist es ärgerlich, aber wenn Leverkusen seine Qualität so abruft wie heute, können wir uns mit dieser Mannschaft nicht messen. Gegen solche Gegner werden wir immer wieder an Grenzen stoßen, auch wenn längst nicht alles schlecht war. Aber um was holen zu wollen, hätte bei uns alles stimmen müssen. Und das war nicht so“, warf Trainer Steffen Baumgart einen realistischen Blick auf die Kräfteverhältnisse. Ähnlich chancenlos wie gegen Bayer war der SCP in der Hinrunde nur gegen Schalke (1:5) und Hoffenheim (0:3).

„Wenn wir 100 Prozent oder mehr bringen, sind wir in dieser Liga konkurrenzfähig“, stellte Kilian trotzig fest. Gegen gewisse Konkurrenten reicht aber selbst das nicht. Baumgart war sichtlich bemüht, seine Mannschaft starkzureden, und übte stattdessen Selbstkritik: „Ich habe den Jungs gerade gesagt, dass ich mehr Fehler mache als sie. Und solange das so ist, dürfen sie auch welche machen.“ Der Trainer nahm die Niederlage auch auf seine Kappe, als er zugab: „Die Entscheidung, Laurent Jans auf die linke Seite zu stellen, muss ich überdenken und mich hinterfragen.“ Der Luxemburger war überfordert, musste zur Pause raus und wird seinen Platz in Freiburg räumen müssen. Denn dann kehrt Jamilu Collins nach seiner Gelbsperre zurück.

Im Breisgau muss sich Paderborn steigern, Baumgart wünscht sich auch eine gerechtere Behandlung durch die Schiedsrichter. Die Gelbe Karte für ihn (seine zweite) bezeichnete er als „berechtigt“, ansonsten kam der Unparteiische Daniel Siebert nicht gut weg: „Wir sprechen immer von Respekt, aber er hat nur in eine Richtung gepfiffen. Der Gegner wird fünfmal ermahnt, bevor er in der 89. Minute die erste Gelbe Karte bekommt. Und das war nie eine.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7208243?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F