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Do., 23.01.2020

SC Paderborn: Srbeny-Einsatz fraglich – Spekulationen um Sabiri Das Freiburg-Spiel kommt für Fridjonsson zu früh

Der isländische Neuzugang Samuel Fridjonsson ist im Training voll dabei, im Kader steht er gegen Freiburg noch nicht.

Der isländische Neuzugang Samuel Fridjonsson ist im Training voll dabei, im Kader steht er gegen Freiburg noch nicht. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Ehre, wem Ehre gebührt. Zum 32. Geburtstag von Kapitän Christian Strohdiek trainierte der SC Paderborn am Mittwoch in der Benteler-Arena. Nein, das war natürlich nicht der Grund. Der wahre Anlass des Umzugs war die Neuverlegung des Rasens auf den Profiplätzen im Trainingszentrum. Dennoch gab es für Strohdiek von den Mitspielern erst einmal ein Ständchen.

Nach einem freien Dienstag wurde beim Bundesliga-Schlusslicht zunächst noch einmal zurückgeschaut. „Sie war auf jeden Fall lang“, antwortete Trainer Steffen Baumgart auf die Frage, ob die Videoanalyse der 1:4-Niederlage am Sonntag zum Rückrundenauftakt gegen Bayer Leverkusen schmerzhaft für seine Spieler gewesen sei. Danach ging es auf den Platz und der Blick richtete sich nur noch nach vorne: auf das Auswärtsspiel am Samstag beim SC Freiburg (15.30 Uhr, Schwarzwald-Stadion).

Einsatz von Srbeny ungewiss

Fakt ist, dass Jamilu Collins nach abgelaufener Sperre in die Startelf zurückkehrt. Nach der Leistung gegen Leverkusen spricht aber vieles dafür, dass es nicht bei dieser einen Änderung bleiben wird. Unabhängig davon herrscht bezüglich eines Einsatzes von Dennis Srbeny Ungewissheit. Der Rückkehrer aus England hatte bei seinem Debüt am Sonntag einen Pferdekuss erlitten und konnte am Mittwoch lediglich eine Laufeinheit absolvieren. „Dennis hat einige Schläge abbekommen, am Oberschenkel und an der Hüfte. Er hat einen Bluterguss, der auf den Nerv drückt. Wir müssen abwarten“, wagte Baumgart keine Prognose.

Deutlicher wurde er, was eine Kadernominierung des am vergangenen Samstag verpflichteten Isländers Samuel Fridjonsson betrifft: „Eher nicht. Samuel hat im Dezember sein letztes Spiel in Norwegen gemacht und danach nur eine halbe Vorbereitung absolviert. Ich werde am Donnerstag in Ruhe mit ihm reden, er soll aber erst einmal richtig ankommen.“

Türkisches Interesse an Sabiri

Derweil sorgte Abdelhamid Sabiri für Spekulationen. Der türkische Erstliga-Spitzenreiter Sivasspor soll Interesse am Deutsch-Marokkaner haben. Im Netz tauchte ein Video auf, in dem der Trainer der Türken, Riza Calimbay, während eines Fernseh-Interviews mit Sabiri telefoniert. Dessen Berater Amin Sakman sagte gegenüber transfermarkt.de, dass der SCP ein Angebot Sivasspors abgelehnt habe, erklärte danach aber: „Natürlich ist es schön zu sehen, dass die Leistungen von Abdelhamid Anerkennung finden, aber es gibt aktuell kein Interesse an einem Wechsel. Er möchte sich ganz auf den SC Paderborn und den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren.“

SCP-Geschäftsführer Sport Martin Przondziono beendete dann das Thema endgültig: „Es gibt kein Angebot für Hamid und wir geben ihn auch nicht ab.“ Sabiri war übrigens in der Benteler-Arena dabei.

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Vorbild Freiburg

Freiburg ist ein hervorragendes Vorbild: realistische Selbsteinschätzung ohne finanziellen Aktionismus und Personaldebettane selbst im Abstieg.

Allerdings ist dort das Umfeld auch besser und der Vorsprung beträgt 20 Jahre.

Bessere Zusammenarbeit mit städtischen Betrieben und Behörden bis hin zur schlichten Arbeit, für die die Verwaltung mit Steuern bezahlt wird: richtig planen und genehmigen sowie gerechte Verträge machen. Das ist nicht zu viel verlangt!

Stattdessen hatte der SCP Millionenverluste (und wohl auch den Abstieg 2008) durch Fehlplanungen am Stadion, jahrelanges Verzögern des TNLZ mit anschließendem Knebelvertrag (Finke: "So was darf man als Präsident nicht unterschreiben.") und schließlich die öffentliche Stimmungsmache des Bürgermeisters gegen den SC ("Der Verein hat schon genug von der Stadt profitiert"). Genau das Gegenteil ist der Fall!

In einem solchen Umfeld als Verein erfolgreich zu sein, während an jedem anderen Fußballstandort Stadtwerke oder Sparkassen Großsponsoren sind sowie Vereine durch Steuergelder oder Schuldenerlasse gestützt werden, ist bemerkenswert, weil ein riesiger Wettbewerbsnachteil.

Die Interessen Dreiers am SC sind der Natur als Spielball für private, politische Interessen und als Melkkuh für die Stadt (Pachten, Steuern, Aufträge für ASP etc.). Das in Reden als Wohltat zu verkaufen, um so dem Verein in seiner Außendarstellung zu beschädigen, ist schon frech und soll nur der eigenen Karriere dienen.

Dazu kann man von einem Repräsentanten der Stadt erwarten, dass er sich zumindest moralisch zum Verein bekennt und so den Rückhalt als oberster Bürger zu bekunden. Das mag symbolisch sein, ist aber wichtig für Rückhalt der Bevölkerung und Geldgeber.

Wenige wissen, dass sämtliche Grundstücke (Stadion, TNLZ oder Parkplätze) weiter der Stadt gehören, die nicht unerhebliche Pachten dafür kassiert. Die vergleichsweise geringen Investitionen kommen also mit Zins und Zinseszins zurück. Und im Gegenzug hat die Stadt ein HLS übernommen, dass der Verein allein von einem ursprünglichen Sportplatz mit ausschließlich Stehplätzen über Jahrzehnte zum Stadion umgebaut hat. Und auf ehemaligen Trainingsplätzen des Vereins stehen heute Hotels.

Wir fassen zusammen: die Stadt hat mehr Schaden als Nutzen angerichtet, mehr von SCP profitiert als investiert (allein ein Jahr Bundesligastadt ist mehr als 20 Jahre Stadtvermarktung wert) und der oberste Repräsentant nutzt den Verein im Erfolg zum Sonnen und ansonsten Populismus.

Wenn die Vereinsführung meint, man gönnt Dreier dieses Bonbon, weil man sich privat gut kennt oder glaubt, so vom Sportamt eine bessere Zusammenarbeit erwarten zu können, zeigt das ein seltsames Demokratieverständnis und man muss bedenken, dass eine der letzten Beschlüsse unter dem jetzt öffentlich so geehrten Herrn Finke war, mit Dreier und am Rathaus keine Aufstiegsfeiern mehr zu machen. Alle Mitglieder haben den Beschluss getragen. Darüber geht man mir zu leicht hinweg in einer Zeit, die das Wort Ehre nicht mehr zu kennen scheint.

Wer das nicht erkennt, ist naiv oder blind. Der hat das Wort Ehre ebenfalls nicht verstanden. Oder er ist einfach nur Parteisoldat.

Standhaftigkeit - Verlässlichkeit - Glaubwürdigkeit – Identität sind kausal und als Wertegerüst nicht zu unterschätzen.

In Sonntagsreden unter Jubel etwas ankündigen und am Montag sowohl von Rednern als auch von Jublern vergessen ist traurig.

Man nennt sich gerne hochtrabend Sportstadt, dabei sind Ahorn, Sportzentrum Schützenplatz bis hin zur Benteler-Arena und dem TNLZ sowie die Anlagen der Uni kein Verdienst der kommunalen Politik, sondern Menschen wie Heinz Nixdorf und Wilfried Finke zu verdanken.

In Paderborn ist seit der Paderhalle kein kommunales Bauprojekt von Bedeutung umgesetzt worden und unter Dreier sind eine weitere Verteuerung des Stadthauses, Rekordschulden und Steuerverschwendung (Königsplatz, Marktplatz etc.) zu verbuchen, was die Handlungsunfähigkeit zementiert hat.

Die Zeiten sind auch in Paderborn vorbei, wo man nur stillhalten musste, um die absolute Mehrheit zu bekommen.

Das ist das Prinzip Dreier: nichts machen, damit der Saubermann seine Wiederwahl nicht gefährdet.

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