Kommentar zum SC Paderborn
Der Sport lebt von Emotionen

Gelbe Karten für Fußball-Trainer? Die Diskussion darüber ebbt seit der Einführung der Regel im vergangenen Sommer nicht ab. Mittendrin: Paderborns Steffen Baumgart. Und der ist jetzt tatsächlich ganz nah dran, als erster gelbgesperrter Bundesliga-Trainer (unrühmliche) Geschichte zu schreiben.

Montag, 27.01.2020, 02:23 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 06:40 Uhr
Jamilu Collins wird nach seiner gelb-roten Karte von Trainer Steffen Baumgart getröstet. Foto: Patrick Seeger/dpa
Jamilu Collins wird nach seiner gelb-roten Karte von Trainer Steffen Baumgart getröstet. Foto: Patrick Seeger/dpa

Wer Baumgart kennt, der weiß, dass dieser Mann nicht nur den Fußball liebt, er lebt ihn auch. Der braucht keine 50 TV-Kameras, keine 50.000 Zuschauer im Stadion und auch keinen Schiri vor oder neben seiner Bank, um schnell unter Spannung zu stehen. Baumgart feuert ab Minute eins seine Spieler an. Völlig egal, ob sein Team schon 5:0 führt oder 0:3 zurückliegt. Völlig egal, ob es ein lockeres Testspiel bei einem A-Ligisten ist oder 90 Minuten Kampf um den Klassenerhalt.

Steffen Baumgart mag ein Trainer mit kurzer Zündschnur sein. Es werden auch mal Wörter fallen, die man nicht in einem Gedichtband verewigen würde. Aber dafür ist der Fußball so, wie er ist. Und von diesen Emotionen lebt er auch. Deshalb ist die Regel blanker Unsinn. Man kann keine Trainer an die Kette legen, die die ganze Woche mit ihren Jungs auf dieses eine Spiel hinarbeiten. Aber genau darauf läuft diese dämliche Kartenspielerei hinaus.

Dreimal Gelb sah Baumgart schon. In dieser Saison ist aber noch kein Fall bekannt, dass der Paderborner die Schiris, den gegnerischen Trainer oder Spieler beleidigt hat. Dann dürfte Baumgart allerdings auch nicht Gelb sehen, dann wäre sofort Rot fällig. Denn Trainer haben auch eine Vorbildfunktion. Aber so war es schon früher. Wer sich als Coach nicht benehmen konnte, musste auf die Tribüne. Und das war auch gut so.

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