Trotz drohender Sperre: SCP-Trainer Baumgart wehrt sich gegen die Schiedsrichter
„Ich brauche keinen Erzieher”

Paderborn (WB). Die Diskussionen um den Videobeweis nehmen kein Ende, seit Beginn dieser Saison aber gibt es ein weiteres Thema, das die Gemüter erhitzt und das am Dienstagabend seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat . Rüdiger Rehm muss als erster Profi-Trainer eine Gelb-Sperre absitzen und fehlt dem SV Wehen Wiesbaden am Samstag im Zweitliga-Kellerduell bei Hannover 96. Das nächste „Opfer“ könnte Paderborns Steffen Baumgart sein.

Donnerstag, 30.01.2020, 04:45 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 05:02 Uhr
Trainer Steffen Baumgart vom SC Paderborn steht nach seiner Verwarnung in Freiburg bei drei Gelben Karten. Sieht er im Heimspiel des SCP am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg eine weitere, wäre er am Samstag drauf „auf Schalke“ gesperrt. Foto: Jörn Hannemann
Trainer Steffen Baumgart vom SC Paderborn steht nach seiner Verwarnung in Freiburg bei drei Gelben Karten. Sieht er im Heimspiel des SCP am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg eine weitere, wäre er am Samstag drauf „auf Schalke“ gesperrt. Foto: Jörn Hannemann

Baumgart hält sich für „definitiv gefährdet“

Rehm wurde beim 1:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue von Schiedsrichter Patrick Ittrich verwarnt. Eigentlich war es bereits seine fünfte Gelbe Karte, doch die erste sah er vor Einführung der Regel. Die besagt, dass ein Trainer nach vier Gelben Karten aussetzen muss und seine Mannschaft nicht am Rand coachen darf.

Der Trainer des SCP steht nach seiner Verwarnung in Freiburg bei drei Gelben Karten . So viele sah in der Bundesliga kein anderer. „Ich mache mir auf jeden Fall Gedanken. Ich werde da nicht ruhig bleiben und bin deshalb definitiv gefährdet“, sagte Baumgart am Mittwoch mit Blick auf das Heimspiel des SCP am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg. Sollte es ihn erwischen, wäre er am Samstag drauf „auf Schalke“ gesperrt.

Debatte geht Trainer gehörig auf den Geist

Die Debatte um einen respektvollen Umgang geht Baumgart gehörig auf den Geist. Angesprochen auf die Sperre seines Kollegen, mit dem er seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert hat, reagierte der SCP-Coach verständnislos und sah sich zum Rundumschlag genötigt. „Ich habe langsam das Gefühl, dass das gewollt ist und die Schiedsrichter die eine oder andere nicht gute Entscheidung dadurch vertuschen wollen“, sagte Baumgart und wurde noch deutlicher: „Es geht nicht um Fouls, es geht um die Erziehung von Fußballern und Trainern. Das hat nichts mit Respekt zu tun und ist nicht Sinn des Schiedsrichterwesens. Wir verlassen den Weg, das ist fragwürdig. Ein Schiedsrichter soll leiten und nicht erziehen. Ich brauche so etwas nicht, meine Eltern haben das bei mir sehr gut gemacht.“

Mit zweierlei Maß

In den ersten beiden Rückrundenspielen gegen Leverkusen und in Freiburg vermisste Baumgart eine Gleichbehandlung: „Gegen Leverkusen wurden wir sofort verwarnt, der Gegner ermahnt. Und in Freiburg hat sich mein Kollege Christian Streich in einer ähnlichen Szene genauso aufgeregt wie ich und bekam nichts. Es wird auf Namen geachtet und mit zweierlei Maß gemessen.“

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