Paderborn spielt „auf Schalke“ 1:1
Gjasula rettet das Remis

Gelsenkirchen (WB). Im vierten Vergleich mit dem FC Schalke 04 hat der SC Paderborn den ersten Punktgewinn eingefahren. Der SCP holte im Westfalen-Derby in Gelsenkirchen durch das Tor von Klaus Gjasula ein 1:1 (0:0)-Unentschieden und wurde für eine gute Leistung belohnt.

Samstag, 08.02.2020, 17:41 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 16:24 Uhr
Der Ausgleich fiel in der 81. Spielminute. Foto: dpa
Der Ausgleich fiel in der 81. Spielminute. Foto: dpa

S04-Trainer David Wagner lobte Paderborn vor dem Anpfiff und sagte: „Es ist bewundernswert, wie sie es machen. Das ist große Klasse.“ Paderborns Trainer Steffen Baumgart sprach von einer „großen Aufgabe und Herausforderung. Aber das haben wir in der Bundesliga jede Woche, davon singe ich mittlerweile ein Lied.“

Baumgart veränderte seine Mannschaft gegenüber dem 2:4 gegen den VfL Wolfsburg auf zwei Positionen. Linksverteidiger Jamilu Collins kehrte nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre zurück und spielte anstelle von Gerrit Holtmann (Rot), im Angriff erhielt Streli Mamba den Vorzug vor Dennis Srbeny. Bei Schalke feierte Youngster Timo Becker sein Startelfdebüt.

Erwähnter Mamba hatte bereits in der dritten Minute die erste Chance des Spiels, kam nach einer Ecke von Kai Pröger, einem Fehler von Amine Harit und einem Zuspiel von Christopher Antwi-Adjei frei zum Abschluss, doch der Ball war zu schwach geschossen und der Ex-Paderborner Alexander Nübel im Schalker Tor hatte keine Mühe. Dann ein Schock für Paderborn: Abdelhamid Sabiri musste schon nach zehn Minuten vom Platz, für ihn kam Klaus Gjasula.

Die Gäste versteckten sich nicht und hatten zu Beginn sogar mehr Spielanteile. Schalke, das 120 Pokalminuten am Dienstag gegen Hertha in den Knochen hatte, wirkte müde und kraftlos, verlegte sich erst einmal aufs Kontern. In der 18. Minute kam Gjasula im Anschluss an einen Pröger-Freistoß zum Kopfball, traf die Kugel aber nicht richtig.5:1-Ecken für die Gäste nach einer halben Stunde sprachen eine deutliche Sprache.

Auch die dritte Chance des Spiels hatte Paderborn, Sebastian Vasiliadis verfehlte das Ziel aus der Distanz um gut einen Meter (33.). In der 35. Minute war es Weston McKennie, der SCP-Schlussmann Leopold Zingerle zum ersten Mal prüfte. Eine Minute danach lag der Ball im Netz, die SCP-Fans jubelten aber nur kurz, denn Schütze Mamba stand im Abseits. Dann mussten auch die Hausherren verletzungsbedingt tauschen, Jean-Clair Todibo ersetzte Ozan Kabak.

Pausenfazit: Paderborn spielte mutig und hatte sich das 0:0 redlich verdient. Nur beim letzten Pass fehlte die Präzision, sonst hätte der Letzte auch führen können. Schalke dagegen enttäuschte und wurde von den eigenen Fans mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet.

Ausgleich in der 81. Minute

Zwei Minuten nach dem Wechsel herrschte große Aufregung in der Arena nach einem Foul im Strafraum von Gjasula an Alessandro Schöpf, Schiedsrichter Dr. Felix Brych ließ weiterspielen und auch eine Kontaktaufnahme mit dem Videoassistenten in Köln änderte an dieser Entscheidung nichts: kein Elfmeter. In der 49. Minute gab es die bisher größte Gelegenheit der Partie, Michael Gregoritsch verpasste das 1:0 für Königsblau nur knapp. Wenig später fehlten Vasiliadis auf der Gegenseite nur wenige Zentimeter. Das Spiel war jetzt offen, beide Teams riskierten mehr. Schalke war wach und traf durch Benito Raman nur die Latte (57.), der gerade eingewechselte Kutucu hatte aufgelegt.

Der Druck der Gastgeber war nun enorm, der SCP hatte zunehmend Mühe, für Entlastung zu sorgen. Die logische Folge war das 1:0 in der 63. Minute durch Kutucu nach Pass von Bastian Oczipka, Zingerle konnte nichts machen und die Führung war mittlerweile auch verdient. Dennoch hatte Pröger den Ausgleich auf dem Fuß, aber Nübel parierte (73.). Und der SCP blieb dran. Acht Minuten später musste Nübel gegen Mamba erneut retten (81.), doch die folgende Ecke von Pröger köpfte Gjasula zum 1:1 ein. Am Ende ging das Ergebnis so in Ordnung.

Die Trainerstimmen

David Wagner: „Wir haben eine sehr schlechte erste Hälfte gespielt und eine viel bessere zweite. Wir sind enttäuscht, dass wir nach dem verdienten 1:0 nicht gewonnen haben, wissen aber, woran es liegt.“

Steffen Baumgart: „Wir sind glücklich , dass wir einen Punkt mitnehmen dürfen, auch wenn in der einen oder anderen Situation mehr drin war. Wir können mit dem Ergebnis leben, noch mehr freue ich mich aber über unsere Leistung.“

 

Aufstellungen Daten und Fakten des Spiels

Schalke: Nübel - Becker (82. Boujellab), Kabak (36. Todibo), Nastasic, Oczipka - Mascarell - McKennie, Harit, Schöpf - Raman, Gregoritsch (55. Kutucu)

Paderborn: Zingerle - Jans, Schonlau, Strohdiek, Collins - Vasiliadis, Zolinski (70. Srbeny), Sabiri (12. Gjasula) - Pröger (90. Jastrzembski), Mamba, Antwi-Adjei

Tore: 1:0 Kutucu (63.), 1:1 Gjasula (81.)

Zuschauer: 61.619

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Gelbe Karten: Nastasic, Mascarell / Mamba

 

Kommentare

Elsener  schrieb: 09.02.2020 11:15
Große Klasse!

Ein Punkt gegen Schalke - zum ersten Mal in der SCP Geschichte. Und dann noch auswärts!

Das gibt den Jungs hoffentlich noch mal so richtig Schwung für den Rest der Saison.

Auf geht's SCP!
1 Kommentare
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