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Sa., 15.02.2020

Paderborns Neuzugang Jastrzembski trifft schon wieder auf Hertha - mit Video Forscher „DJ“

Dennis „DJ“ Jastrzembski trifft mit dem SC Paderborn auf „seine“ Hertha.

Dennis „DJ“ Jastrzembski trifft mit dem SC Paderborn auf „seine“ Hertha. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Dennis Jastrzembski – wer den Wintereinkauf des SC Paderborn zum ersten Mal beim Namen nennt, wird beim Nachnamen verbal gefordert. Die U16 von Hertha umschiffte die Klippe vor ein paar Jahren und verpasste ihrem Mitspieler kurzerhand das Kürzel „DJ“. Der Name blieb, Hertha ist in den Hintergrund gerückt. Wobei den 19-Jährigen die Vergangenheit am Samstag (15.30 Uhr) kurz einholen wird: SCP und BSC treffen im direkten Duell aufeinander.

„DJ“ – die Abkürzung vereinfacht An- und Aussprache, damit verbindet man aber eher Takte und Töne, weniger Taktik und Tore. Für Letzteres will Dennis Jastrzembski künftig mit seinem Namen stehen. Und das möglichst schnell, möglichst oft und möglichst schon gegen seinen Ex-Klub. Wobei „Ex“ so nach Trennung klingt. Die gibt es nur räumlich, nicht rechtlich. Jastrzembski wurde auf eigenen Antrieb ausgeliehen, verbunden mit diesem forschen Wunsch: „Ich habe mit meiner Schnelligkeit eine außergewöhnliche Fähigkeit, die möchte ich in der 1. Liga umsetzen.“

Chancen besser als in Berlin

Genau hier lag bislang das Problem. In dieser Saison bekam der Junioren-Nationalspieler keine Einsatzchance. Weder bei Ante Covic, noch bei Nachfolger Jürgen Klinsmann. Im Vorjahr gab es wenigstens noch fünf Einsätze, da hieß der Chefcoach allerdings Pal Dardai, sein größter Förderer beim Hauptstadtklub. Im Dezember 2019 reifte bei Jastrzembski der Wechselwunsch, sehr schnell war auch klar, wohin es gehen sollte: „Ich wollte nach Paderborn. Das schnelle Umschalten, das direkte Passspiel, der Zug nach vorne – das sah schon auf dem Bildschirm sehr imponierend aus. Jetzt möchte ich versuchen, ein Teil davon zu werden.“

Die Chancen stehen zumindest besser als in Berlin. „Der Junge passt genau in unser Beuteschema“, sagt Trainer Steffen Baumgart. Damit meint er das Tempo, die Gradlinigkeit und auch das Potenzial: „Dennis bringt viel mit. An ein paar Sachen wie Handlungsschnelligkeit oder Präzision in den Flanken arbeiten wir.“ Zeit genug ist da. Das Leihgeschäft mit den Berlinern läuft 18 Monate, bis dahin will Jastrzembski zu einem ernsthaften Herausforderer für Christopher Antwi-Adjei oder Kai Pröger werden: „Der Kaderplatz gegen Schalke war nur der Anfang. Jetzt muss ich dran bleiben, hart arbeiten und jede Woche ein bisschen besser werden.“

Der nächste Schritt nach vorn

Der Sohn polnischer Eltern wurde in Rendsburg geboren, lernte beim kleinen TSV Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg) das Kicken und kam über Holstein Kiel 2015 zur Hertha. Sein älterer Bruder hatte zuvor an verschiedene Vereine eine Art Bewerbungsschreiben verschickt, die Berliner interessierten sich für den erst 15-Jährigen und schlossen einen Vertrag. Fast gleichzeitig wurde auch der DFB auf das Talent aufmerksam, seitdem war Jastrzembski von der U16 bis zur U19 in allen Auswahlteams am Ball. EM in Kroatien, WM in Indien und Deutscher Meister mit der U19 von Hertha – die Laufbahn zeigte nur in eine Richtung. Die erste Delle gab’s nun als Jungprofi. „Das ist normal. Jetzt freuen wir uns, dass der Dennis den nächsten Schritt nach vorn bei uns macht“, sagt Manager Martin Przondziono.

Trikotnummer 32

Wie groß der sein wird, ist ungewiss. „Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass Paderborn Erstligist bleibt. Das ist machbar. Mein Gefühl ist gut, auch wenn es unglaublich schwer wird.“ Da klingt Jastrzembski so gar nicht wie ein 19-Jähriger. Eher wie ein mutmachender Routinier. Oder einer, der bereits fest beim SCP integriert ist. So sieht er sich auch schon selbst: „Dieser Teamgeist hat mich am meisten überrascht. Hier war ich schon nach dem ersten Tag ein Teil vom Ganzen.“

Am 20. 2. 2020 wird Dennis Jastrzembski 20 Jahre alt: Warum er beim SCP trotzdem nicht die 20 wollte und lieber die Trikotnummer 32 trägt? „Weil ich die bei Hertha hatte“, sagt er. Klingt logisch. Die 32 könnte auch für Paderborns Punkte-Bilanz am Saisonende stehen und wäre dann wohl gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt. Eine weitere Sensation. Und in Paderborn würde dann auch niemand mehr fragen, wie man Jastrzembski ausspricht.

Kommentare

Hertha kann Kurve bekommen

Schuld haben doch die, die Grinsmann geholt haben. Jeder wusste doch, dass er a) gar kein (guter) Trainer ist, b) ein Egoist ist und c) lieber in Kalifornien ist. Wie sollte das (langfristig) funktionieren?

Er war als Bundestrainer ein Witz (die Arbeit hat Löw gemacht, Halbfinale als Gastgeber ist etwas, das kein übermäßiger Erfolg ist. Das hat Südkorea auch geschafft.). Bei Bayern war seine größte Maßnahme, Buddha-Statuen aufzustellen. Bei der Fusball-Weltmacht USA ist er gescheitert.

Nur "innovativ" zu sein, ist noch lange keine Strategie.

Wer den jetzt noch engagiert, engagiert auch Matthäus oder Effenberg als Trainer. Zirkus statt Zukunft!

1 Kommentare

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