SCP rechnet sich auch beim FC Bayern etwas aus – Baut Baumgart um?
„Geht nicht gibt’s nicht“

Paderborn (WB). Viel vorwerfen kann man den Spielern des SC Paderborn nicht. Die Einstellung stimmt (fast) immer, nur das Ergebnis (zu) selten. Der Aufsteiger tritt deshalb seit Monaten auf der Stelle und verpasst regelmäßig den Moment, sich im Abstiegskampf mal etwas abzusetzen.

Dienstag, 18.02.2020, 03:17 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 11:30 Uhr
Kai Pröger war offensiv am Samstag der beste Paderborner. Foto: Jörn Hannemann
Kai Pröger war offensiv am Samstag der beste Paderborner. Foto: Jörn Hannemann

Eine weitere Chance wurde gegen Hertha BSC (1:2) vertan. Ein Sieg wäre zwar nicht verdient gewesen, war aber möglich. Damit wäre der SCP auf Relegations-Rang 16 geklettert und hätte zum ersten Mal seit dem vierten Spieltag die direkten Abstiegsplätze verlassen.

Freitag in München

Das wird jetzt noch länger dauern, denn am Freitag in München wird nicht viel zu holen sein. Auch wenn Trainer Steffen Baumgart dieser Einstellung entgegentritt: „Geht nicht gibt’s nicht. Wir haben überall die Möglichkeit zu punkten. Auch in München.“ Ähnlich sieht es der Kapitän. Schließlich habe das Team im Hinspiel (2:3) gezeigt, was auch gegen den Rekordmeister drin sei. „Wenn wir unser Spiel auch bei den Bayern durchziehen, sind wir nicht ohne Chance. Auch wenn die sicher nicht größer ist als gegen Berlin“, sagt Christian Strohdiek. Kai Pröger freut sich auf die Allianz-Arena, der Rest ist ihm ziemlich egal: „Ich kenne in der 1. Liga keinen Verein, der kleiner ist als wir. Deshalb ist für uns jedes Spiel schwer, jeder Gegner stark.“

Eine Frage ist auch, was Baumgart personell ändern kann und überhaupt will. Der Kader ist sehr ausgeglichen besetzt, deshalb gäbe es ein paar Optionen. Eine Alternative auf der rechten Abwehrseite wäre „Mo“ Dräger. Der tunesische Nationalspieler könnte für Laurent Jans ins Team rücken. Der Leihspieler aus Metz ist bekanntermaßen offensiv schwächer als Dräger, zuletzt wackelte er aber auch defensiv bedenklich. Ein anderer Kandidat wäre Dennis Srbeny. Er hat sich gegen Hertha nicht nur durch sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für einen Platz in der Startelf empfohlen. Sein schärfster Konkurrent Streli Mamba rannte gegen die „Berliner Mauer“ vergeblich an und fand offensiv so gut wie gar nicht statt.

Hamid Sabiri könnte im zentralen Mittelfeld neue Impulse setzten, die massiven Rückenprobleme lassen aber noch keine Prognose zu, wann der 23-Jährige zur Verfügung steht. Die Neuzugänge Dennis Jastrzembski und Samuel Fridjonsson sind nach Einschätzung von Baumgart „auf einem guten Weg“, bei Anthony Evans wird es noch etwas länger dauern: „Da bauen wir auf die Zukunft.“

„So gewinnen wir keine Spiele“

Die Rotsperre von Linksaußen Gerrit Holtmann ist abgelaufen, Innenverteidiger Luca Kilian (Muskelverletzung im Oberschenkel) wird nach Einschätzung des Trainers erst kommende Woche wieder ins Training einsteigen. Er steht in München noch nicht zur Verfügung. Doch egal welche Wechsel der Coach vornimmt, einen Punkt stellte er noch einmal deutlich heraus: „Wir machen uns nicht von einzelnen Spielern abhängig. Wir sind auch gegen Hertha als Mannschaft gut aufgetreten, einzig die vielen Fehler werfen uns immer wieder zurück.“ Die sind allerdings so gravierend, dass Pröger zu diesem Schluss kommt: „So gewinnen wir keine Spiele.“

Dazu kommt die Heimschwäche. Die Benteler-Arena glich in den beiden Aufstiegsjahren 2018 und 2019 noch einer Festung. In der 3. Liga verlor der SCP von 19 Heimspielen nur zwei, in der 2. Liga gab es in 17 Begegnungen daheim nur eine punktlose Partie. Aktuell sind es zwei Siege (Düsseldorf und Frankfurt) bei einem Dutzend Spiele. Das ist eine indiskutable Bilanz – auch für einen Erstliga-Aufsteiger.

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