13 Jahre bei den Bayern: SCP-Keeper Leopold Zingerle stellt ein paar Vergleiche an
„Das Mia san mia spürst du wirklich“

Paderborn (WB). Mit acht Jahren wechselte Leopold Zingerle (25) vom TSV Ottobrunn zum FC Bayern München. Erst 13 Jahre später verließ er den Rekordmeister wieder. Der Keeper kam in dieser Zeit in den Genuss, von Pep Guardiola trainiert zu werden, saß bei fünf Champions-League- und neun Bundesliga-Partien auf der Bank.

Donnerstag, 20.02.2020, 08:31 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 08:34 Uhr
Leopold Zingerle (rotes Trikot) tritt am Freitag mit dem SCP beim FC Bayern an, für den er vom achten bis 21. Lebensjahr gespielt hat. Foto: Jörn Hannemann
Leopold Zingerle (rotes Trikot) tritt am Freitag mit dem SCP beim FC Bayern an, für den er vom achten bis 21. Lebensjahr gespielt hat. Foto: Jörn Hannemann

Wenn jemand vor dem Duell zwischen dem Rekordmeister und dem SC Paderborn (Freitag, 20.30 Uhr/Dazn) Vergleiche zwischen diesen beiden Klubs ziehen kann, dann ist das die aktuelle Nummer eins des Außenseiters.

Der besondere Charme der Säbener Straße

Allianz-Arena vs. Benteler-Arena: „Puh, das ist ein schwieriger Vergleich. Das geht bei der Größe los. Es macht logischerweise einen enormen Unterschied, ob du vor 75.000 oder vor 15.000 Zuschauern spielst. Die Benteler-Arena ist unser Wohnzimmer, in dem wir – abgesehen von der laufenden Saison – immer sehr erfolgreich waren. Die Allianz-Arena ist einfach unglaublich imposant, erst recht dann, wenn ein Abendspiel ansteht und du in Richtung dieses spektakulär illuminierten Stadions fährst. Das flößt jedem Gegner Respekt ein und ist sicherlich ebenfalls ein Vorteil, den die Bayern haben. Die Stimmung in der riesigen Arena hängt auch vom Namen des Gegners und der Bedeutung des Spiels, aber vor allem vom Spielverlauf ab. Wenn es zur Sache geht, kann es schon richtig laut werden.“

Säbener Straße vs. Lise-Meitner-Straße: „Seit ich aus München weg bin, hat sich am Trainingszentrum an der Säbener Straße ein bisschen was verändert, aber ich glaube, das ist und bleibt ein Vergleich, bei dem sich der SC Paderborn nicht grämen muss. Ganz im Gegenteil. Da ist die Differenz weitaus geringer als in der Bundesligatabelle. Die Einrichtungen, die uns hier zur Verfügung stehen, genügen den höchsten Ansprüchen. Den größten Unterschied sehe ich im Standort. Das TNLZ in Paderborn liegt außerhalb der Stadt, die Säbener Straße mitten in einem Wohngebiet. Das hatte schon seinen ganz besonderen Charme, wenn ich da in der Jugendzeit abends hergefahren bin und das Flutlicht auf den Plätzen geleuchtet hat.“

„Guardiola ist ein taktisches Mastermind“

Guardiola vs. Baumgart: „ Jetzt wird es lustig (lacht). Das sind zwei sehr unterschiedliche Typen, aber ich finde, es ist doch schön zu sehen, dass beides funktionieren kann. Die fast vier Monate, in denen ich in der Zeit von Pep Guardiola bei den Profis mittrainieren durfte, waren schon etwas ganz Besonderes. Guardiola ist ein taktisches Mastermind, war im Umgang mit den Spielern aber nicht so nah dran wie unser Trainer. Als Trainer brauchst du das Taktische und das Menschliche. Wenn du die Leute dazu motivieren kannst, gerne zum Training zu kommen, gerne zu laufen, sich gerne den Arsch aufzureißen, ist das eine sehr gute Basis – und in dieser Geschlossenheit sehe ich einen Vorteil, den wir gegenüber anderen Mannschaften haben.“

Mia san mia vs. Erfolg ist kein Glück: „Zum Mia san mia kann ich nur sagen, was so viele sagen: Ich bin damit aufgewachsen und es ist wirklich so, dass man dieses Selbstverständnis irgendwann spürt. Du spielst für den FC Bayern und glaubst in Situationen an dich, in denen andere vielleicht nicht mehr an sich glauben. ‚Erfolg ist kein Glück‘ (Song von Kontra K/Anm. der Red.) war vor allem in unserem Drittligajahr sehr, sehr prägend. Die Zeile passt gut zur Entwicklung unseres Vereins, zeigt dir jeden Tag aufs Neue, wo du herkommst.“

München vs. Paderborn: „Das Kleine, das Gemütliche, die kurzen Wege – vor allem das ist es, was Paderborn unglaublich charmant und derzeit zum idealen Ort für mich macht. Hier hast du deine Ruhe, kannst durch die Stadt gehen, ohne dass dir ständig jemand hinterherläuft oder du auf ein Autogramm angesprochen wirst, wie es wahrscheinlich in München der Fall wäre. München ist und bleibt natürlich ‚Heimat‘ für mich und hat als Weltstadt eine ganz andere Vielfalt zu bieten, aber wenn du da gut essen gehen möchtest, bist du auch schon mal schnell eine Dreiviertelstunde unterwegs, während du in dieser Zeit wahrscheinlich dreimal durch ganz Paderborn fahren könntest.“

Lob für Vasiliadis’ Entwicklung

Thiago vs. Vasiliadis: „Nicht nur was ihre Position im zentralen Mittelfeld angeht, auch mit Blick auf die Bedeutung, die sie für ihr Team haben, kann man sie gut miteinander vergleichen. Sie sind Spieler, die immer den Ball haben und den nächsten Angriff initiieren wollen. Was Thiago mit dem Ball macht, ist schon herausragend, fällt beim Training in München allerdings gar nicht so sehr auf, weil da eigentlich jeder – ja selbst ein Manuel Neuer – ein Top-Techniker ist. Bei ‚Vasi‘ ist es einfach super beeindruckend, wie schnell er sich entwickelt hat und auch in der ersten Liga immer Verantwortung übernimmt.“

Kantersieg vs. Sensation: „Wenn wir von einem Kantersieg für Bayern ausgehen, müssen wir erst gar nicht hinfahren. Wir wissen, dass bei uns alles passen muss und bei Bayern wenig passen darf. Von zehn Spielen verlieren wir neun, doch vor Dortmund war die Situation ähnlich und da haben wir es lange gut gemacht.“

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