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Fr., 06.03.2020

Vierte Pleite in Serie: SC Paderborn unterliegt dem 1. FC Köln mit 1:2 Zu spät aufgewacht

Paderborns Dennis Srbeny verarbeitet die Niederlage gegen den 1. FC Köln.

Paderborns Dennis Srbeny verarbeitet die Niederlage gegen den 1. FC Köln. Foto: Thomas F. Starke

Von Peter Klute und Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Jetzt wird es richtig bitter für den SC Paderborn. Der SCP unterlag dem 1. FC Köln am Freitagabend mit 1:2 (0:2) und kassierte im 13. Heimspiel der laufenden Spielzeit die zehnte Niederlage. Der Abstand auf die rettenden Plätze kann am Wochenende weiter wachsen. Es könnten acht Punkte bis zum Relegationsrang werden.

Hier das Schlusslicht, das fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat, zuletzt drei Niederlagen in Folge kassierte und fünfmal am Stück sieglos blieb; da der Tabellenelfte, der nach zuletzt sieben Siegen aus neun Spielen und dem besten Rückrundenstart seit 28 Jahren (vier Siege, zwei Niederlagen) schnurstracks in Richtung Klassenerhalt marschiert. Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin pfiff ein Duell zweier Aufsteiger und Domstädter an, das klare Voraussetzungen hatte.

Paderborn mit zwei Spitzen

Paderborns Trainer Steffen Baumgart verließ nach Wochen mal wieder sein 4-3-3-System, stellte auf zwei Spitzen um, brachte mit Sven Michel einen zweiten Stürmer und verzichtete in Person von Klaus Gjasula auf einen zweiten Sechser. Das war die einzige Änderung gegenüber dem 0:2 in Mainz. Gjasula hatte übrigens am vergangenen Samstag einen Bundesliga-Rekord aufgestellt: Zwölf Gelbe Karten nach 24. Spieltagen, das gab es noch nie. Die Bestmarke in einer Saison des Duisburgers Thomasz Hajto (16 Verwarnungen) von vor mehr als 20 Jahren, sie wackelt.

FC-Coach Markus Gisdol tauschte gegenüber dem 3:0 gegen Schalke 04 gleich auf drei Positionen. Er brachte Mark Uth, Antony Modeste und Jorge Meré anstelle von Elvis Rexhbecaj, Jhon Cordoba (gelbgesperrt) und Sebastian Bornauw, der das Abschlusstraining mit muskulären Problemen abbrechen musste. Bornauw war einer der Kölner Torschützen beim 3:0-Hinspielsieg im Oktober gegen einen ganz schwachen SCP.

Die Revanche beim Wiedersehen und den Rückstand auf die Nicht-Abstiegsränge verkürzen: Das war das große Ziel der Paderborner vor erstmals in der Rückrunde ausverkauftem Haus.

Köln nutzt erste Chance

Doch es kam anders. Nervöse Ostwestfalen, selbstbewusste Rheinländer: Dieses Bild bot sich in der Anfangsphase, aufgrund der genannten Fakten keine Überraschung. Die erste Chance aber hatten die Gastgeber, als Kai Pröger von der Strafraumgrenze abzog, doch der Ball ging neben das Tor (neunte Minute). Das machte Hoffnung, der Letzte wurde jetzt mutiger und traute sich mehr zu. Köln hatte zwar weiter mehr Ballbesitz, doch wenn es zu Beginn etwas gefährlich wurde, dann vor dem Tor von Tim Horn. Nach einem Einwurf von Christopher Antwi-Adjei traf Dennis Srbeny das Außennetz (23.).

Doch bezeichnend für die glücklose Paderborner Saison: Köln nutzte seine erste Gelegenheit zur Führung. Nach der fünften Ecke von Florian Kainz und Kopfballverlängerung von Uth war es Meré, der die Kugel am zweiten Pfosten über die Linie drückte. So hieß es nach 28 Minuten 0:1. Zwei Minuten später hätte Uth fast nachgelegt, sein Schuss ging nur knapp am linken Pfosten vorbei. In der 37. Minute war es dann aber soweit, Nationalspieler Jonas Hector überwand Leopold Zingerle mit einem herrlichen Treffer in den Winkel. Ein Sonntagsschuss am Freitagabend. Zur Pause sah es nicht danach aus, als gäbe es für die Gastgeber noch etwas zu holen. Die größten Optimisten erinnerten sich wohl an das Zweitligaduell fast genau vor einem Jahr an gleicher Stätte. Auch da lag Köln mit 2:0 vorne, am Ende siegte der SCP noch mit 3:2. Das hielt die FC-Fans aber nicht davon ab, schon vom Auswärtssieg zu singen.

Lattenschuss in der 87. Minute

Wie in Mainz zog den Paderbornern das 0:1 den Stecker und sie waren nicht in der Lage, das Spiel in Durchgang zwei zu drehen. Lange kein Aufbäumen, die Spieler in Blau-Schwarz wachten zu spät auf und agierten über weite Strecken wie ein Absteiger. Selbst gute Möglichkeiten wie von Sebastian Vasiliadis (60.) wurden kläglich vergeben. Der direkte Gang zurück in Liga zwei scheint fast besiegelt. Daran änderten auch das 1:2 durch Srbenys Flugkopfball nach Pröger-Flanke (73.) und eine beherzte Schlussoffensive mit einem Lattenschuss von Abdelhamid Sabiri (87.) nichts. 20 gute Minuten sind zu wenig. Modeste verpasste noch das 1:3 (78.).

Stimmen

Dennis Srbeny, Paderborn: „Mir fehlen so langsam die Worte. Ein Punkt wäre verdient gewesen, aber so stehen wir wieder mit leeren Händen da und das kotzt mich langsam an.“

Mark Uth, Köln: „Es war nicht so souverän wie in den letzten Wochen. In der zweiten Halbzeit war es schwer. Paderborn hat es gut gemacht.“ Dennoch habe sein Team „im Endeffekt“ verdient gewonnen.

Statistik

Paderborn: Zingerle - Jans, Strohdiek, Schonlau, Collins - Fridjónsson (73. Ritter), Vasiliadis - Antwi-Adjej (42. Holtmann), Pröger - S. Michel (46. Sabiri), Srbeny

Köln: T. Horn - Ehizibue, Mere, Leistner, Schmitz - Skhiri, Hector (74. Rexhbecaj) - F. Kainz, Uth (82. Drexler), Jakobs - Modeste (84. Terodde)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin) -

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Mere (28.), 0:2 Hector (36.), 1:2 Srbeny (73.)

Gelbe Karten: Srbeny (1), Fridjónsson (1), Sabiri (4) / Uth (2), Rexhbecaj (2), Skhiri (2), Mere (4)

 

Kommentare

Kämpfen SCP

Gegen diese Kölner Mannschaft hätte ein SCP der letzten Saison mit Clement gewonnen! Es fehlte
Diesmal an vielen Dingen. Wiederholtes schlechtes Abwehrverhalten, zu wenig Kampf gegen den
Abstieg, zu schlechte Standards und ein harmloser Sturm ! Hinzu kommt,dass das Trainerteam offensichtlich auch keine Lösung mehr weiß. Was die Fans aber erwarten dürfen ist für restlichen Spiele in der 1. Bundesliga bedingungsloser Einsatz, Kampf und Mut, damit der SCP sich ehrenvoll aus der Liga verabschiedet.Ein Vorteil ist sogar, dass man frühzeitig die Weichen für die 2.Bundesliga stellen kann. Viel Glück dabei!

Relegation als Ziel


Platz 16 dürfte nach dem Spiel heute als Maximalziel klar sein. Es war bis zum Tor von Srbeny ein wirklich schlechtes Spiel vom SCP - wie letzte Woche in Mainz.

Nach dem Anschluss wurde es nochmal heiß. Aber insgesamt ein verdienter Sieg für Köln.

Und auch wenn man jetzt denkt, daß die Hoffnung so langsam schwindet - der Relegationsplatz ist noch erreichbar.

Und bitte nie vergessen, was am 33. und 34. Spieltag alles noch passieren kann...

Never give up!

2 Kommentare

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