Auf der DFL-Tagung suchen auch SC Paderborn und Arminia Bielefeld nach Antworten
Wie geht es weiter?

Paderborn (WB/MR). Wenn sich SC Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger und Manager Martin Przondziono sowie Arminia Bielefelds kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek heute um 10.30 Uhr zuschalten, sind sie Teilnehmer der ersten virtuellen Mitgliederversammlung in der Geschichte der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Dienstag, 31.03.2020, 02:14 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 05:01 Uhr
Auch Martin Przondziono, Manager des SC Paderborn, nimmt an der virtuellen DFL-Sitzung teil. Foto: Jörn Hannemann
Auch Martin Przondziono, Manager des SC Paderborn, nimmt an der virtuellen DFL-Sitzung teil. Foto: Jörn Hannemann

Die 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga werden die vom DFL-Präsidium empfohlene Aussetzung des Spielbetriebs bis mindestens 30. April beschließen. Das ist nur eine Formsache, andere Punkte könnten für mehr Diskussionsbedarf sorgen.

Wichtigstes Thema ist das Geld. Bei einem kompletten Abbruch der Saison gehen der Liga etwa 750 Millionen Euro verloren, dem SCP würden Einnahmen in einer Höhe von etwa zehn Millionen Euro wegbrechen. Bei Arminia wären es etwa sieben Millionen Euro. Die neun fehlenden Spieltage im Mai und Juni in Englischen Wochen durchzuziehen wäre eine Option, die fehlenden 82 Erstliga-Partien alle zwei Tage an nur vier verschiedenen Orten durchzuspielen, eine andere.

Beide Modelle sind denkbar, auch wenn Przondziono sehr skeptisch bleibt: „Wir müssen in alle Richtungen denken und wollen diese Spielzeit sportlich beenden, aber im Moment fehlt mir ehrlich gesagt die nötige Fantasie.“ Denkbar ist auch, die Serie bis in den Juli auszudehnen. Diese Idee hat Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, Przondziono hat aber rechtliche Bedenken: „Die Verträge laufen zum 30. Juni aus. Warum sollte ein Spieler seinen Wechsel verschieben, wenn er woanders das Dreifache verdienen könnte? Das ist für mein Verständnis rechtlich sehr schwer zu bewerten. Da würde nach meiner Einschätzung eine Klagewelle auf uns zurollen.“ Przondziono glaubt auch nicht, dass der Transfermarkt im Sommer wegen Corona total einbricht. „Die großen Dinger über 100 oder 150 Millionen Euro sind unrealistisch, aber der normale Markt, in dem auch wir uns bewegen, den wird es weiter geben.“

Beim Thema Gehaltsverzicht reagierte der 50-Jährige sehr zugeknöpft. Der Bericht im WESTFALEN-BLATT (26. März) über das vereinsinterne Rettungspaket sowie die Spekulation über die mögliche Reduzierung der Bezüge beim SCP in Höhe von zehn Prozent sei weder bei den Spielern noch bei den zuständigen Vereinsgremien gut angekommen. Przondziono: „Wir sind am Thema noch immer dran und werden uns äußern, wenn es ein Ergebnis gibt.“

Stichwort Solidarität: Dass in Augsburg, Wolfsburg und Dortmund in Kleingruppen trainiert wird, die übrigen 15 Erstligisten ihre Profis individuell zuhause beschäftigen, kommt nicht überall gut an. Auch wenn Przondziono sagt: „Vielleicht sprechen wir eine einheitliche Linie ab, aber ich mische mich da nicht ein. Unsere Jungs bleiben daheim und trainieren für sich.“

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