Das erste „Trainingslager“ des SCP mit Coach Steffen Baumgart
Eine spezielle Premiere

Bad Lippspringe(WB). Ob in der Sommervorbereitung oder in der Winterpause: Bisher hatte Chefcoach Steffen Baumgart noch nie das Bedürfnis, mit dem SC Paderborn 07 in ein Trainingslager fahren zu müssen. Doch das äußerst anspruchsvolle Unterfangen der Deutschen Fußball Liga, der Corona-Pandemie zum Trotz den Bundesliga-Spielbetrieb wieder aufnehmen zu wollen, beschert dem 48-Jährigen eine ganz spezielle Premiere: Sein erstes Trainingslager mit dem SCP nennt sich Quarantäne-Trainingslager.

Montag, 11.05.2020, 05:30 Uhr
Christopher Antwi-Adjei packt aus: Am Samstagabend haben die Paderborner Profis das Hotel in Bad Lippspringe bezogen. Foto: meierpress
Christopher Antwi-Adjei packt aus: Am Samstagabend haben die Paderborner Profis das Hotel in Bad Lippspringe bezogen. Foto: meierpress

„Wir leben in Zeiten, in denen es jeder einzelne von uns mit vielen neuen Erfahrungen zu tun bekommt. Diese gehört dazu. Aber wir sind gut vorbereitet und versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Baumgart. Am Samstagabend haben Mannschaft und Staff die Einzelzimmer im Best Western Premier Park Hotel & Spa in Bad Lippspringe bezogen, in dem außer dem Bundesligaletzten niemand zu Gast ist. Spieler und Betreuer werden das Hotel allein für die Fahrten zu den Übungseinheiten verlassen. Bei den Mahlzeiten sitzen die Beteiligten mindestens eineinhalb Meter weit ausein­ander. Das Essen wird durch das immer selbe Hotelpersonal ausgegeben.

Regelmäßige Tests

Der nächste Corona-Test steht am Dienstag auf dem Plan. Am Freitag, 24 Stunden vor dem Anpfiff der Begegnung in Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr), folgt der nächste. Die etwa elf Kilometer lange und 15 Autominuten in Anspruch nehmende Strecke von Bad Lippspringe zum Trainingszentrum an der Lise-Meitner-Straße legen die Profis in ihren Privatwagen zurück. Sitzt mehr als eine Person im Auto, ist das Tragen der Mund- und Nasenschutzmasken Pflicht. Noch nicht geklärt ist, wie der SCP zum Vergleich mit der Fortuna fährt. „Klar ist: Die Jungs werden sich sicherlich nicht in ihre Privatwagen setzen. Vielleicht reisen wir mit zwei Bussen an. Das Einzige, was ich garantieren kann, ist, dass wir dort ankommen werden“, sagt der Trainer.

Der Geisterkick in der Landeshauptstadt – eigentlich hätte diese Partie am 13. März über die Bühne gehen sollen – zählt zum ersten von noch neun Spieltagen, die es bis zum 27. Juni auszutragen gilt. Ob diese Saison aber tatsächlich im zweiten Anlauf zu Ende gebracht werden kann, vermag auch Baumgart nicht zu sagen. Mit Blick auf die Entwicklung beim Zweitligisten Dynamo Dresden stellt der gebürtige Rostocker fest: „Ich finde die getroffenen Maßnahmen gut. Die Bedingungen, die uns gestellt wurden, und die Regeln, die wir beachten müssen, sind durchdacht – das Beispiel Dresden zeigt aber ganz, ganz deutlich, wie scharf die Rasierklinge ist, auf der wir reiten.“

Weitergeritten wird zunächst trotzdem. Auch der genesene Stürmer Streli Mamba ist zurück im Teamtraining, kann aber noch keine Alternative sein, wenn das Schlusslicht am Samstag beim Drittletzten gastiert. Auf das spezielle Trainingslager folgt ein spezielles Spiel. „Wir gehen ohne echte Wettkampfpraxis in diese, wie ich sie nenne, dritte Halbserie. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet“, sagt Baumgart.

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