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Do., 14.05.2020

Paderborns Trainer hält Saisonverlängerung für unvermeidlich, sieht sie aber kritisch Baumgart findet fünf Wechsel gut

Schiri, wir wechseln: Steffen Baumgart hätte nichts dagegen, wenn er mehr Optionen hätte.

Schiri, wir wechseln: Steffen Baumgart hätte nichts dagegen, wenn er mehr Optionen hätte. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) heute im Verlauf der virtuellen Mitgliederversammlung der Klubs über Satzungsänderungsänderungen entscheidet, ist Paderborns Trainer Steffen Baumgart an einem Thema besonders interessiert: Erhöhung des Wechselkontingents pro Team auf fünf Akteure. „Ich finde die Idee gut, weil sich viel mehr Optionen ergeben. Daher könnte ich mir diese Änderung auch für die Zukunft und damit nach Corona gut vorstellen“, sagt der 48-Jährige.

Als Reaktion auf die Corona-Krise (engerer Zeitplan, damit höhere Belastung der Spieler) soll allen Mannschaften bis zu fünf statt wie gewohnt drei Auswechslungen pro Partie erlaubt werden. Diese Regelung gilt zunächst aber nur vorübergehend und damit bis zum Ende der laufenden Saison. „Der Kader bekommt damit auch eine andere Gewichtung. Ich habe mehr Möglichkeiten, taktisch zu wechseln. Ich kann auch reagieren, wenn einer meiner Spieler schon nach 30 Minuten mit Gelb vorbelastet ist“, zählt Baumgart weitere Vorzüge auf und vergisst dabei auch den finanziellen Faktor nicht: „Ein Bundesliga-Kader ist teuer. Besonders dann, wenn ich nur 14 Profis pro Spieltag einsetzen kann.“

DFL möchte Zustimmung für mögliche Saisonverlängerung

Als Mittel, die Zeit von der Uhr zu spielen und damit die zusätzlichen Wechsel in der Schlussphase zu weiteren Spielverzögerungen zu nutzen, kann die geplante Änderung übrigens nicht genutzt werden. Das macht diese vorgesehene Einschränkung deutlich: „Jede Mannschaft hat mit ihren fünf Wechseln maximal drei Möglichkeiten, das Spiel zu unterbrechen. Zusätzlich gibt es die Option, zur Pause zu tauschen. Sollten beide Mannschaft zur selben Zeit einen Wechsel vornehmen, zählt das als je eine Unterbrechung pro Team.“

Abgesehen davon möchte die DFL auch die Zustimmung der Vereine, dass die laufende Bundesligasaison 2019/20 notfalls auch über den 30. Juni hinaus abgeschlossen werden kann. Der Ligaverband will sich damit juristisch absichern und verhindern, „dass einzelne Klubs wegen auslaufender Verträge Protest gegen eine Fortsetzung der Bundesliga nach dem 30. Juni einlegen können”.

Baumgart hält diese Pläne zumindest für fragwürdig. „Ich bin überzeugt davon, dass wir die Saison bis Ende Juni noch nicht beendet haben werden. Dennoch halte ich die Umsetzung für sehr schwierig“, sagt der Coach und nennt dieses Beispiel: „Es gibt schon jetzt viele Spieler, die sich ab dem 1. Juli an einen anderen Verein gebunden haben. Was passiert aber, wenn der sich nach dem 30. Juni schwer verletzt? Gilt dann der neue Vertrag? Muss der abgebende Verein für die Kosten aufkommen? Ich bin kein Rechtswissenschaftler, aber hier gibt es meiner Meinung nach noch viel Klärungsbedarf.“

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