Kommentar zur Trennung des SCP von Martin Przondziono
Kein professioneller Abschied

Die Trennung traf Martin Przondziono völlig unvorbereitet. Das ist mittlerweile klar. Dass es im Innern des 50-Jährigen brodelte und am Tag danach eine Mischung aus Wut, Frust und tiefer Enttäuschung ausbrach, ist menschlich nachzuvollziehen. Professionell war sein Abschied nicht.

Freitag, 29.05.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 06:54 Uhr
Martin Przondziono Foto: Jörn Hannemann
Martin Przondziono Foto: Jörn Hannemann

Und da ist es auch völlig unerheblich, wie nun genau seine Wortwahl war. Die Konsequenzen müssen dem Ex-Manager des SC Paderborn aber zumindest klar gewesen sein. Denn auch in diesem Geschäft geht es am Ende des Tages nur um Geld. Nach der fristlosen Kündigung liegt der Ball nun bei Przondziono. Er muss reagieren, wobei das Prozedere (fast) immer gleich ist. Auf dem Weg zum Kompromiss wird viel Porzellan zerschlagen – und das nach einem zweijährigen sportlichen Aufstieg des SCP, den es in der Geschichte des Vereins zuvor nie gab. Und an dem im zweiten Teil auch Martin Przondziono einen nicht unerheblichen Anteil hatte.

Klassenerhalt nicht mehr realistisch

Jetzt geht es beim SCP aber zunächst wieder in die andere Richtung. Der Klassenerhalt ist seit Mittwochabend nicht mehr realistisch. Bei allem Respekt vor der großen Leidenschaft dieser Elf – acht Punkte Rückstand sind in nur sechs Spielen nicht mehr aufzuholen.

Przondzionos Nachfolger Fabian Wohlgemuth muss nun gemeinsam mit Trainer Steffen Baumgart mit dem Neuaufbau beginnen. Der Schnitt wird nach dem Abstieg auch deshalb viel tiefer ausfallen, weil niemand weiß, wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die neue Saison sind. Klar ist, dass TV-Geld und Werbeeinnahmen erheblich sinken, doch noch kann auch keiner sagen, wann Fußball wieder mit Zuschauern gespielt wird. Dennoch passt in Paderborn zumindest der Rahmen: Arena und Trainingsbedingungen sind top, das Gerüst der Mannschaft ist zweitligatauglich. Das war nicht immer so.

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