Im Hinspiel traf Paderborns Spitze Mamba gegen den BVB doppelt
Wenn Träume wahr werden

Paderborn (WB). Es gibt Tage im Leben, die vergisst man nie. Bei Streli Mamba war es ein Freitagabend, als gleich zwei Kindheitsträume in Erfüllung gingen: vor einer großen Kulisse spielen und treffen. Paderborns schnelle Spitze demontierte an diesem 22. November 2019 die Abwehr von Borussia Dortmund sogar zweimal. Am Sonntag (18 Uhr, Sky) gibt es ein Wiedersehen.

Samstag, 30.05.2020, 05:19 Uhr
Momente, die unvergessen bleiben: Nach seinem zweiten Tor gegen den BVB hätte Streli Mamba gerne die ganze Welt umarmt. Foto: dpa
Momente, die unvergessen bleiben: Nach seinem zweiten Tor gegen den BVB hätte Streli Mamba gerne die ganze Welt umarmt. Foto: dpa

Irgendwie ist es ein Treffen der großen Verlierer dieser Woche. Der BVB unterlag daheim gegen die Rekord-Bayern nicht nur mit 0:1, sondern verspielte damit auch die Meisterschaft. Der SCP kam beim FC Augsburg nicht über ein 0:0 hinaus und ist bei acht Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 praktisch abgestiegen. Auch wenn Mamba hier entschieden widerspricht: „Im Fußball ist nichts unmöglich.“

Mamba in aller Munde

Wie an diesem besagten Abend. Der SCP kam als Schlusslicht in den mit 81.365 Zuschauern vollbesetzen Dortmunder Fußball-Tempel. Paderborn stürmte in Durchgang eins frech und unbekümmert in Richtung Gelbe Wand. Die mit 25.000 Fans größte Stehtribüne Europas ist das Herzstück des BVB und genau dort wurden ängstliche Borussen von mutigen Aufsteigern düpiert und demontiert. Kurze Annahme, hohes Tempo, schneller Abschluss – so wirbelte Streli Mamba die BVB-Defensive durcheinander.

„Was ist denn hier los? Kann mich mal einer zwicken?“, rief er nach seinem zweiten Tor den Mitspielern zu. Den Treffer zur sensationellen 3:0-Führung steuerte noch Gerrit Holtmann bei. Das alles vor der Pause und praktisch ohne Gegenwehr.  Mamba war plötzlich in aller Munde und sendete mit seinem selbst kreierten „Schlangenjubel“ auch noch optisch deutliche Signale: „Der Abend hat mich bundesweit bekannt gemacht. Die Menschen verbinden mich mit diesem Spiel. Doch noch schöner wären drei Punkte gewesen.“

Am Ende blieb dem SC Paderborn nur einer. Wie so oft in dieser Saison. Mamba selbst ließ nach dem Wechsel die Chance zum 4:1 aus, am Ende stand es 3:3. Im Rückblick überwiegt aber auch bei der schnellen Spitze die pure Freude: „Wir haben damals eine tolle Leistung gezeigt, ich bin heute noch stolz.“

Starke Konkurrenz bekommen

Seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Der Sohn kongolesischer Eltern traf nur noch einmal und bekam im Winter mit Rückkehrer Dennis Srbeny noch starke Konkurrenz im Sturmzentrum. Sechs Spieltage vor Saisonschluss haben beide fünf Treffer, Srbenys Quote (11 Einsätze, Mamba hat schon 20) ist allerdings deutlich besser. Aber manchmal ist es nicht wichtig, wie oft du triffst, sondern gegen wen.

Aus dem unbekümmerten Aufsteiger ist ein Team geworden, das nach Lage der Dinge absteigt. Mit 19 Punkten steht die Elf um Trainer Steffen Baumgart seit Monaten am Ende, mit dem sich Mamba aber noch nicht abfinden will: „Jedes Spiel fängt bei Null an, jede Mannschaft beginnt mit elf Spielern. Wir hauen am Sonntag wieder alles rein.“

Das klingt mehr nach Durchhalteparolen, weniger nach Überzeugung. Wobei der „Wahnsinn in Westfalen“ im November 2019 eindrucksvoll gezeigt hat, zu was der SCP fähig sein kann. Der Abend, an dem Mambas Stern am Fußballhimmel aufging.

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