SC Paderborn verliert Kellerduell gegen Werder Bremen mit 1:5 – Sabiri und Michel gesperrt
Der Abstieg rückt immer näher

Paderborn (WB/MR). Der Aufsteiger steht nicht nur seit Wochen am Ende, der Fußball-Bundesligist SC Paderborn rückt dem Abstieg auch immer näher. Im Keller-Krimi, der am Ende gar keiner war, bezog der SCP eine deftige 1:5 (0:3)-Heimniederlage. Das zwölfte sieglose Spiel in Folge (fünf Punkte) war praktisch schon zur Pause entschieden. Mit Sven Michel sowie Hamid Sabiri sahen die nächsten beiden SCPer die fünfte Gelbe Karte und sind am Dienstag im Auswärtsspiel bei Union Berlin gesperrt.

Samstag, 13.06.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 18:08 Uhr
Paderborns Torwart Leopold Zingerle verpasst den Ball. Foto: dpa
Paderborns Torwart Leopold Zingerle verpasst den Ball. Foto: dpa

Mit drei Veränderungen gegenüber dem 1:1 vor einer Woche in Leipzig begann der SC Paderborn. Neben den gesperrten Uwe Hünemeier und Streli Mamba war auch Kai Pröger nicht dabei, er saß auf der Bank. Neu ins Team kamen Sven Michel und Antony Evans (Startelf-Debüt), außerdem feierte Jan-Luca Rumpf seine Bundesliga-Premiere.

Der 20-Jährige kam vor einem Jahr vom Oberligisten Sportfreunde Siegen und übernahm die Rolle von Uwe Hünemeier und verteidigte neben Kapitän Christian Strohdiek im Abwehrzentrum. Der 1,92 Meter große Defensivmann, der beim SCP noch bis 2021 unter Vertrag steht, wurde einst bei Eintracht Frankfurt, dem SV Wehen Wiesbaden und bei Hannover 96 ausgebildet.

Die Bremer veränderten nach zwei Niederlagen in Folge (0:3 gegen Eintracht Frankfurt und 0:1 gegen VfL Wolfsburg) nur eine Position: Milot Rashica, seit 14 Spielen torlos, kam für Philipp Bargfrede.

Mit 0:3 in die Halbzeit

Die Partie nahm sofort Fahrt auch. Richtig kritisch wurde es für Paderborn zum ersten Mal in Minute 18: Jamilu Collins sprang der Ball vom Oberschenkel an den ausgestreckten Oberarm, Schiri Dingert (Gries) pfiff sofort und entschied auf Strafstoß. Milot Rashica (19.) konnte aber auch vom Punkt seine Torlos-Serie nicht beenden, der Kosovare scheiterte an Leopold Zingerle, der glänzend reagierte.

Doch nur eine Minute später machten es die Bremer besser: Nach Flanke von Gebre Selassie war Davy Klaassen zur Stelle und köpfte aus zwölf Metern Distanz zum 1:0 ein.

SCP - Werder Bremen 1:5

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Das war aber nur der Auftakt für eine erste Hälfte, in der Paderborn praktisch die allerletzten Chancen auf den Ligaerhalt aus der Hand gab. Nach Schuss von Joshua Sargent (34.), den Zingerle noch abwehren konnte, war Yuya Osako zur Stelle und erhöhte auf 2:0.

Doch das war es von giftig-galligen Gästen noch nicht. Die vorzeitige Entscheidung gegen über weite Strecken harmlose Hausherren führte Klaassen (39.) mit seinem zweiten Treffer herbei. Nach einem Freistoß von Rashica köpfte Veljkovic einmal quer zu Klassen, der den Ball volley aus etwa elf Metern in die Maschen hämmerte.

Und Paderborn? Eine Mannschaft, die um den Ligaerhalt kämpft, muss anders auftreten. Hinten sah man erste Auflösungserscheinungen, vorne war das Bemühen der Gastgeber zu meist zu harmlos. In einer Szene hatte der SCP allerdings auch etwas Pech: Nach einer Evans-Hereingabe kam der Ball zu Michel, der legte quer auf den linken Pfosten und dort grätsche Christian Strohdiek (34.) knapp am Kasten vorbei. Das wäre der Anschlusstreffer zum 1:2 gewesen.

Rekord: 17. Gelbe Karte für Gjasula

Eine historische Szene gab es noch in Minute 32: Nach einem Foul an Joshua Sargent sah Klaus Gjasula seine 17. (!) Gelbe Karte und ist damit alleiniger Rekordhalter in dieser unrühmlichen Statistik.

In der Pause nahm Baumgart Dennis Srbeny und Laurent Jans raus und brachte dafür Marlon Ritter und Ben Zolinski. Im einsetzenden Dauerregen machte Paderborn sofort Dampf. Nach Flanke von Evans (51.) war es Sven Michel, der Paderborns Offensive-Bemühungen fast das erste zählbare Ergebnis beschert hätte. Doch der traf nur den Pfosten.

Paderborn war jetzt aktiver, hatte zunächst mehr Spielanteile und wurde dann mit einem Lupfer ausgespielt. Yuya Osaka überraschte den SCP damit nach einer Stunde, Zingerle konnte danach den Schuss von Joshua Sargent noch abwehren, doch dann war Maximilian Eggestein zur Stelle und vollendete zum 4:0.

Einmal hatte dann aber auch der SCP etwas Glück: Der eingewechselte Hamid Sabiri (67.) behielt in einer unübersichtlichen Situation im Bremer Fünfmeterraum den Überblick und stocherte den Ball zum 1:4 über die Linie.

In der Schlussphase glänzten noch Hamid Sabiri (88.) und Sven Michel (89.) mit zwei Distanzschüssen, das war es aus Paderborner Sicht. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Niclas Füllkrug (90. +2.), der sein Comeback nach einem Kreuzbandriss mit dem Tor zum 5:1-Endstand krönte.

Bereits am kommenden Dienstag (Anstoß: 20.30 Uhr) geht es für den SCP weiter, dann geht es zum Mitaufsteiger Union Berlin. Zur gleichen Zeit erwarten die Bremer den Rekordmeister Bayern München.

Statistik

Paderborn: Zingerle – Jans (46. Ritter), Strohdiek, Rumpf, Collins – Evans (64. Sabiri), Gjasula (64. Pröger), Vasiliadis, Antwi-Adjei (73. Holtmann) - Michel, Srbeny (46. Zolinski)

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson (77. Friedl) - Vogt - M. Eggestein, Klaassen (86. Groß) - Sargent (77. Selke), Osako (77. Füllkrug), Rashica (59. Bargfrede)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Tore: 0:1 Klaassen (20.), 0:2 Osako (34.), 0:3 Klaassen (39.), 0:4 M. Eggestein (60.), 1:4 Sabiri (67.), 1:5 Füllkrug (90.+2.)

Gelbe Karten: Gjasula (17), Jans (2), Michel (5), Zolinski (4), Ritter (3), Sabiri (5) / Augustinsson (1), Klaassen (7), Füllkrug (2)

Bes. Vorkommnis: Zingerle hält Handelfmeter von Rashica (19.)

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