Kommentar zum SC Paderborn
Abstieg mit Anstand ist jetzt wichtig

Mut, Moral und ganz viel Leidenschaft – der SC Paderborn wurde in dieser Saison oft gelobt. Auch wenn die Elf von Trainer Steffen Baumgart von Spieltag fünf an fast durchgängig als Letzter der Liga dem Rest hinterherlief. Doch das gute Bild, das der am Ende chancenlose Aufsteiger fast überall abgab, hat tiefe Risse bekommen. Denn dass der SCP plötzlich nicht mehr als Team auftritt und damit den größten Trumpf ausgerechnet gegen den Vorletzten aus der Hand gibt – das ist nicht zu verstehen.

Montag, 15.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 05:00 Uhr
Die Paderborner Christian Strohdiek (links) und Jan-Luca Rumpf nach dem 1:5 gegen Bremen. Foto: dpa
Die Paderborner Christian Strohdiek (links) und Jan-Luca Rumpf nach dem 1:5 gegen Bremen. Foto: dpa

Die Quittung ist das bittere 1:5 gegen Werder . Zugegeben, dieser Traditionsverein verfügt über einen hoch bezahlten Kader, der weit hinter seinen Erwartungen geblieben ist. Fakt ist aber auch, dass gerade diese Elf im Überlebenskampf Bundesliga plötzlich Waffen auspackte, die man gerne auch beim SCP gesehen hat. Giftig, gallig, robust in den Zweikämpfen, laut auf dem Rasen und alles garniert mit einer gnadenlosen Effizienz.

Noch drei Spiele bleiben

18:11 Torschüsse für den SCP zählten die Statistiker. Das mag stimmen, aber im Fußball ist Qualität wichtiger als Quantität. Gleiches gilt für die Zweikämpfe. Die Bilanz soll sogar ausgeglichen gewesen sein. Auch das mag vielleicht so gewesen sein, gesehen hat man etwas völlig anderes. Und das geht gar nicht.

Dem SCP bleiben noch drei Spiele. In der Hinrunde gab es gegen Union, Gladbach und Frankfurt vier Punkte, doch das ist beim praktisch vollzogenen Abstieg nicht mehr wichtig. Der SCP muss auf der Zielgeraden vielmehr wieder als Einheit auftreten. Da sind alle gefordert. Die Spieler und auch der Trainer. Dann wäre es am Ende ein Abstieg mit Anstand. Nur darum geht es jetzt noch.

Kommentare

Klaus Müller  schrieb: 15.06.2020 12:34
Möglichst viel Erfahrung sammeln
Die Mannschaft ist zum einen dem Druck nicht gewachsen gewesen und zum anderen gibt es diese Leistungsschwankungen schon seit längerem. Das ist nunmal im Abstiegskampf so. Ob man die Saison jetzt gut oder schlecht zuende spielt sollte dabei egal sein. Im Fokus sollte jetzt stehen den Perspektivspielern möglicht viel Spielpraxis auf hohem Niveau an die Hand zu geben. Es war mutig von Baumgart einen Rumpf auflaufen zu lassen, das wurde zwar alles andere als belohnt, dennoch war es die richtige Entscheidung, obwohl Bremen die schwache Innenverteidigung komplett ausgenutzt hat. Rumpf war halt richtig nervös. Natürlich sollte auch der Einsatz des Teams stimmen.
Auf 1-2 Positionen sollten daher auch die letzten 3 Spiele Leute aus der 2. Reihe. Was nützen jetzt Spieler, von denen man sich in 2 Wochen eh verabschiedet?
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