Paderborns Perspektivspieler Jan-Luca Rumpf spielt zum ersten Mal in der Bundesliga
Traurige Premiere

Paderborn (WB/MR). Von der fünften in die erste Liga – den Weg, den Jan-Luca Rumpf gegangen ist, steht stellvertretend für das Konzept des SC Paderborn: Talente bei unterklassigen Vereinen entdecken, entwickeln, auf ein höheres Niveau heben und im Idealfall für eine entsprechende Ablösesumme wieder abgeben.

Montag, 15.06.2020, 06:00 Uhr
Fünf Gegentore zum Debüt: Jan-Luca Rumpf (rechts), hier im Kopfballduell mit Bremens Joshua Sargent Foto: dpa
Fünf Gegentore zum Debüt: Jan-Luca Rumpf (rechts), hier im Kopfballduell mit Bremens Joshua Sargent Foto: dpa

Paderborns Trainer Steffen Baumgart ist einer, der darüber nicht nur redet, er riskiert solche Einsätze auch. So wie am Samstag. Wenn auch gezwungenermaßen. Mit Luca Kilian (Aufbautraining), Sebastian Schonlau (Achillessehnenreizung) und Uwe Hünemeier (gesperrt) fehlten drei Stammkräfte für das Abwehrzentrum, deshalb fiel die Wahl auf Rumpf. Seinen Einstand könnte man als „durchwachsen“ bezeichnen, eine Mit-Schuld am Desaster trug der 20-Jährige aber nicht . Da waren andere gefordert, sicher nicht ein Spieler, der vor einem Jahr noch für die Sportfreunde Siegen in der Oberliga kickte.

„Wir waren von der Entscheidung überzeugt“, rechtfertigte Baumgart diese Personalie, die er zu Wochenbeginn nahezu ausgeschlossen hatte. Da tendierte der 48-Jährige zu Klaus Gjasula als zweite Säule neben Christian Strohdiek, entschied sich dann aber um: „In so eine Phase einer Meisterschaft reinzukommen, ist nicht einfach. Das wussten wir. Aber wenn man jungen Leuten eine Chance geben will, dann muss auch mal etwas wagen.“

Baumgarts Mut nicht belohnt

Baumgarts Mut wurde auch deshalb nicht belohnt, weil der SCP keinen Kader hat, der Ausfälle wie das beschriebene Innenverteidiger-Trio ersetzen kann. Hinzu kam, dass Rumpf ausgerechnet an dem Tag in eine SCP-Elf rutschte, die keine Einheit war. Phasenweise konnte einem der Perspektivspieler bei diesem Nachmittag zum Vergessen sogar leidtun, er selbst sah die 90 Minuten positiv. „In erster Linie ist man stolz, dass man das Vertrauen vom Trainer bekommen hat und endlich spielen darf. Natürlich ist man auch enttäuscht über das Ergebnis. Ich bin trotzdem zufrieden und froh, dass ich endlich mein erstens Bundesligaspiel machen durfte“, sagte der aus dem osthessischen Heringen stammende Jung-Profi in einer vom Verein verbreiteten Audio-Botschaft. Für ihn selbst habe sich sein erster Einsatz in der 1. Liga am Montag angedeutet, zwei Tage vor dem Spiel gab es erste Hinweise vom Trainer und am Freitag die endgültige Bestätigung: „Im ersten Moment war ich furchtbar aufgeregt und habe mir viele Gedanken gemacht. Aber dann freut man sich riesig.“

Die Freude wurde am Ende durch das 1:5 gegen Werder Bremen tief getrübt. Trotz der traurigen Premiere muss bei dem Sportmanagement-Studenten aber hängen bleiben, dass sein Einsatz eine Belohnung für engagiertes Training war. Deshalb wird eine neue Chance kommen – dann aber in der 2. Liga.

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