Paderborn geht gegen Werder Bremen mit 1:5 unter – Michel und Sabiri gesperrt
Das war gar nichts

Paderborn(WB). Es sollte ein Keller-Krimi werden. Ein Duell um die allerletzte Chance im eigentlich schon aussichtslosen Bundesliga-Abstiegskampf. Tatsächlich wurden die 90 Minuten gegen den Vorletzten Werder Bremen für den SC Paderborn zu einer Mischung aus Demütigung, Demontage und Blamage. Am Ende stand eine 1:5-Heimpleite gegen die schlechteste Offensive der 1. Liga. Das war gar nichts, SC Paderborn. Auch Trainer Steffen Baumgart rang später um die richtigen Worte. „Wir hatten heute keine Antworten auf nichts. Das war mit Abstand das schlechteste Spiel, seitdem ich hier das Traineramt übernommen habe.“

Montag, 15.06.2020, 00:46 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 05:02 Uhr
Und wieder ist einer drin: Christian Strohdiek und Klaus Gjasula schauen hinterher, Leopold Zingerle kommt nicht mehr ran. Foto: dpa
Und wieder ist einer drin: Christian Strohdiek und Klaus Gjasula schauen hinterher, Leopold Zingerle kommt nicht mehr ran. Foto: dpa

1:4 gegen Leverkusen, 1:5 gegen Schalke oder 1:6 gegen Dortmund – es ist ja nicht so, als ob der SCP nicht schon einige deftige Klatschen kassiert hätte, und doch ist das 1:5 gegen einen direkten Konkurrenten etwas anders: Der SCP war nicht nur phasenweise unterlegen, sondern über die gesamte Spielzeit. Das Team, das am Samstag nie als Einheit auftrat, war in allen Mannschaftsteilen schlecht. Baumgart selbst drückte sich später so aus: „Bremen hat uns heute gezeigt, was wir nicht können. Wir waren mit der gesamten Situation schlicht überfordert.“

SCP - Werder Bremen 1:5

1/26
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa
  • Foto: Friedemann Vogel/dpa

Werder machte sofort Druck: Nach einem Handspiel von Jamilu Collins hielt Leopold Zingerle noch den Handelfmeter von Milot Rashica (19.). Doch die an diesem Tag hoch motivierten Bremer ließen nicht nach, und hatten nach Toren von Davy Klaassen (20./39.) und Yuya Osako (34.) die Partie schon zur Pause entschieden. In Durchgang zwei legten Maximilian Eggestein (60.) und Niclas Füllkrug (90.+2.) noch nach. Für Letztgenannten war es sogar ein besonderer Moment: Erster Einsatz und erstes Tor nach einem Kreuzbandriss vor neun Monaten.

Doch das spielte aus Paderborner Sicht keine Rolle. Ebenso wenig das Tor des eingewechselten Hamid Sabiri (67.), der die Heimpleite zwischenzeitlich zumindest zahlenmäßig auf 1:4 aufhübschte. Trotz der schwachen Leistung hätten es sogar noch mehr Treffer sein können. Christian Strohdiek (34.), Sven Michel (51./54.) und in der Schlussphase erneut Sabiri (88.), Michel (89.) sowie Gerrit Holtmann (90.) kamen zu Abschlüssen. Aber alle waren nicht gut genug. Oder wie es Baumgart zusammenfasste: „Dieser ganze Auftritt war nicht Bundesliga und das waren auch nicht wir.“

Der Fußballlehrer gab am Samstag den Kampf um den Ligaerhalt auf, auch wenn der rechnerisch noch immer nicht besiegelt ist. „Darüber reden wir nicht mehr“, meinte Baumgart. Endgültig könnte es am Dienstag soweit sein, im Auswärtsspiel bei Union Berlin hilft nur noch ein Sieg. Personell muss der 48-Jährige dort erneut umstellen. Die zuletzt gesperrten Uwe Hünemeier und Streli Mamba rücken wieder in den Kader, diesmal müssen Sven Michel und Hamid Sabiri zusehen. Beide sahen ihre fünfte Gelbe Karte, Klaus Gjasula sogar Verwarnung Nummer 17. Damit ist er nun alleiniger Rekordhalter einer wenig attraktiven Statistik, hat nach 21 Jahren den Duisburger Tomasz Hajto verdrängt und es damit in die Geschichtsbücher geschafft.

Nicht als erster Paderborner. Der andere heißt Moritz Stoppelkamp und bleibt aus einem viel besseren Grund auf ewig in Erinnerung: Sein Tor aus 82 Metern Entfernung war der Siegtreffer gegen Hannover 96 und katapultierte den SCP vor bald sechs Jahren für einen Spieltag an die Spitze. Momente, auf die man an diesen Tagen gern zurückblickt.

Und noch etwas für Statistiker: Florian Kohfeldt verlor mit Bremen in Paderborn sogar schon mit 1:7. Das war in der Saison 17/18 und Werders Trainer betreute die Amateure. Am Ende stieg der SCP auf und Bremen ab. Dieser Gang blieb Kohfeldt damals erspart, da war er schon zum Chefcoach der Profis befördert worden.

Trainer-Talk an der Seitenlinie: Schiri Christian Dingert versucht hier Steffen Baumgart und Florian Kohfeldt zu beruhigen.

Trainer-Talk an der Seitenlinie: Schiri Christian Dingert versucht hier Steffen Baumgart und Florian Kohfeldt zu beruhigen. Foto: dpa

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7449968?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Ein Stück aus dem Tollhaus
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker