Kommentar zum Abstieg des SC Paderborn
Der SCP war nicht erstligareif

Ein Abstieg schmerzt, auch wenn er sich angekündigt hatte. 20 Punkte nach 32 Spieltagen, kein Heimsieg in diesem Jahr und insgesamt nur vier Dreier in der gesamten Saison – die Ausbeute ist mager. Und auch wenn der SCP krasser Außenseiter war, dieser zweite Erstligaabstieg innerhalb von fünf Jahren ist viel deutlicher ausgefallen, als sich das die Verantwortlichen vorgestellt hatten.

Dienstag, 16.06.2020, 22:55 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 23:00 Uhr
Paderborns Kai Pröger reagiert nach dem Spiel enttäuscht. Foto: dpa
Paderborns Kai Pröger reagiert nach dem Spiel enttäuscht. Foto: dpa

Dem SC Paderborn ist im vergangenen Jahr mit einer höchstens mittelmäßigen Zweitligamannschaft der Aufstieg gelungen. Ein überragender Teamgeist und die überraschend gute Entwicklung einzelner Spieler glich in der Saison 2018/2019 sehr schnell die Vorteile der finanzstärkeren Klubs aus. Dass die Aufstiegself dann durch die Abgänge von Philipp Klement oder Bernard Tekpetey (gemeinsam 26 Tore und 13 Vorbereitungen) geschwächt in die 1. Liga gehen musste, ist bekannt und war der größte Fehler. Der SCP war so nicht konkurrenzfähig, der Umstand konnte auch durch Zukäufe nicht mehr korrigiert werden.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Verein, Mannschaft und Trainerteam bundesweit unglaublich viele Sympathiepunkte gesammelt haben. Über weite Strecken dieser Spielzeit stand die Marke SCP für Mut, Moral, Leidenschaft. Dafür gab es zwar viel Lob, aber keine Punkte. Deshalb bleibt am Ende nur dieses Urteil: Der SC Paderborn war nicht erstligareif.

Erstklassig muss nun aber die Vorbereitung auf die 2. Liga sein. Denn sollte ein zweiter Absturz wie nach dem Abstieg 2015 folgen, wäre der Profifußball in Paderborn Geschichte.

Kommentare

Sbr_07  schrieb: 17.06.2020 14:27
Unfassbare Äußerung!!
Herr Wohlgemuth, diese Äußerung was so ungefähr das Gegenteil von einem Einstand nach Maß! Und es bestätigt meine Bauchschmerzen beim Rausschmiss von MP, dass da jetzt jemand auf dieser Position sitzt, der nichts mitbekommen hat von der nicht nur sportlichen, sondern auch emotionalen Achterbahnfahrt der letzten Jahre. Und auch nicht, was Baumgart uns in den letzten 3 Jahren zurückgegeben hat. Nicht nur sportlichen Erfolg, sondern ein Gesicht, eine Identifikation und Leidenschaft für diesen Verein. Ohne ihn wären wir nicht mal ein Jahr in der Bundesliga, in die er mit einem Himmelfahrtskommando geschickt wurde, gelandet.
Was wir jetzt brauchen, ist größtmögliche Stabilität bei vermutlich einigen Abgängen und damit uneingeschränkten Rückhalt für genau diesen Trainer, der den Verein nicht nur als Sprungbrett für größere Aufgaben sieht, sondern der Lust hat, an der Vision weiterhin mitzuarbeiten. Der den SCP als „sein Baby“ betitelt hat. Baumgart hat sich ohne viel Aufhebens zum SCP bekannt und dazu, mit ihm in die 2. Liga zu gehen. Wenn das vom Verein mit Füßen getreten wird, dann bin ich persönlich echt raus, denn das ist alles hausgemacht. Dafür sind mir dann meine Zeit, meine Nerven und mein Geld endgültig zu schade. Ich bin richtig sauer!
Klaus Müller  schrieb: 17.06.2020 11:45
Baumgart rules!
Es sollte tunlichst vermieden werden jetzt eine Trainerdiskussion auszumachen. Die Äußerung von Herrn Wohlgemuth war sein erster Fehler auf der Bühne des SCP. Natürlich kann man den Trainer kritisieren, der sicherlich nicht immer alles richtig gemacht hat. Für eine defensive Spielweise haben wir jedoch gar nicht den Kader gehabt und das möchte auch niemand sehen.
Aber seinen Posten JETZT in Frage zu stellen ist wohl ziemlich falsch. Damit würde man nicht nur die Spielidee in Frage stellen. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen besseren Trainer für den SCP als Steffen Baumgart, sowohl fussballerisch, als auch in der oftmals vom Sportdirektor unterschätzten Außenwirkung.
Wohlgemuth sollte erstmal beweisen, dass er überhaupt in der Lage ist unseren offensiven Fußball mit "guten" Spielern zu füllen, bevor ihn überhaupt jemand Ernst nehmen kann.
2 Kommentare
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