SC Paderborn noch zweimal auf der großen Bundesliga-Bühne
Kilian kehrt zurück

Paderborn (WB). Dass der SC Paderborn verdient abgestiegen ist, daran gibt es keinen Zweifel. Dass die Ostwestfalen dennoch stolz auf die vergangenen drei Jahre sind, ist ebenfalls verständlich. Nachdem der Klassenerhalt nun auch rechnerisch nicht mehr möglich ist, geht es einzig und allein um einen vernünftigen Abschied.

Samstag, 20.06.2020, 05:30 Uhr
Luca Kilian (hier gegen Leipzigs Timo Werner) steht nach fünf Monaten erstmals wieder im Paderborner Kader.   Foto: Thomas F. Starke
Luca Kilian (hier gegen Leipzigs Timo Werner) steht nach fünf Monaten erstmals wieder im Paderborner Kader.    Foto: Thomas F. Starke

Vor allem im letzten Saison-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag, 20. Juni (15.30 Uhr, Sky), bevor es zum Abschluss in einer Woche zu Eintracht Frankfurt geht.

„Wir spielen in der Bundesliga und bekommen noch zwei Möglichkeiten, uns dort zu beweisen. Das sollten wir tun“, sagt Trainer Steffen Baumgart, der nach zwei Aufstiegen in Folge seine erste schwere Phase beim SCP durchlebt. Für den Verein ist es die siebte Spielzeit in Folge, an deren Ende ein Aufstieg oder Abstieg steht.

Hinspiel Spiegelbild der Saison

Der letzte Auftritt in der Benteler-Arena hat dabei durchaus seinen Reiz, Motivationsprobleme sieht Baumgart nicht: „Borussia Mönchengladbach ist einer der größten Traditionsvereine, die es in Deutschland gibt, und hat zuletzt sehr gute Auftritte gehabt. Das ist eine Herkulesaufgabe, da muss ich eigentlich niemanden motivieren. Wenn doch, dann mache ich das gerne.“

Paderborn gegen Gladbach, das ist Absteiger gegen Champions- League-Kandidat, das ist auch Steffen Baumgart gegen Marco Rose, die während des gemeinsamen Lehrgangs zum Fußballlehrer vor fünf Jahren zu Freunden wurden. Das Hinspiel im Borussia-Park war aus Paderborner Sicht ein Spiegelbild der Saison.

„Heute hat man gesehen, dass es so nicht reicht, um in der Bundesliga Spiele zu gewinnen. Wir haben viele gute Möglichkeiten komplett weggeschmissen und wenn du solche Dinger nicht nutzt, dann brauchst du hier erst gar nicht hinzufahren“, schimpfte Baumgart nach der 0:2-Niederlage.

Vier Tage später gewann der SCP gegen Frankfurt 2:1 und schloss die Hinrunde mit zwölf Punkten ab. Dazu kamen bis heute nur noch acht magere Zähler und nur ein Sieg (in Freiburg). Seit 13 Partien wartet der SCP schon auf einen Dreier, schlechter ist nur der FC Schalke 04 mit 14 sieglosen Spielen am Stück. „Natürlich wollen wir gerade unser letztes Heimspiel gewinnen, aber dafür muss die Leistung stimmen. Wir müssen uns wehren, unseren Fußball spielen und uns offensiv besser durchsetzen als zuletzt“, sagt Baumgart.

Personalien

Personell gibt es Bekanntes, aber auch Überraschendes zu verkünden. In den Kader, aber wohl noch nicht in die Startelf, kehrt Luca Kilian zurück. „Er ist seit Montag gesundgeschrieben und trainiert voll mit“, sagt Baumgart. Der Innenverteidiger hatte sich im Abschlusstraining vor dem Spiel beim SC Freiburg Ende Januar eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und seitdem pausiert. Im März war er positiv auf Corona getestet worden.

Dauerkartenverkauf und neues Trikot im Juli

Noch läuft die aktuelle Spielzeit, doch die Saison 2020/2021 wirft bereits ihre Schatten voraus, obwohl noch niemand weiß, wann und wie sie losgeht. Die Urlaubszeit der Profis im Juli wird der SC Paderborn dazu nutzen, Formalitäten zu regeln. „Wir werden dann Einzelheiten zum Dauerkartenvorverkauf bekanntgeben, der Fanshop und die Geschäftsstelle in der Benteler-Arena werden wieder öffnen. Außerdem werden wir unser neues Heim- und Auswärtstrikot für die kommende Saison präsentieren“, sagte Geschäftsführer Martin Hornberger während der Pressekonferenz am Freitag. Der Vertrag mit Trikotsponsor Sunmaker (Wettportal) läuft noch bis 2021.

...

Sebastian Schonlau steht aufgrund seiner Achillessehnenbeschwerden auch gegen Gladbach nicht zur Verfügung, ebenso wie Sebastian Vasiliadis, der beim 0:1 am Dienstag bei Union Berlin seine zehnte Gelbe Karte sah und gesperrt ist. Dagegen sind Sven Michel und Abdelhamid Sabiri nach Gelbsperre zurück im Aufgebot. Hoffnung auf einen Einsatz gibt es auch wieder bei Kapitän Strohdiek, für den die Saison aufgrund eines in Berlin erlittenen Muskelfaserrisses im Oberschenkel eigentlich schon vorzeitig beendet war.

„Es hat sich positiv entwickelt, auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass er auflaufen kann“, sagt Baumgart. Bei Klaus Gjasula, der über Knieprobleme klagt, sieht es besser aus: „Wir werden das erst am Samstag entscheiden, aber ich gehe davon aus, dass Klaus dabei sein kann.“ Sollte Gjasula fit sein, wird er, wie schon An der Alten Försterei, Strohdiek in der Abwehr ersetzen. Ob das erneut in einer Dreier- oder in einer Viererkette sein wird, ließ Baumgart offen.

So könnten sie spielen

Paderborn: Zingerle - Hünemeier, Gjasula, Collins - Dräger, Holtmann - Ritter, Sabiri, Antwi-Adjei - Srbeny, Mamba

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Jantschke, Bensebaini - Kramer, Neuhaus - Herrmann, Stindl, Hofmann - Embolo

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