Paderborn verliert gegen Gladbach mit 1:3
Negativserie hält an

Paderborn (WB). 14. Spiel in Folge ohne Sieg. Die Negativserie von Bundesliga-Absteiger SC Paderborn hielt auch im letzten Saison-Heimspiel an. Das Schlusslicht unterlag in der Benteler-Arena Champions-League-Kandidat Borussia Mönchengladbach mit 1:3 (0:1).

Samstag, 20.06.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 13:56 Uhr
Paderborns Torwart Leopold Zingerle ärgert sich nach dem Gegentreffer zum 1:3 durch Gladbach. Foto: dpa
Paderborns Torwart Leopold Zingerle ärgert sich nach dem Gegentreffer zum 1:3 durch Gladbach. Foto: dpa

SCP-Trainer Steffen Baumgart veränderte seine Startelf gegenüber dem 0:1 am Dienstag bei Union Berlin gleich auf fünf Positionen. Streli Mamba, Ben Zolinski, Gerrit Holtmann, Kapitän Christian Strohdiek (verletzt) und Sebastian Vasiliadis (gesperrt) raus, der Ex-Gladbacher Sven Michel, Dennis Srbeny, Abdelhamid Sabiri, Mohamed Dräger und Antony Evans rein. Als 21. Paderborner machte sich Jan-Luca Rumpf warm, falls der angeschlagene Klaus Gjasula kurzfristig hätte passen müssen. Doch sein Knie hielt, Gjasula konnte auflaufen. Samuel Fridjonsson saß auf der Bank, Rifet Kapic stand gar nicht im Kader. Warum dieses Duo Erwähnung findet? Auf der Pressekonferenz am Freitag hatte Baumgart Fridjonsson und Kapic kritisiert. Angesprochen auf ihre Reservistenrollen und ihre Einsatzchancen am Samstag sagte der Coach: „Sie haben nicht das gezeigt, was wir uns vorgestellt haben. Sie sind leistungsmäßig hinten dran und haben deshalb bisher wenig bis gar nicht gespielt. Sie hatten in jedem Training die Chance, sich zu empfehlen. Danach stellen wir auf.“

0:1 nach nur vier Minuten

Die, die gegen Gladbach beginnen durften, sahen sich von Anfang an einem großen Druck der pressenden Gäste gegenüber. So verlor Paderborn die Bälle viel zu schnell, logische Konsequenz war ein früher Rückstand. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, da hieß es bereits 0:1. Torwart Leopold Zingerle konnte gegen Breel Embolo zunächst noch abwehren, beim Nachschuss von Patrick Herrmann war er aber machtlos. Auch der Rettungsversuch von Evans auf der Linie kam zu spät. Nur eine Minute später kam Gjasula nach einer Ecke von Evans zum Abschluss, zielte aber daneben.

Nach einer Viertelstunde fast das 0:2, doch Zingerle reagierte nach einem Freistoß von Jonas Hofmann glänzend und holte die Kugel aus dem Winkel. Neun Minuten später hatten die Gastgeber Glück, als Embolo nach einem Fehler von Marlon Ritter und Hofmann-Pass freistehend vergab. Das 0:2 schien nur eine Frage der Zeit, in der 29. Minute verfehlte Florian Neuhaus das Ziel nur um Zentimeter. Gladbach fehlte die letzte Konsequenz, sonst wäre die Partie wohl schon entschieden gewesen.

Saisonfinale gegen Eintracht Frankfurt

Nach dem Wechsel änderte sich nicht viel. Gladbach dominierte, hatte Chancen im Minutentakt, machte aber den Deckel noch nicht drauf. Herrmann scheiterte am Pfosten (47.), Embolo (48.) und Herrmann (49.) fanden ihren Meister in Zingerle. „Fünf Minuten sind gespielt und wir laufen nur hinterher. Wollen wir das Spiel gewinnen oder was?“, faltete Kapitän Uwe Hünemeier seine Mannschaft zusammen. Und das zeigte Wirkung, in der 54. Minute traf Michel nach Vorarbeit von Srbeny aus dem Nichts zum Ausgleich. Doch die Freude hielt nur eine Minute. Nach einem Foul von Hünemeier an Lars Stindl im Strafraum entschied Schiedsrichter Tobias Welz aus Wiesbaden auf Elfmeter und Stindl selbst verwandelte zur erneuten Führung des Teams vom Niederrhein.

In der 65. Minute schwächte sich der SCP dann selbst, nach einem Foul von Hünemeier an Embolo ließ Welz zunächst Vorteil laufen. Zingerle parierte gegen Embolo, doch im Nachhinein gab es noch Gelb-Rot für Hünemeier. Die erste Karte hatte er beim Verursachen des Elfers gesehen. So hieß es in den letzten 25 Minuten zehn gegen elf.Stindl sorgte in der 74. Minute mit seinem Doppelpack für die Entscheidung. Welz gab zunächst Abseits, erkannte den Treffer aber nach Videobeweis an.

Zum Saisonfinale ist der SC Paderborn am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ohne den gesperrten Hünemeier zu Gast bei Eintracht Frankfurt. „Hünes“ Platz könnte dann Luca Kilian einnehmen, der gegen Gladbach eingewechselt wurde und sein Comeback nach fünfmonatiger Verletzungspause feierte.

Trainerstimmen

Steffen Baumgart (SC Paderborn): Das war heute ein Spiegelbild der Saison. Die Idee war gut, aber die qualitative Umsetzung war wieder einmal nicht gegeben. Wir haben zu viele Fehler gemacht, der Gladbacher Sieg geht mehr als in Ordnung. Wir haben die wenigsten Punkte geholt, die meisten Tore bekommen und die wenigsten geschossen. Der Abstieg ist verdient, die Enttäuschung über die Saison riesengroß.

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): Wir wollten uns eine Ausgangsposition schaffen, die es uns am letzten Spieltag ermöglicht, das ganz große Ding zu schaffen. Das ist uns gelungen und somit bin ich über die drei Punkte sehr happy, zumal wir wussten, was hier auf uns zukommt. Ich bin sehr froh.

Die Statistik

SC Paderborn: Zingerle - Hünemeier, Gjasula, Collins - Dräger (87. Jans), Evans (64. Mamba), Ritter (87. Zolinski), Sabiri (87. Fridjonsson), Antwi-Adjei – Srbeny (75. Kilian), Michel

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Jantschke, Bensebaini (84. Wendt) - Kramer, Neuhaus – Herrmann (74. Traore), Stindl (74. Benes), Hofmann - Embolo (90. Müsel)

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Tore: 0:1 Herrmann (4.), 1:1 Michel (54.), 1:2 Stindl (55., Foulelfmeter), 1:3 Stindl (74.)

Gelbe Karten: Sabiri, Michel / Jantschke, Bensebaini

Gelb-Rote Karte: Hünemeier (65.)

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