Warum Paderborns Trainer unbedingt Uwe Hünemeier halten wollte
Der Musterprofi

Paderborn (WB/MR). Viel zu langsam für die 1. Liga: Es gab nicht wenige im Umfeld des SC Paderborn, die Uwe Hünemeier vor dieser Saison nicht einmal die 16 absolvierten Einsätze zugetraut hätten. In der Statistik des 34-jährigen Innenverteidigers stehen am Ende dieser Serie immerhin 1208 durchweg solide Bundesliga-Minuten.

Montag, 29.06.2020, 05:00 Uhr
Daumen hoch: Uwe Hünemeier will mindestens noch ein Jahr als Profi auf hohem Niveau weiterspielen. Foto: Oliver Schwabe
Daumen hoch: Uwe Hünemeier will mindestens noch ein Jahr als Profi auf hohem Niveau weiterspielen. Foto: Oliver Schwabe

Am Freitag gab der Verein sogar die Vertragsverlängerung mit dem gebürtigen Rietberger bekannt . „Er ist auch sehr wichtig für die Hierarchie im Team“, begründete Manager Fabian Wohlgemuth die Weiterbeschäftigung von Hünemeier. Trainer Steffen Baumgart wurde da am Sonntag noch sehr viel deutlicher: „Typen wie Hüne wünscht sich jeder Trainer. Sie geben immer Gas und gehen immer ans Limit. Im Fußball wird ganz viel über den Charakter entschieden, Uwe ist deshalb für mich sogar ein Musterprofi.“ Kapitän Christian Strohdiek, den scheidenden Ben Zolinski und Sven Michel (fünf Saisontore) zählt Baumgart noch zu dieser Kategorie. In welcher Rolle er den Routinier in der 2. Liga sieht, beschrieb er so: „Uwe wird der Mannschaft auf allen Ebenen immer helfen können. Dabei ist es völlig egal, ober er spielt oder nicht.“

Für den so hoch Gelobten stand es ohnehin außer Frage, dass er noch mindestens ein Jahr als Profi weiterspielt. Er sei fit, motiviert und fühle sich gerade nach dem verfehlten Klassenziel besonders gefordert: „Auch wenn die Jungs jetzt fast zwölf Monate in der Bundesliga gespielt haben, sind ganz viele bei uns im Kader auf diesem Level erst seit ein, zwei Jahren unterwegs. Da kann ein bisschen mehr Erfahrung nicht schaden, und die kann ich beisteuern.“

Die Zeit nach der aktiven Karriere

Parallel dazu denkt der zweifache Familienvater auch über die Zeit nach dem Spiel mit dem Ball nach. Auf der Managerebene sehe er sich nicht, langfristig würde er aber gerne als Trainer arbeiten. Weil Hünemeier aber keine halben Sachen mag, sei das Thema zunächst vom Tisch: „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Niemand kann im Moment verlässlich voraussehen, wie die Corona-Krise unseren Sport weiter belastet. Deshalb erfülle ich zunächst zu 100 Prozent meinen Vertrag.“

Hünemeiers Ziel ist es, den SCP in der 2. Liga zu etablieren. Genau das misslang vor fünf Jahren gründlich. Damals rauschte der SCP im Eilzugtempo von der 1. bis in die 4. Liga durch. Allerdings zu einem großen Teil ohne Hünemeier. Drei Wochen nach Saisonstart verließ der Kapitän am 11. August 2015 Paderborn und wechselte zum englischen Zweitligisten Brighton & Hove Albion. Die Ostwestfalen kassierten zwar 2,5 Millionen Euro, Hünemeier war aber bereits Abgang Nummer zwölf und der neue Kader damit nicht mehr wettbewerbsfähig.

Das wollen sie in Paderborn diesmal besser machen. „Wir verpflichten entwicklungsfähige Spieler und schauen uns deshalb bereits seit einigen Wochen den Transfermarkt sehr intensiv an“, sagt Wohlgemuth. Wobei das Alter bei der Auswahl nicht die wichtigste Rolle spielt. „Wir brauchen auch Stabilität“, ergänzt Wohlgemuth noch. Und dafür steht Uwe Hünemeier.

Kommentare

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7472163?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Hoffnung auf Ende des Lockdowns
Ein Ortsschild der Stadt Gütersloh. Die Corona-Zahlen im Kreis sind rückläufig. Es gibt Hoffnung auf ein Ende des Lockdowns am Dienstag. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker