Erst 0:3, dann 2:3: Absteiger Paderborn punktet zum Abschluss auch in Frankfurt nicht
Das tat noch mal weh

Frankfurt (WB). Seit Samstag um genau 17.21 Uhr ist die Fußball-Bundesliga für den SC Paderborn wieder Geschichte. Auch wenn der Abstieg bereits seit Mitte Juni feststand, reagierte Trainer Steffen Baumgart nach dem 2:3 bei Eintracht Frankfurt noch einmal sehr angefasst: „Das ist ein sehr trauriger Moment. An einen Abstieg werde ich mich sowieso nie gewöhnen, da kann ich noch soviel Zeit haben. Und so etwas wie in dieser Saison möchte ich ohnehin nicht mehr erleben.“

Montag, 29.06.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 07:34 Uhr
Jammer und Jubel: Hamid Sabiri liegt verletzt am Boden, Sebastian Rode freut sich über sein Tor zur frühen 1:0-Führung. Foto: dpa
Jammer und Jubel: Hamid Sabiri liegt verletzt am Boden, Sebastian Rode freut sich über sein Tor zur frühen 1:0-Führung. Foto: dpa

Wobei dem 48-Jährigen das verpasste Klassenziel nicht so sehr zu schaffen macht wie die Gesamtbilanz. 20 Punkte, schlechteste Abwehr und 15 Spiele in Serie ohne einen Sieg – diese Aneinanderreihung von Fakten machten Paderborns Abstieg zu einem Abschied, den man auch als Desaster bezeichnen muss. Baumgart: „Das ärgert mich noch mehr als alles andere. Aus dieser ganzen Geschichte werde ich für mich auch nicht so einfach herauskommen.“

Kreis schließt sich

Die insgesamt 22. Saisonniederlage hätte man als Blaupause für Paderborns Pleitenserie der gesamten Spielzeit nehmen können. Erst schenkte die Mannschaft leichtfertig weil unkonzentriert die Gegentore her, zeigte nach einem 0:3-Rückstand aber noch einmal Moral, holte auf und belohnte sich am Ende doch wieder nicht. Baumgarts bittere Bilanz nach den vorerst letzten 90 Erstliga-Minuten fiel in Hessen deshalb so aus: „Zur Bundesliga gehört mehr als nur kämpfen, ackern und rennen.“

Dazu zählen eben auch individuelle Klasse und Effizienz. Paderborn hatte beides von Spieltag eins an nicht. Und so schloss sich am Samstag auch ein Kreis: Der direkte Weg zurück in die 2. Liga begann mit einem 2:3 in Leverkusen und endete an Spieltag 34 mit dem gleichen Ergebnis bei der Eintracht.

Auch da machte die Mannschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten über weite Strecken vieles ganz ordentlich, am Ende war der SCP aber nicht gut genug – eben wie so oft in dieser Spielzeit. Sven Michel fasste es so zusammen: „Wir haben oft an Punkten geschnuppert, leider hat es oft nicht gereicht. Das hat uns am Ende das Genick gebrochen.“

„Haben es dem Gegner zu einfach gemacht“

Die Führung der Gastgeber fiel bereits in Minute neun. Im SCP-Strafraum fehlte die Abstimmung, beim Abwehrversuch rauschten folgerichtig Hamid Sabiri und Laurent Jans mit den Köpfen zusammen, und Sebastian Rode musste nur noch ins Tor treffen.

Das 2:0 der Frankfurter (33.) war zumindest sehenswert: Danny da Costa und Daichi Kamada kombinierten sich – allerdings ohne nennenswerte Gegenwehr – durch den Paderborner Strafraum, am Ende brauchte der mitgelaufene André Silva den Ball aus drei Metern nur noch einzuschieben. „Da haben wir es dem Gegner zweimal viel zu einfach gemacht“, bemängelte Christopher Antwi-Adjei. Wie so oft in dieser Saison, mag man hier hinzufügen.

Es kam aber noch schlimmer: Sieben Minuten nach der Pause erhöhte Bas Dost nach Vorarbeit von Dominik Kohr auf 3:0. Paderborn drohte der Abschuss zum Abschluss.

Drei Tore, aber nur zwei zählen

Das Team stand aber auch diesmal wieder auf. Mohamed Dräger (55./Zuspiel Marlon Ritter) verkürzte mit seinem ersten Bundesligator auf 1:3. Ein Zolinski-Zuspiel machte in Minute 75 den Weg für Sven Michel frei, der mit Saisontor Nummer fünf auf 2:3 stellte.

In der Nachspielzeit traf Laurent Jans sogar noch zum 3:3, der Treffer zählte aber nicht, Ben Zolinski stand im Abseits. Knappe Entscheidung, aber korrekt. Oft nah dran, am Ende aber doch zu weit weg von Punkten – auch das passte zum SCP.

Wie geht es nun weiter? „In der 2. Liga“, antwortete Michel. In welche Richtung die Frage zielte, wusste natürlich auch der Torschütze und stellte sich fast schon demonstrativ vor seinen Trainer: „Ohne Steffen Baumgart wären wir nie hier hingekommen.  Wir als Mannschaft und Verein brauchen diesen positiven Menschen.“ Wobei Michel das Wort „positiv“ zunächst streichen kann. Bis Baumgart diese Saison auch für sich verarbeitet hat, wird noch ein bisschen Zeit vergehen.

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