Paderborns Leihgabe auf den Spuren von Dräger
Okoroji bläst zur Attacke

Paderborn (WB). Keiner beim SC Paderborn ist so international wie er. Geboren in München, Mutter Engländerin, Vater Nigerianer: Neuzugang Chima Okoroji hat zwar immer nur in Deutschland gelebt und gespielt, besitzt aber gleich drei Staatsbürgerschaften. Und hat zwei Vereine. Seit 2016 steht er beim SC Freiburg unter Vertrag, wurde aber nach einem Jahr beim SSV Jahn Regensburg nun für eine weitere Spielzeit an den SCP ausgeliehen.

Mittwoch, 19.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 05:05 Uhr
Ball und Stammplatz im Blick: Leihgabe Chima Okoroji hat beim SC Paderborn einiges vor. Foto: Oliver Schwabe
Ball und Stammplatz im Blick: Leihgabe Chima Okoroji hat beim SC Paderborn einiges vor. Foto: Oliver Schwabe

„Mohamed Dräger hat mir viel Positives berichtet“

Damit wandelt Okoroji auf den Spuren eines gewissen Mohamed Dräger. Der kam 2018 ebenfalls auf Leihbasis aus Freiburg, und für ihn war der Schritt vom Schwarzwald nach Ostwestfalen ein Glücksfall. Der Rechtsverteidiger wurde sofort zum Stammspieler, stieg in die Bundesliga und zum Nationalspieler von Tunesien auf. Logisch, dass er Okoroji – beide spielten einst gemeinsam für die U21 des SCF – bei einem zufälligen Treffen in Freiburg nur Gutes vom SCP zu erzählen hatte. „Er hat mir viel Positives berichtet, das hat meine Entscheidung durchaus beeinflusst“, sagt Okoroji. Eines wusste er, der bei Bayern München in der Jugend groß wurde und dort Trainer wie Heiko Herrlich und Heiko Vogel hatte, aber schon vorher: „Mit Paderborn habe ich einen Verein gefunden, bei dem ich mich als junger Spieler super weiterentwickeln kann. In meinem Alter musst du einfach spielen. Daher war der SCP für mich von Anfang an ein interessanter Verein und ich habe auch nicht lange überlegt.“

Es soll eine mehrfache Win-win-Situation sein. Für den SCP, der einen Zweitliga-erfahrenen Akteur bekommt; für Freiburg, weil der Spieler (zwei Bundesliga-Einsätze) durch den Wechsel mehr Spielpraxis sammeln soll; und für Okoroji selbst, der sich auf hohem Niveau weiterentwickeln möchte. Er weiß mit Leihen umzugehen, stand in der abgelaufenen Saison in allen 34 Punktspielen für Regensburg auf dem Platz.

Was wird aus Jamilu Collins?

In Paderborn steht allerdings jemand vor ihm, der in den vergangenen drei Jahren hinten links gesetzt war: Jamilu Collins . „Ich wusste natürlich, dass er da ist, aber ich wusste auch, dass es möglich ist, dass er den Verein noch verlässt. Ich verstehe mich super mit ihm, wir mögen uns. Auch wenn wir Konkurrenten sind. Alles andere werden wir sehen, ich kann auch offensiv spielen“, sagt Okoroji selbstbewusst.

Trainer Steffen Baumgart kommentiert die Position links in der Viererkette so: „Um auf dieser Position gut aufgestellt zu sein, brauchen wir jemanden wie Chima. Er ist entwicklungsfähig und möchte bei uns den nächsten Schritt machen. Dabei geht es gar nicht darum, ob Jamilu uns noch verlässt oder nicht. Er hat fast alle Spiele gemacht, so dass wir, auch wenn er bleibt, dringend eine Alternative brauchten.“

Die heißt Okoroji und verfügt über reichlich Zweitliga-Erfahrung. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“, sagt er und fügt hinzu: „Hamburg, Hannover und Nürnberg sind große Namen. Aber wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken. Wir werden zur Attacke blasen.“

Das Trainingslager, bei dem er sich ein Zimmer mit Jesse Tugben­yo teilt, genießt er: „Es ist alles top und sehr angenehm. Wir sind hier den ganzen Tag zusammen und unternehmen auch abends viel miteinander.“

Wechsel nach Köln? Baumgart plant weiter mit Mamba

Und noch eine Personalie beschäftigt den SCP: Das Interesse des 1. FC Köln ist verbrieft, laut „Bild“ will der Bundesligist den Transfer von Paderborns Streli Mamba möglichst noch vor dem an diesem Donnerstag beginnenden Trainingslager in Donaueschingen über die Bühne bringen. Doch Paderborns Trainer Steffen Baumgart hat seinen schnellen Stürmer längst nicht abgeschrieben. „Ich plane weiter mit ihm“, sagte Baumgart am Dienstag gegenüber dieser Zeitung. Mamba trainiere gut, teilte der Coach aus dem Trainingslager in Österreich mit und lobte den 26-Jährigen: „Wenn er seine Aufgaben erledigt, ist er ein sehr guter Stürmer, der in der 2. Liga für zehn bis 15 Tore gut ist. Eine Angriffsreihe mit ihm, Sven Michel und Dennis Srbeny ist in dieser Liga nicht so schlecht.“

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