SCP: Platzt Mambas Wechsel? – Trainingslager kostet nur die Hälfte
Es geht ums Geld

Paderborn (WB). Ist der Transfer von Streli Mamba zum 1. FC Köln bereits geplatzt? Fakt ist, dass der 26-jährige Stürmer und der SC Paderborn seit vergangener Woche ein Angebot des Erstligisten vorliegen haben. Allerdings sind beide Seiten nach einem kurzen Austausch der finanziellen Rahmenbedingungen seit Tagen keinen Schritt vorangekommen .

Donnerstag, 20.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 20.08.2020, 05:02 Uhr
Sie handelten das Trainingslager in Kärnten aus: SCP-Manager Fabian Wohlgemuth (rechts) und Georg Overs, Geschäftsführer von Villach-Tourismus. Foto: Simon Zengerling/SCP
Sie handelten das Trainingslager in Kärnten aus: SCP-Manager Fabian Wohlgemuth (rechts) und Georg Overs, Geschäftsführer von Villach-Tourismus. Foto: Simon Zengerling/SCP

Paderborns Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth zeigte sich gestern sehr zugeknöpft, wollte sich konkret gar nicht äußern und meinte nur: „Das Einfallstor für Spekulationen ist in dieser Phase besonders groß. Streli Mamba steht unter Vertrag und spielt in unserem sportlichen Konzept eine wichtige Rolle.“

Dass die Kölner auch nach dem Wechsel von Simon Terodde zum Hamburger SV mit Jhon Cordoba und Anthony Modeste noch immer zwei ähnliche Stürmertypen im Kader haben und auf der Suche nach einem schnellen und wendigen Angreifer zu einem relativ günstigen Kurs in Paderborn fündig geworden sind, ist unstrittig. Das Angebot der Domstädter, die wegen der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten (angebliches Minus: 25 Millionen Euro) stecken, soll bislang aber weit unter einer Million Euro liegen. Mambas Marktwert wird dagegen aktuell auf etwa 1,6 Millionen Euro beziffert. Es geht also nur noch ums Geld – und hier scheint der SCP besser aufgestellt zu sein als viele vergleichbare Vereine. „Ich kann unserem Wirtschaftsrat nur ein großes Kompliment machen. Wir haben uns in der vergangenen Saison trotz der Corona-Krise wirtschaftlich ein Stück unabhängiger gemacht“, sagte Wohlgemuth und meinte damit den kompletten Schuldenabbau. Außerdem dürfte der SCP mit dem Transfer von Luca Kilian (für drei Millionen Euro zum FSV Mainz 05) finanziell zusätzlichen Spielraum haben. Daher gilt: Ein Wechsel Mambas ist noch nicht vom Tisch, die Konditionen bestimmen aber die Paderborner.

Zunächst Kosten von etwa 80.000 Euro eingeplant

Stichwort Finanzen: Die Folgen der Corona-Krise hat auch die Kosten für ein Trainingslager spürbar reduziert. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen hätte dem SCP die eine Woche im Villacher Wellnesshotel Karawankenhof (vier Sterne) inklusive Hin- und Rückflug etwa 80.000 Euro gekostet. Für das fast 40-köpfige SCP-Aufgebot zahlt der Verein nun weniger als die Hälfte. Wohlgemuth bestätigte diese Zahlen nicht, ließ aber durchblicken, dass die Sportberatungsagentur Match IQ und die Tourismus GmbH in Villach mithalfen: „Wir haben mit unseren Partnern eine wirtschaftlich unseren Rahmenvorgaben entsprechende Regelung gefunden.“ Wobei der 41-Jährige den Wert des Trainingslagers sehr hoch einschätzt: „Ein Abstieg ist nichts Alltägliches, die vergangene Saison hat Spuren hinterlassen. Wir wollen mit diesem Trainingslager auch wieder ein bisschen zur Normalität zurückzukehren.“

Vor der angestrebten Rückkehr zum normalen Spielbetrieb stehen aber noch viele Hürden: Der Klub gab gestern bekannt, auf den Verkauf von Dauerkarten zu verzichten. Die angestammten Plätze bleiben allerdings für die Spielzeit 2021/22 reserviert. Im Falle der Teil-Wiederzulassung von Besuchern wird der SCP seinen Karten-Kunden ein Vorkaufsrecht für die Heimspiele in der 2. Liga und im DFB-Pokal einräumen.

Kommentare

Klaus Müller  schrieb: 20.08.2020 08:58
Streli hat noch 2 Jahre Vertrag!
Man sollte ihn auf gar keinen Fall unter Wert verkaufen. Immerhin hat er noch 2 Jahre seinen Vertrag beim SCP zu erfüllen, da ist der Marktwert als Ablöse wohl eher das absolute Minimum, auch in Corona-Zeiten.

Ich würde Streli allerdings auch gerne mal in Liga 2 bei uns erleben. Ich denke, er ist eigentlich eher ein Stürmer, der seine Schnelligkeit in Liga 2 perfekt ausspielen kann. Hauptproblem in Liga 1 war allerdings seine Chancenverwertung und der fehlende Pass bzw. die Passqualität von einem Spielmacher im offensiven Mittelfeld, wo er ja nichts für kann. Könnte daher gut sein, dass er bei Köln richtig einschlägt, wenn er gut bedient wird. Allerdings wird er bei einer körperlich robusten Defensive meistens komplett aus dem Spiel genommen.
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