Paderborns neuer Außenstürmer geht auch mal Umwege
Chris Führichs nächster Anlauf

Paderborn (WB). Schalke 04, VfL Bochum, RW Oberhausen, 1. FC Köln oder Borussia Dortmund – die Stationen von Chris Führich haben viel Klang. Für einen erst 22-Jährigen ist die Zahl der Wechsel dennoch eher ungewöhnlich. Paderborns Neuzugang hat aber eine gute Begründung: „Ich wollte vorankommen und mich weiterentwickeln. Deshalb habe ich immer nach Vereinen gesucht, die mich unterstützen.“

Freitag, 21.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 11:54 Uhr
Chris Führich am Ball: Paderborns Leihgabe braucht Spielpraxis. Foto: Schwabe
Chris Führich am Ball: Paderborns Leihgabe braucht Spielpraxis. Foto: Schwabe

„Ich bin ein Spätzünder“

Dass seine Wahl vergangene Woche auf den Erstliga-Absteiger aus Ostwestfalen fiel, war deshalb wohlüberlegt. Entscheidend waren diesmal die sehr offensive Spielidee der Paderborner und ein Treffen mit Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth. „Ich bin ein Spätzünder, war körperlich oft unterlegen und habe auch mal einen Schritt zurück gesetzt, um vorwärts zu kommen. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich mich auf hohem Niveau behaupten kann“, sagt Führich.

So weit war er schon einmal. Im Dezember 2017 feierte er im Trikot des 1. FC Köln gegen Bayern München (0:1) sein Bundesliga-Debüt, eine Woche später stand er gegen den VfL Wolfsburg (1:0) sogar in der Startelf von Interimstrainer Stefan Ruthenbeck. Doch das war’s. Führichs Urteil ist dennoch positiv: „Ich habe damals ehrlicherweise auch vom Verletzungspech profitiert. Deshalb bin ich dankbar, dass ich in die 1. Liga reinschnuppern durfte.“

Geboren in Castrop-Rauxel

Danach ging er einen der erwähnten Umwege und versuchte in der U21 von Borussia Dortmund (Regionalliga) einen Neuanfang. Ein Schritt, der erst weh tat, aber den der gebürtige Castrop-Rauxeler nicht bereut. Bis zur Corona-Pandemie war er in 24 von 25 Spielen dabei, schoss acht Tore und bereitete sechs weitere vor. Eine Bilanz, die dem SCP nicht verborgen blieb. Wohlgemuth, der schon aus finanziellen Gründen in unteren Ligen nach Talenten sucht, sah den Offensiv-Allrounder und lieh den Dribbler mit viel Zug zum Tor zunächst für ein Jahr vom BVB aus. Vom Potenzial scheint Wohlgemuth aber schon jetzt überzeugt zu sein: „Chris passt optimal zu unserer Spielweise und bringt wertvolle Erfahrung im Männerbereich mit nach Paderborn. Er ist technisch stark und wendig, so dass er auch enge Räume gut auflösen kann.“

Wichtigster Ansprechpartner ist aber Steffen Baumgart. Paderborns Trainer, bekannt für eine klare Kante, scheint bereits Gefallen am Außenstürmer gefunden zu haben: „Er ist wieder ein anderer Typ, der uns auf der linken Außenbahn noch variabler machen kann.“ Wobei Baumgart auch um Geduld bittet: „Chris hatte wegen der Corona-Krise seit März kaum noch Einsätze. Ihm fehlt noch viel Spielpraxis.“

Verein hat eine Kaufoption

Da hat der Abiturient einiges aufzuholen. Im ersten Test gegen den KFC Uerdingen (2:1) gelang noch nicht viel, gegen Austria Klagenfurt (1:1) lief es schon etwas runder. Führichs Ansprüchen genügt das aber nicht: „Ich will in jedem Spiel das Maximum erreichen, dafür schmeiße ich alles rein. Wofür das reicht, werden sehen. Aber eins habe ich schon gemerkt: Unsere Mannschaft ist sehr ehrgeizig. Da wächst was Gutes zusammen.“

Welche Rolle Führich dabei einnimmt, hängt in erster Linie von ihm selbst ab. Der SC Paderborn hat sich eine Kaufoption gesichert und damit für Führich zumindest die Voraussetzung geschaffen, um auch mal etwas länger zu bleiben.

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