SC Paderborn lehnte aber 1,2 Millionen Euro Ablöse ab
Mamba mit Köln einig

Paderborn (WB). Streli Mamba und der SC Paderborn – diese Verbindung besteht erst seit 14 Monaten und scheint bereits jetzt am Ende zu sein. Der 1. FC Köln ist sich mit dem 26-Jährigen über einen Drei-Jahres-Vertrag einig. Einziges Hindernis: Die beiden Klubs sind sich bei der Ablöse noch nicht so wirklich näher gekommen.  Mamba steht beim SCP bis 30. Juni 2022 unter Vertrag.

Montag, 24.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 07:08 Uhr
Sein Abschied aus Paderborn scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein: Streli Mamba wird wohl zum 1. FC Köln wechseln. Foto: dpa
Sein Abschied aus Paderborn scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein: Streli Mamba wird wohl zum 1. FC Köln wechseln. Foto: dpa

Am Samstag, nach Kölns 2:1-Testspielsieg gegen Union Berlin in Friedrichshafen, plauderte Kölns Geschäftsführer Horst Heldt einige Details aus. So soll er den Ostwestfalen zunächst angeboten haben, Mamba für ein Jahr auszuleihen. „Das stieß komplett auf taube Ohren“, erzählte Heldt. In einer zweiten Verhandlungsrunde will der Ex-Profi dem SCP ein Kaufangebot über angeblich 1,2 Millionen Euro unterbreitet haben. „Auch hier gab es eine Absage. Aus Paderborner Sicht ist unser Angebot zu gering, aus unserer Sicht ein guter Preis. Dazwischen bewegen wir uns jetzt. Wir bleiben aber in Gesprächen.“

Trainer Steffen Baumgart hatte entsprechende Meldungen auch gelesen und reagierte auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage erstaunt: „Ich finde die Reihenfolge interessant. Dass der SC Paderborn immer gesprächsbereit ist, sollte bekannt sein. Deshalb sollten sich doch vielleicht erst mal die beiden Vereine vernünftig unterhalten und einigen.“ Weiter wollte der 48-Jährige den Poker um seine schnelle Spitze (24 Erstliga-Einsätze, fünf Treffer) nicht kommentieren, der Coach fügte nur noch hinzu: „Wenn sich Streli mit Köln einig ist, super. Wenn wir uns auch noch einigen, wäre das noch schöner. Dann hätten nämlich alle etwas davon und ich gratuliere dem FC dann zu einem super Stürmer.“

Der ist allerdings im Moment angeschlagen. Mamba fehlte am Samstag bei der 0:2-Niederlage des SCP gegen Mönchengladbach wegen „leichter muskulärer ­Probleme“ im Oberschenkel. „Das ist tatsächlich so und kein Ablenkungsmanöver“, versicherte Baumgart. Mamba habe sich die Verletzung am Mittwoch im Testspiel gegen Austria Klagenfurt (1:1) bei einem Sprint zugezogen und sei danach komplett aus dem Training ausgestiegen. Nach einer Ul­traschalluntersuchung am Samstag gab es eine erste Entwarnung, am heutigen Montag soll eine Kernspintomografie (MRT) folgen. „Es ist nichts Strukturelles, aber wir wollen ganz sicher gehen“, sagte Baumgart.

200.000 Euro pro Heimspiel fehlen

Paderborns Manager Fabian Wohlgemuth war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 41-Jährige hatte aber bereits vergangene Woche eher wortkarg auf das Thema „Mamba/Köln“ reagiert, von Spekulationen gesprochen und gesagt: „Streli Mamba steht unter Vertrag und spielt in unserem sportlichen Konzept eine wichtige Rolle.“

Wie übrigens auch Leopold Zingerle, Sebastian Schonlau, Jamilu Collins, Sebastian Vasiliadis, Christopher Antwi-Adjei und Sven Michel. Alle sechs Profis eint, dass ihre Verträge in zehn Monaten auslaufen und sie den SC Paderborn ablösefrei verlassen könnten. Keine leichte Aufgabe für Wohlgemuth, der angesichts der Corona-Pandemie auch im August 2020 noch nicht verlässlich sagen kann, wie sich diese Krise auf den Paderborner Profifußball finanziell auswirken wird. Dass auch in den kommenden Wochen keine Spiele mit Zuschauern stattfinden können, ist aber schon sicher. Damit fehlen dem SCP pro Heimspiel mindestens 200.000 Euro und daher ist auch das Thema „Gehaltsverzicht“ noch nicht vom Tisch. „Aktuell wird das bei uns nicht diskutiert, aber das kann noch werden“, sagte der Geschäftsführer Sport. Auf der anderen Seite würden vorzeitige Vertragsverlängerungen mit Spielern das Budget zusätzlich belasten. Angesprochen auf die vielen ungeklärten Vertragsituationen (auch Uwe Hünemeier, Christian Strohdiek, Marlon Ritter und Ron Schallenberg könnten im Sommer 2021 gehen) deutete Wohlgemuth die schwierige Phase an: „Wir sind ständig mit unseren Spielern im Austausch. Insbesondere mit denen, die nur noch ein Jahr Vertrag haben. Aber es sind mehrere Parteien am Tisch und wir sitzen nicht immer am längsten Hebel.“ Wobei der gebürtige Berliner auch Optimismus verbreitet: „Wir werden nicht nur stabil durch dieses Jahr kommen, sondern auch durch die folgende Saison.“

Da helfen auch Spielerverkäufe. Der Wechsel von Luca Kilian (für 3 Millionen Euro zum FSV Mainz) war nur der Anfang, denn erst am 5. Oktober ist Transferschluss. Und bis dahin sollten sich auch der 1. FC Köln und der SC Paderborn geeinigt haben.

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