Warum der SC Paderborn den 31-jährigen Marcel Correia verpflichtet hat
Beim SCP sind zu wenig Leitwölfe im Team

Paderborn (WB). Führungsspieler kann man als Trainer nicht bestimmen, in diese Rolle muss man reinwachsen. So, wie Kapitän Christian Strohdiek oder Uwe Hünemeier. „Wir haben aber auch ein paar verloren und deshalb nachgebessert“, sagt Trainer Steffen Baumgart und nennt damit schon mal einen Grund, warum er sich für Marcel Correia als sechsten Neuzugang entschied.

Dienstag, 25.08.2020, 02:00 Uhr
Als 31-Jähriger bringt er viel Erfahrung mit: Marcel Correia soll beim SCP auch Führungsaufgaben übernehmen. Foto: imago
Als 31-Jähriger bringt er viel Erfahrung mit: Marcel Correia soll beim SCP auch Führungsaufgaben übernehmen. Foto: imago

Ein 20-jähriges Talent wie Luca Kilian geht, und den Platz im Abwehrzentrum nimmt ein 31-Jähriger vom SSV Jahn Regensburg ein – diese Personalie überraschte, weil sie so gar nicht ins „Beuteschema“ von Baumgart passte. Der holte bislang vorzugsweise junge Leute aus unteren Ligen, bildete sie aus und stieg auf. Von der 3. Liga bis ins Fußball-Oberhaus.

Eine Liga tiefer will der 48-Jährige von seinem Weg zwar nicht abrücken, sagt aber auch: „In jedem Team muss auch die Balance passen. Mit Klaus Gjasula oder Michael Ratajczak haben wir dieses Jahr zwei verloren, die auch den Ton mit vorgegeben haben. Darauf haben wir reagiert.“ Und genau in dieser Rolle sieht sich auch Correia: „Wir Älteren müssen den jungen Spielern ein bisschen Halt geben.“

SCP-Fußball hat Correia beeindruckt

19 Einsätze in der 1. Liga, 165 Spiele in Liga zwei und mit Eintracht Braunschweig in die 1. Liga aufgestiegen – so liest sich die Vita von Correia. Das passt ins Anforderungsprofil und doch war es Zufall, dass der Portugiese in Paderborn seine Laufbahn fortsetzt. „Ich wollte Regensburg eigentlich verlassen, um wieder näher bei meiner Familie zu sein“, sagt Correia. Die lebt in der Pfalz, genauer gesagt in seiner Geburtsstadt Kaiserslautern. Doch dann kam der SCP und Correia dachte um.

Der mutige Fußball des Aufsteigers habe ihn schon in der Bundesliga beeindruckt, nach Gesprächen mit dem Trainer wurde daraus eine tiefe Überzeugung: „Steffen Baumgart ist ein Original. Er sieht den Fußball noch mal anders, ist in seinem Handeln authentisch und mischt die ernsthafte Trainingsarbeit mit der nötigen Lockerheit. Das wirkt alles sehr erfrischend, und seine 100-prozentige Überzeugung von dem, was er tut, färbt auch auf die Mannschaft ab.“

„Werden mit den hinteren Plätzen nichts zu tun haben“

Wo das den SCP sportlich hinführen kann, ist aber auch für Correia noch ein Rätsel. „So, wie unser Kader im Moment aufgestellt ist, werden wir mit den hinteren Plätzen nichts zu tun haben. Aber in Zeiten von Corona weiß niemand, was noch bis zum Transferschluss passiert“, will sich der Innenverteidiger nicht festlegen. Zunächst muss auch er seine eigene Rolle noch finden.

„Die Qualität im Kader ist hoch“, sagt er nach den ersten Einheiten. Nach sieben Wochen ohne Ball will ihn Baumgart ohnehin zunächst langsam heranführen. „Hier ist noch keiner hergekommen, der unsere Spielweise sofort adaptiert hat“, begründet Baumgart. Wie schnell Correia dann tatsächlich zu einer Alternative im Abwehrverbund wird, muss sich zeigen.

Manager Fabian Wohlgemuth ist von Correias Stellungs- und Kopfballspiel, sowie seiner Spieleröffnung überzeugt: „Mit diesen Qualitäten wird er unseren Kader bereichern.“ Und eine Führungsaufgabe übernehmen. Wie Leopold Zingerle und Sebastian Schonlau. Wenn es um Leitwölfe der Zukunft geht, hat Baumgart auch dieses Duo im Blick: „Die beiden wachsen da gerade rein.“

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