Paderborns Rechtsverteidiger Ananou will als Profi Fuß fassen
Die zweite Chance

Paderborn(WB). Schwer verletzt, abgestiegen und zuletzt auch noch den Wiederaufstieg knapp verpasst – wenn Paderborns neuer Rechtsverteidiger Frederic Ananou über seine Zeit beim FC Ingolstadt spricht, kann er nur über wenig Positives berichten: „Besonders erfolgreich lief es nicht.“ Der erste Anlauf, im deutschen Profifußball Fuß zu fassen, misslang. Das Angebot aus Ostwestfalen kam daher zum richtigen Zeitpunkt: „Paderborn hat Power. Die Philosophie und der neue Trainer passen zu mir. Hier kann ich mich weiterentwickeln. Hier möchte ich die bestmöglichen Erfolge feiern.“

Donnerstag, 10.09.2020, 03:00 Uhr
Handschlag nach einem insgesamt gutem Start: Frederic Ananou soll beim SCP die rechte Abwehrseite besetzen. Foto: imago
Handschlag nach einem insgesamt gutem Start: Frederic Ananou soll beim SCP die rechte Abwehrseite besetzen. Foto: imago

Wie schnell er dabei mithelfen kann, ist derzeit allerdings noch schwer einzuschätzen. Ananou fehlt die Spielpraxis, das sah man im Test gegen Borussia Dortmund (1:1), beim 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf war es schon besser. Allerdings hat er aktuell noch den Vorteil, auf der rechten Seite relativ konkurrenzlos zu sein: Die Leihspieler Laurent Jans und „Mo“ Dräger sind weg, Johannes Dörfler machte als Notlösung seine Sache zwar ganz ordentlich, das volle Vertrauen der Verantwortlichen erkämpfte er sich aber nicht. Dörfler hat keine Zukunft in Paderborn und soll noch abgegeben werden.

Ananou will das Personalspiel nicht näher kommentieren. Paderborn sei kein Selbstläufer für ihn, er sei auch nicht gekommen, um ein bisschen Spaß zu haben. Der junge Mann, der den Rasen immer zuerst mit dem linken Fuß betritt, will die neue Herausforderung ganz bewusst annehmen: „Ich werde mich in jedes Spiel reinhauen und jede Gelegenheit nutzen, um mich zu zeigen. Am Ende zählt nur die Leistung und die will ich bringen.“ Unterstützen soll ihn dabei auch Steffen Baumgart. Einer, der sehr entspannt wirke, aber in wichtigen Momenten die richtigen Worte finden würde. So schätzt ihn den Neuzugang ein und sagt wörtlich: „Unser Trainer ist so, wie er im Fernsehen rüberkommt: absolut positiv, sehr authentisch.“

Wiedenbrück wartet im Pokal

Nach einer insgesamt eher durchwachsenen Vorbereitung folgen nun die ersten Pflichtspiele. Am Sonntag wartet im DFB-Pokal Regionalligaaufsteiger SC Wiedenbrück, in der Meisterschaft geht es mit hohen Hürden wie Holstein Kiel, Hamburger SV, 1. FC Heidenheim und Hannover 96 weiter. Ein guter Start wäre für den gesamten Saisonverlauf wichtig, das sieht auch der schnelle, dynamische und kopfballstarke Verteidiger so. Die hohe Qualität der Gegner bereitet ihm dabei wenig Kopfschmerzen: „Auch die waren sicher nicht begeistert, schon zu Serienbeginn Paderborn auf dem Zettel zu haben.“

Das klingt sehr selbstbewusst. Mutig ist der Sohn eines aus Togo stammenden Diplomaten, der am 20. September 1997 in München geboren wurde und in Köln aufwuchs, ohnehin. Als ihm der 1. FC nach zehn Jahren Ausbildung keinen Lizenzspielervertrag geben wollte, verließ Ananou kurzerhand seine Heimat und wechselte als gerade 18-Jähriger ins Ausland zu Roda Kerkrade. „Das war damals meine einzige Option, aber ich bin da unbekümmert rangegangen“, erzählt Ananou. Und erfolgreich war er auch. Im Januar 2018 kauften ihn die Ingolstädter für stolze 400.000 Euro aus dem laufenden Vertrag.

Etwas günstiger dürfte der Transfer für den SCP gelaufen sein. Der ehemalige deutsche U20-Nationalspieler kugelte sich im Januar 2019 zum wiederholten Mal die Schulter aus, kehrte erst nach zwölf Monaten zurück und kam nur noch auf zwölf Einsätze – am Ende stand die verpasste Zweitliga-Rückkehr.

Die Ananou für sich aber noch korrigieren konnte. Sein Vertrag bei den „Schanzern“ lief zwar noch ein Jahr, doch als sich Paderborns Manager Fabian Wohlgemuth meldete, war die Entscheidung schnell gefallen: „Ich wollte unbedingt wieder in die 2. Liga. Der Weg war aber erst frei, als beide Klubs eine Lösung gefunden haben.“ Die soll sehr leistungsbezogen sein: Je mehr Spiele der 1,83 Meter große Defensive macht und je besser der SCP die Saison beendet, desto höher sind am Ende die Erlöse der Ingolstädter.

Der SC Paderborn und Frederic Ananou – miteinander versuchen es beide Seiten zum ersten Mal. Gegenein­ander ging es schon einmal im DFB-Pokal zur Sache. Im August 2018 gewann der SCP mit 2:1 und zog in die zweite Runde ein. Wie gesagt: Besonders erfolgreich war seine Zeit in Oberbayern nicht.

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