Paderborner Stadiongesellschaft investiert 2,8 Millionen Euro in VIP-Plätze
Fußball für Edel-Fans

Paderborn (WB). Etwas teurer, aber wenn alles fertig ist, wird es auch noch schöner: Am Mittwoch stellte der SC Paderborn 07 seine neue „Nullsieben-Lounge“ den Mitgliedern der Stadiongesellschaft (PSG) vor. Entstanden sind in der Benteler-Arena 320 neue VIP-Plätze und fünf exklusive Logen für 56 Gäste. Ursprünglich hatte die PSG als Bauherr mit Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro kalkuliert, die Schlussrechnung wird bei etwa 2,8 Millionen Euro liegen.

Donnerstag, 10.09.2020, 08:56 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 09:32 Uhr
PSG-Geschäftsführer und Chefplaner Josef Ellebracht präsentiert in der Benteler-Arena die 320 neuen VIP-Plätze. Foto: Oliver Schwabe
PSG-Geschäftsführer und Chefplaner Josef Ellebracht präsentiert in der Benteler-Arena die 320 neuen VIP-Plätze. Foto: Oliver Schwabe

Erstklassige Sicht

Seit Baubeginn am 17. Februar wurde das Hauptgebäude um ein drittes Obergeschoss aufgestockt und auf der West-Tribüne parallel ein Oberrang eingebaut. Das Projekt ist durch Eigenmittel (500.000 Euro) und ein Gesellschafterdarlehn (2,3 Millionen Euro) finanziert. „Wir brauchen keine Bank, wir machen das selbst“, hatte PSG-Geschäftsführer Josef Ellebracht, der das ganze Projekt gemeinsam mit Mirko Riede geplant hat, bereits bei Baubeginn betont und präsentierte gestern nicht ohne Stolz das Ergebnis: „Man hat einen herrlichen Blick auf den Rasen, die Lounge selbst haben wir im Industrie-Look gestaltet und ist ein Hingucker geworden.“ Eine Bar und Front-Cooking mit attraktiven Buffets vervollständigen die schmucke Etage. Verantwortlich dafür ist Innenarchitekt Christian Schuster aus Geseke, der seit Jahren die Räume beim SCP gestaltet.

SC Paderborn: neue VIP-Plätze und Logen in der Benteler-Arena

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Die erstklassige Sicht auf das Feld und das herausragende Ambiente haben ihren Preis. Wer künftig von dort Zweitligafußball sehen will, muss für seinen Logenplatz 4000 Euro (1. Liga: 5000 Euro) zahlen, die VIP-Karte für die Lounge soll 3500 Euro kosten. Für 2900 Euro sind die Tickets für die bisherigen VIP-Räume, die künftig „Libori-Club“ und „Drei-Hasen-Club“ heißen werden, zu haben. Dass das Geschäftsmodell auch in Zeiten der Corona-Pandemie funktioniert, belegen die Verkaufszahlen: Sämtliche Logen hat der SCP bereits für die nächsten drei bis sogar fünf Jahre vermietet. Von den insgesamt gut 1000 VIP-Plätzen sind auch nur noch 180 verfügbar. Wobei SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger betont: „Kein Kunde geht ins Risiko. Bezahlt wird nur dann, wenn auch wieder Spiele besucht werden dürfen.“ Daher ist der Anbau für die Stadion-Gesellschafter eine Investition in die Zukunft. Denn noch weiß niemand, wann wieder wie viele Zuschauer kommen können. „Meine Hoffnung ist unser Heimspiel gegen St. Pauli. Dann rechne ich mit Besuchern im vierstelligen Bereich“, sagt Hornberger. Bis dahin vergehen noch ein paar Monate, die Hamburger reisen erst zum 8. Spieltag am 21. November (Anstoß: 13 Uhr) an.

Punktlandung

Auch wenn zunächst nur höchstens 300 kommen dürfen – zur Heimpremiere gegen den Hamburger SV am 28. September (Anstoß: 20.30 Uhr) wird alles fertig sein. Das wäre eine Punktlandung, auch wenn Hans-Willi Neesen, beim Generalunternehmer Bremer AG Leiter Bauen und Bestand, zugibt: „Ohne die Corona-Krise hätten wir den Zeitplan nicht eingehalten.“ Die sorgte zwar im März auch für einen kurzen Baustopp, doch Neesen macht den Aufwand der Baumaßnahme deutlich: „Wir haben 250 Tonnen Stahl eingebaut, alle Versorgungsleitungen mussten nach oben gelegt werden und das alles bei laufendem Betrieb. Das war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.“

Etwa 20 Firmen, koordiniert von SCP-Mitarbeiter Dirk Floer, waren am Umbau beteiligt, fast alle kommen aus der heimischen Region. Das war Ellebracht besonders wichtig: „Wir saßen während der gesamten Bauphase an einem Tisch und konnten so auch Anregungen der Unternehmen aufnehmen und umsetzen.“

Der zweite Bauabschnitt wurde coronabedingt auf unbestimmte Zeit verschoben. Hier sollte ligaunabhängig für etwa 1,5 Millionen Euro auf der Ost-Tribüne ein weiterer Oberrang eingebaut werden. Gleichzeitig war geplant, im Norden (direkt hinter dem Tor) die Stehplatzblöcke D1 und D2 sowie ein Teil von Block C in Sitzplätze umzuwandeln. Wenn wieder alle Fans ins Stadion dürfen, kann es aber mal ganz schnell gehen: Die Baugenehmigung liegt längst vor.

Video: Interview mit Josef Ellebracht (vom 20. Februar 2020)

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