SCP wie in Liga eins – auch Thalhammer fehlt bis Jahresende
Alte Leiden, neue Ausfälle

Paderborn (WB). Verkehrte Welt nach dem Abpfiff. Obwohl er selbst mit kapitalen Schnitzern an zwei Gegentoren beteiligt war, plauderte ein bestens aufgelegter Klaus Gjasula mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Sebastian Schonlau und Christopher Antwi-Adjei, bevor es eine herzliche Umarmung mit Paderborns Trainer Steffen Baumgart gab.

Mittwoch, 30.09.2020, 12:19 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 12:26 Uhr
Der nächste Verletzte: Nach Sven Michel und Maxi Thalhammer brach sich Svante Ingelsson (links) gegen den HSV den Arm.  Foto: Hiegemann
Der nächste Verletzte: Nach Sven Michel und Maxi Thalhammer brach sich Svante Ingelsson (links) gegen den HSV den Arm.   Foto: Hiegemann

Gjasula durfte sich mit seinem neuen Verein Hamburger SV über ein 4:3 an alter Wirkungsstätte und die Tabellenführung in der 2. Liga freuen, seine eigene (schwache) Leistung geriet in den Hintergrund. „Das tat weh und darf nicht passieren, aber es freut mich sehr und ich bin unheimlich erleichtert, dass mein Team mich so zurückgeholt hat“, sagte der Mann mit dem Helm, dessen Coach Daniel Thioune erklärte: „Für Klaus war es kein so schöner Abend, die Jungs wollten das Spiel auch für ihn gewinnen.“

Ein Verlierer unter den Siegern

Gjasula war ein Verlierer unter den Siegern, während ein Spieler des SCP die genau umgekehrte Gefühlslage durchlebte. Chris Führich holte erst den Elfmeter zum 1:2 durch Dennis Srbeny heraus und brachte die Gastgeber dann mit einem Doppelpack sogar mit 3:2 in Front. Alles in gerade einmal vier Minuten. Doch die Stimmung beim Leihspieler aus Dortmund hielt sich naturgemäß in Grenzen. „Die Tore gehen etwas unter, weil wir nichts Zählbares mitgenommen haben. Das ist sehr enttäuschend“, sagte Führich.

Der Rechtsaußen war einer von drei Neuen in der Startelf und bester Paderborner. Julian Justvan zeigte spielerisch gute Ansätze, muss aber im Zweikampf robuster werden. Svante Ingelsson wirkte dagegen wie ein Fremdkörper und war überhaupt nicht im Spiel. Der erst vergangene Woche aus Udine ausgeliehene Schwede durfte nur deshalb beginnen, weil sich Maxi Thalhammer im Abschlusstraining am Sonntag einen Mittelfußbruch zugezogen hatte. Das ist nach Sven Michel (Innenbandanriss im Knie) der zweite Ausfall bis Jahresende in kürzester Zeit. Doch damit nicht genug. Ingelsson brach sich gegen den HSV den linken Arm, soll aber trainings- und spielfähig sein.

Für den Absteiger kommt es knüppeldick. Personell und sportlich. „Das Spiel war ansehnlich, aber wir sind wieder die Idioten“, sagte Baumgart in Anbetracht der nun 17 Meisterschaftsspiele ohne Dreier. Jammern ist nicht seins, daher sprach er es zwar an, führte es für die Niederlage aber nicht als Grund an, dass seine Mannschaft nach einem Handspiel von Jan Gyamerah einen Elfmeter hätte bekommen können und derselbe Hamburger mit Gelb-Rot schon in der ersten Hälfte eigentlich hätte vom Platz fliegen müssen. Baumgart suchte die Schuld lieber in den eigenen Reihen und nicht bei Schiedsrichter Guido Winkmann: „Wir heulen nicht rum, haben null Punkte und müssen uns diesem Fakt stellen. Wir hatten es nicht verdient zu gewinnen.“

„Paderborn nie abschreiben“

Warum das so war, erinnerte sehr stark an die abgelaufene Saison in der Bundesliga. Die Mannschaft lässt sich durch Rückschläge nicht unterkriegen und zeigt eine tolle Moral, aber sie macht einfach viel zu viele Fehler. Die Gegentore durch zweimal Simon Terodde („Du darfst Paderborn nie abschreiben“), Manuel Wintzheimer und Aaron Hunt (Foulelfmeter) fielen deutlich zu einfach.

Die kommenden Aufgaben (in Heidenheim, gegen Hannover) werden nicht leichter, aber die Paderborner sind (noch) guter Dinge. „Es fällt nicht schwer, den Kopf oben zu behalten“, betonte Führich. Auch sein Trainer bleibt positiv: „Wir gehen den Weg weiter, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir bald punkten werden.“ Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth ist schon etwas ungeduldiger: „Es ist wichtig, Stabilität zu bekommen und ruhig zu bleiben. Aber so haben wir uns den Auftakt natürlich nicht vorgestellt. Wir müssen in Heidenheim anders auftreten und auch ein anderes Ergebnis liefern.“

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