Paderborns Trainer fordert in Heidenheim eine „klare Leistung“
Baumgart: „Es gibt keine Ausreden“

Paderborn (WB). „Eine Vorschau auf Heidenheim?“ Es ist nicht so, dass Steffen Baumgart mit dieser Vorlage seines Pressesprechers Matthias Hack nicht hätte rechnen können. Aber irgendwie hatte der Trainer des SC Paderborn am Donnerstagmorgen um 9 Uhr etwas anderes im Kopf und reagierte ein wenig irritiert. Getrieben von generellen Überlegungen nach dem verpatzten Saisonstart mit zwei Niederlagen und nicht speziell ausgerichtet auf den Zweitliga-Auswärtsauftritt am Samstag auf der schwäbischen Alb (13 Uhr, Sky).

Freitag, 02.10.2020, 04:04 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 04:30 Uhr
Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Das Gesicht von Paderborns Trainer Steffen Baumgart sagt alles. Foto: Wilfried Hiegemann
Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Das Gesicht von Paderborns Trainer Steffen Baumgart sagt alles. Foto: Wilfried Hiegemann

„Es geht erst einmal darum zu sagen, um was es geht“, begann Baumgart mit nachdenklicher Miene seine Ausführungen und fuhr fort: „Wir haben die ersten zwei Spiele nicht gewonnen. Da gibt keine Ausreden, auch wenn ich die Leistungen insgesamt so gesehen habe, dass wir mehr hätten erreichen können.“

Dem war aber nicht so und das soll sich schnellstmöglich ändern. Im Idealfall schon am Samstag. „Ich erwarte eine mutige und klare Leistung, mit der wir zeigen, dass wir das Spiel gewinnen können und wollen. Es geht um Punkte“, sagte Baumgart. Er weiß aber auch um die Qualitäten des Gegners, der als Tabellendritter den Aufstieg in die Bundesliga in der Relegation gegen Werder Bremen ohne Niederlage und nur hauchdünn verpasst hat. „Heidenheim hat eine sehr erfahrene und sehr gute Mannschaft. Sie haben Braunschweig 2:0 geschlagen und hätten auch trotz des 2:4 auch auf St. Pauli gewinnen können. Wir dürfen sie auf keinen Fall so einladen, wie wir das mit unseren Fehlern gegen den HSV getan haben und müssen uns selbst Torchancen erarbeiten“, sagte Baumgart.

Seine Jungs seien trotz der jüngsten Resultate „gut drauf“, daher bleibt bei Baumgart die Überzeugung, den Weg weiterzugehen und kurzfristig in die Erfolgsspur zurückzukehren. Der 48-Jährige sagt aber auch: „Das hört sich alles einfach an, ist es aber nicht.“

Ingelsson kann trotz Armbruch spielen

Leichter tut sich der Coach in Sachen Aufstellung. „Die wird sich nicht gravierend verändern“, sagte er. Überlegungen, die Startelf zu verändern, gäbe es im zentralen Mittelfeld und den Außenpositionen. Keinen personellen Tausch nimmt Baumgart definitiv links in der Viererkette vor, da legte er sich fest: „Chima Okoroji wird spielen, auch wenn er gegen Hamburg ein bis zwei nicht so positive Situationen hatte. Aber da gibt es bei mir keine Kehrtwende, auch wenn Jamilu Collins nach seiner Verletzung wieder voll im Training ist.“ Das gilt auch für Vize-Kapitän Christian Strohdiek, der nach überstandener Erkältung in den Kader zurückkehrt. Svante Ingelsson kann laut Aussage des Trainers trotz Armbruchs auflaufen. „Dafür, dass er erst einige Tage bei uns ist, hat er es am Montag gut gemacht“, lobte Baumgart.

Ingelsson (Schweden) und Collins (Nigeria) sind zwei von insgesamt vier Spielern, die in der bevorstehenden Länderspielpause eine Abstellung zu ihren Nationalmannschaften erhielten. Weiter handelt es sich um Dennis Jastrzembski (Polen) und Samuel Fridjonsson (Island). Letztgenannter meldete sich am Donnerstag krank und fällt in Heidenheim wie Sven Michel, Maxi Thalhammer und Streli Mamba aus.

Nach dem Abpfiff werden Baumgarts Blicke aber erst einmal auf den kommenden Montag gerichtet sein. Denn dann endet die Transferfrist. „Im Hintergrund wird viel und hart gearbeitet. Ich erwarte noch in beide Richtungen Veränderungen in unserem Kader“, sagte er. Mit einem Sieg am Samstag würden alle Personalien leichter fallen.

Testphase mit Zuschauer positiv verlaufen

300 Zuschauer durften die Partie des SCP gegen den HSV verfolgen, mehr waren aufgrund der Anstoßzeit nicht zugelassen. „Der Test ist sehr positiv verlaufen. Alle Hygienevorschriften wurden eingehalten“, erklärte Pressesprecher Matthias Hack. Der Verein stehe im Austausch mit dem Ordnungsamt der Stadt und dem Geundheitsamt des Kreises. Am 18. Oktober gegen Hannover sollen 3000 Fans (20 Prozent) zusehen dürfen. Informationen über den Vorverkauf folgen in der nächsten Woche.

Kommentare

Arminia lebenslang Fr.  schrieb: 02.10.2020 11:52
Mechanismen im Profifußball
Wenn Steffen Baumgart nicht seinem Hurrafussball abstellt ,greifen die Mechanismen des Profifußballs. Punkte zählen ,nicht lobende Worte vom Gegner nach einer Niederlage .
Einzelspiele ( Pokal )gewinnt man im Sturm , in der Liga besteht man mit stabiler Abwehr .
Gegen den H SV nimmt man 1 Punkt fürs Selbstvertrauen mit und die Welt sieht anders aus . Er bleibt aber seiner Linie treu und spielt auf Sieg . Die Punkte nehmen andere mit .
Wenn er jetzt nicht umdenkt ,dann hat er noch 2 Spiele .
1 Kommentare
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