Beim SC Paderborn 07 schult Außenstürmer Johannes Dörfler zum Verteidiger um
Alles auf Anfang

Paderborn (WB). Die Botschaft von Manager Fabian Wohlgemuth und Trainer Steffen Baumgart zu Beginn der Vorbereitung war eindeutig: „Jojo spielt in unseren Planungen keine Rolle.“ Damit war beim SC Paderborn 07 das Ende von Rückkehrer Johannes Dörfler eigentlich besiegelt. Eigentlich. An diesem Sonntag (13.30 Uhr) gegen Hannover 96 könnte der 24-Jährige zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stehen.

Samstag, 17.10.2020, 20:26 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 11:18 Uhr
Den Ball fest im Blick: Johannes Dörfler schult beim Zweitligisten SC Paderborn um. Der 24-jährige Außenstürmer soll die Rolle des rechten Verteidigers übernehmen. Foto: imago
Den Ball fest im Blick: Johannes Dörfler schult beim Zweitligisten SC Paderborn um. Der 24-jährige Außenstürmer soll die Rolle des rechten Verteidigers übernehmen. Foto: imago

„Hinter mir liegt ein sehr schwieriges Jahr“, sagt Dörfler. Im Sommer 2019 war er vom Drittligisten KFC Uerdingen mit dem Traum gekommen, in der Bundesliga am Ball zu bleiben, stürzte aber ganz schnell ab und kam nur in der U21 zum Einsatz. Die spielte in der Oberliga, im Winter ließ sich der gebürtige Düsseldorfer nach Zwickau ausleihen. Dörflers Bilanz war nach nur neun Drittliga-Einsätzen ebenso dürftig: „Das war eine gute Schule, aber sportlich lief es auch nicht wirklich.“

Gelernter Rechtsaußen

Es folgte die Rückkehr nach Paderborn, verbunden mit der sehr eindeutigen Begrüßung. Doch Aufgeben war für den 24-Jährigen noch nie eine Option. Zumal nach den Abgängen von Mohamed Dräger und Laurent Jans auf Paderborns rechter Abwehrseite die Lücke unübersehbar war. Auch wenn sich Dörfler da selbst (zunächst) nicht sah: „Ich bin gelernter Rechtsaußen und habe nie hinten gespielt. Aber unser Trainer hatte den Mut, hat es mit mir genau da versucht – und es funktioniert.“

Zweikampfstark, körperlich robust und ein guter Antritt – die Grundvoraussetzungen brachte Dörfler mit, dennoch ist er Baumgart besonders dankbar: „Er hatte das Auge und hat mich dahingestellt. Jetzt liegt es an mir, die Chance zu nutzen.“ Und da ist er zumindest auf einem guten Weg. So stellt dem aus der (Personal-)Not entstandenen Umschüler auch Baumgart ein prima Zeugnis aus: „Jojo macht es wirklich gut, nimmt die neue Position an und ist eine Alternative.“ Zunächst erhielt zwar Neuzugang Frederic Ananou (FC Ingolstadt) den Vorzug, und Dörfler musste sich in Kiel (0:1) und in Heidenheim (0:0) mit zwei Einwechslungen begnügen. Doch das könnte sich gegen Hannover ändern, zumal Ananou zuletzt schwächelte. „Er war einmal übermotiviert und hat einmal eine Situation unterschätzt“, sagte Baumgart dazu und betonte: „Wir haben einen spannenden Kader mit jungen Leuten, die wir entwickeln wollen. Da sind solche Fehler normal.“ Doch der 22-jährige Ananou ist dank Dörfler nicht konkurrenzlos, und das sieht auch der Cheftrainer so: „Jojo zeigt seit Wochen gute Trainingsleistungen. Ihn in die Startelf zu nehmen, ist eine Überlegung, die ich habe.“

Rückkehr zur Viererkette

Damit verbunden wäre eine Rückkehr zur Viererkette. Jamilu Collins würde dann für den verletzten Chima Okoroji die linke Seite besetzen, Dörfler oder Ananou rechts spielen. Das wäre ein Verbund, der auch zwingend für mehr Widerstandskraft sorgen muss. Wobei Dörfler trotz des Fehlstarts mit nur einem Zähler nach drei Spieltagen optimistisch bleibt: „Unser Programm war happig, auch Hannover 96 ist als Zweiter gut drauf. Aber wir punkten jetzt, hinten muss nur die Null stehen. Vorne haben wir genug Power, da werden die nötigen Tore fallen. Ganz bestimmt.“

Eine wichtige Aufgabe könnte Dörfler übernehmen, zumal er beim offensiv ausgerichteten SCP als stürmender Verteidiger seine Zukunft sieht. Und auch der Klub hat umgedacht. Dörfler spielt in den Planungen wieder eine Rolle. Zunächst mit Blick auf das Heimspiel gegen Hannover. Ob auch langfristig, wird sich zeigen. Denn eine verpasste Chance wurde dem gelernten Außenstürmer bislang schnell verziehen. Ein Lapsus vor dem eigenen Tor bleibt dagegen nur selten ohne Folgen. Dieser neuen Verantwortung muss sich Johannes Dörfler nun stellen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7636912?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
41 Bewohner positiv getestet
41 Bewohner und 15 Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheimes Jordanquelle in Bad Lippspringe sind bis Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Heimleitung steht nach eigenen Angaben in ständigem Austausch mit dem Gesundheitsamt. Foto: Oliver Schwabe
Nachrichten-Ticker