Kommentar zum Profifußball in der Corona-Krise
Eine Chance vertan

Mit Händen und Füßen haben sich Vertreter aus dem Profifußball über Wochen und Monate gewehrt gegen die Behauptung, ihre Sportart nehme in Zeiten der Corona-Pandemie eine Sonderstellung ein. Seit Samstagabend wird das kaum jemand mehr ernsthaft leugnen wollen.

Sonntag, 15.11.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 20:56 Uhr
Der DFB hält sich aus der Debatte weitgehend raus: DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Wochenende in Leipzig.
Der DFB hält sich aus der Debatte weitgehend raus: DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Wochenende in Leipzig. Foto: imago images/Karina Hessland

Fünf Corona-Fälle beim deutschen Gegner Ukraine – doch das Nations-League-Spiel in Leipzig wird durchgezogen. Die Uefa hat die Gelegenheit verpasst, mit der Absage der Partie ein verantwortungsvolles Zeichen zu setzen – und damit dem Image des Fußballs insgesamt geschadet.

Der DFB hält sich aus der Debatte weitgehend raus. Und reist weiter nach Spanien, ins Risikogebiet Andalusien. In Sevilla steht am Dienstag das nächste Spiel auf dem Programm in einem Wettbewerb, dessen Integrität unter gesundheitlich wie sportlich fragwürdigen Spielen wie jenem in Leipzig zusätzlich leidet.

Kreuz und quer reisen die Kicker für Testspiele und zweitklassige Wettbewerbe durch die Welt, während Hobbysportler derzeit nichtmal ins Fitnessstudio dürfen. Selbst wenn anschließend 35 Tests aus dem ukrainischen Team und dessen Umfeld negativ waren, ändert das nichts an dem Gesamteindruck, dass Profifußball mehr denn je eine Parallelwelt ist.

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