SCP-Co-Trainer Daniel Scherning wird Fußballlehrer
Ausbildung mit Hindernissen

Paderborn -

Reduzierte Gruppenstärken in der Präsenzphase und natürlich der neue „digitale Campus“ machen es möglich: Der 67. Lehrgang zum Fußball-Lehrer ist zwar eine „Ausbildung mit Hindernissen“, läuft aber trotz der Corona-Pandemie weitestgehend planmäßig.

Donnerstag, 19.11.2020, 02:49 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 11:30 Uhr
Das Trainergespann beim SC Paderborn 07: Der Chef Steffen Baumgart und sein Co Daniel Scherning.
Das Trainergespann beim SC Paderborn 07: Der Chef Steffen Baumgart und sein Co Daniel Scherning.

„Vieles ist schon sehr speziell. Aber wichtig ist, dass wir am Ende gut ausgebildet werden. Dieses Gefühl habe ich“, sagt Daniel Scherning.

Der Co-Trainer des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn 07 hatte sich ohnehin schon früh dazu entschieden, sein mehrwöchiges und sehr praxisbezogenes Bundesliga-Praktikum bei seinem Arbeitgeber zu absolvieren. In Zeiten wie diesen ist für den 37-Jährigen deshalb vieles einfacher: „Ich kenne alle Abläufe, die Bedingungen sind bei uns bekanntermaßen top, davon profitiere ich natürlich.“

Seit Wochen führt der Familienvater ein Leben wie in einer Blase. Er bewegt sich fast ausschließlich zwischen Trainingsgelände und seinem Zuhause, nur die Spieltage sorgen für etwas mehr Abwechslung. Wobei das wöchentliche Arbeitspensum der angehenden Fußballlehrer mit kleinen und größeren Videokonferenzen sowie speziell gestellten Aufgaben hoch ist. Wobei die Aufgabenfelder am Ende des Lehrgangs vielfältig sind. Die Klausur besteht zum Beispiel aus Themen wie Technik, Taktik und Methodik. Mündlich müssen die Prüflinge Fragen zur Fußball-Lehre, Sportpsychologie und Trainingswissenschaft beantworten, im praktischen Teil besteht die 30-minütige Lehrprobe darin, eine komplette Trainingseinheit allein zu entwickeln.

Den Umständen entsprechend ist Scherning mit dem Verlauf der Ausbildung bislang zufrieden. Die DFB-Akademie in Köln ist zwar coronabedingt seit November geschlossen, inhaltlich geht es aber dennoch voran. „Wir machen diese Woche bis Donnerstag täglich mehrere Videokonferenzen mit Aufgaben zur Ernährung oder Psychologie“, sagt Scherning. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner hält einen Vortrag über die Regelkunde. Das große Thema dieser Woche ist aber „Übernahme einer Mannschaft“. Hier wird den Lehrgangs-Teilnehmern erklärt, wie sie sich auf bestimmte Situationen vorbereiten können oder was sie bei eine Amtsübernahme unbedingt beachten sollte. Wobei sich diese Frage bei Daniel Scherning aktuell gar nicht stellt. Sein Vertrag läuft zwar zum 30. Juni 2021 aus, der Familienvater reagiert auf entsprechende Fragen aber sehr entspannt: „Wenn der Verein mit mir weiterarbeiten möchte, wird er irgendwann auf mich zukommen. So oder so bleibt der SC Paderborn aber mein Heimatverein und wird deshalb immer seinen besonderen Stellenwert behalten.“

Manager Fabian Wohlgemuth ist nun am Zug. Im April und damit nach elf Monaten will Scherning seinen vorerst letzten Ausbildungsschritt beenden. Bis dahin muss der Assistent von Steffen Baumgart auch ein dreitägiges Praktikum bei einem ausländischen Verein nachweisen. In „Schernes“ Stundenplan stand das für Oktober. Ziel war der niederländische Erstligist PSV Eindhoven mit dem Ex-Paderborner Roger Schmidt an der Linie und Weltmeister Mario Götze aus dem Rasen. Doch Scherning sagte ab: „Die Situation rund um die Corona-Krise hat sich in den vergangenen Wochen immer mehr zugespitzt. In so einer Phase wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen.“

Die drei Auslands-Tage kann Daniel Scherning noch nachholen. Wie viel Zeit ihm dafür bleibt, ist noch unklar. Offiziell ist in fünf Monaten Schluss, vorsorglich wurde aber bereits der 68. Lehrgang nach hinten verschoben. Nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Im kommenden Jahr will der DFB seine neue und 150-Millionen-Euro teure Akademie in Frankfurt/Main beziehen. Da bleibt für für Lehrgänge wenig Zeit.

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