Mehr als 30 Spieler im Training: Paderborns Chefcoach Baumgart holt sich Verstärkung durch Nachwuchstrainer
Großer Kader hat sich bewährt

Paderborn -

Das ist in diesen ungewöhnlichen Zeiten schon eine Ausnahme. Während viele Vereine aufgrund von Corona auffallend viele Ausfälle zu beklagen haben, herrscht im Trainingszentrum des Zweitligisten SC Paderborn dichtes Gedränge. Das ist auch vor dem Spiel am kommenden Samstag beim Karlsruher SC (13 Uhr, Sky) nicht anders.

Mittwoch, 25.11.2020, 03:24 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 07:28 Uhr
SCP-Trainer Steffen Baumgart
SCP-Trainer Steffen Baumgart Foto: Oliver Schwabe

Chefcoach Steffen Baumgart kann bis auf den noch bis Jahresende ausfallenden Maxi Thalhammer aus dem Vollen schöpfen. Das bedeutet: Er hat 26 Feldspieler plus drei Torwarte im Training. Dazu kommen einige Vertragsspieler der U21, die ein Anrecht auf Training haben. So umfasst die Gruppe mehr als 30 Spieler.

Dieser Situation wird der Verein dadurch gerecht, dass sich Baumgart Verstärkung ins Trainerteam geholt hat. Ex-Profi Thomas Bertels (betreut die U16 in der Landesliga und ist Übergangskoordinator zwischen Nachwuchs und Profis) sowie U21-Trainer Michel „Mitch” Kniat helfen mit, Bertels ist auch bei den Spielen dabei. Ihre Mannschaften spielen momentan nicht, auch die Sportschule in Hennef, in der Kniat gemeinsam mit Baumgarts Co-Trainer Daniel Scherning seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert, ist seit 1. November dicht. „Sie haben Zeit und können unser Trainerteam erweitern. So sind wir in der Lage, den Spielern gerecht zu werden. Die Jungs bekommen abseits oder während des Trainings zusätzliche Angebote und wir können alle gleich behandeln. Wir bekommen das sehr gut gehändelt”, sagt Baumgart. In der Praxis sieht das so aus: Es wird viel in Kleingruppen gearbeitet, zu Wochenbeginn trainieren die Nachwuchsspieler mit den Profis, je näher das Spiel rückt, wird separiert.

Ob der Kader in der Winterpause verkleinert wird, ist laut Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth „offen”. Wechselkandidaten gibt es reichlich. Da sind zum einen Spieler wie Sebastian Vasiliadis, Sebastian Schonlau, Jamilu Collins, Christopher Antwi-Adjei oder Leopold Zingerle, deren Verträge auslaufen und für die im Januar die letzte Möglichkeit besteht, einen Transfererlös zu erzielen. Sofern sie bis dahin nicht gewillt sind, sich über den Sommer hinaus an Paderborn zu binden. Auf der anderen Seite stehen Akteure, die seit Wochen sportlich keine Rolle spielen. Dazu gehören Antony Evans oder die ausgeliehenen Dennis Jastrzembski und Aristote Nkaka. Dazu zählen ebenfalls Ex-Kapitän Christian Strohdiek und Streli Mamba, gemeinsam mit Sven Michel und Dennis Srbeny bester Paderborner Torschütze der abgelaufenen Erstliga-Saison. Beide schafften es zuletzt nicht einmal mehr ins 20er-Aufgebot.

Ex-Profi Thomas Bertels verstärkt das Trainerteam und ist auch bei den Spielen dabei.

Ex-Profi Thomas Bertels verstärkt das Trainerteam und ist auch bei den Spielen dabei. Foto: Thomas F. Starke

Ersatzkeeper Jannik Huth, der nach seinem Kahnbeinbruch an der Hand am gestrigen Dienstag wieder ins Einzeltraining mit Torwarttrainer Nico Burchert eingestiegen ist und nächste Woche wieder komplett trainieren soll, hatte schon nach der abgelaufenen Saison Absichten geäußert, den SCP verlassen zu wollen.

Wohlgemuth sieht es ganz pragmatisch und hält den Kader auch nicht für aufgebläht: „Wir haben es durch einige langfristige Ausfälle zu Saisonbeginn am eigenen Leib erfahren, dass eine gewisse Kadergröße und ein Konkurrenzkampf unbedingt vonnöten sind. Außerdem müssen wir für den Fall X gewappnet sein, wenn Spieler positiv getestet werden.” Transfers in die eine oder andere Richtung hingen auch von der Verteilung der Fernsehgelder ab, die immer noch nicht geklärt sei.

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