Paderborns Trainer Steffen Baumgart spricht nach sechs ungeschlagenen Spielen aber lieber vom Klassenerhalt
Die Bilanz eines Aufstiegskandidaten

Paderborn (WB) -

Beste Defensive, drittbeste Offensive – nach acht Spieltagen liest sich die Bilanz des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn 07 wie die eines Aufstiegskandidaten.

Freitag, 27.11.2020, 04:33 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 04:40 Uhr
Vier Siege und 14 Punkte: Paderborns Trainer Steffen Baumgart darf mit der ersten Bilanz zufrieden sein.
Vier Siege und 14 Punkte: Paderborns Trainer Steffen Baumgart darf mit der ersten Bilanz zufrieden sein. Foto: Thomas F. Starke

Steffen Baumgart mag diese Zahlenspiele nicht, für den Trainer haben Statistiken dieser Art kaum Aussagekraft: „Wenig Gegentore haben nicht unbedingt etwas mit der Qualität der Abwehr zu tun.“ Er sei zwar mit der Defensivarbeit („Die Zu-Null-Spiele geben uns Sicherheit“) der Mannschaft sehr zufrieden, Baumgart mahnt aber gleichzeitig: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Gegen den FC St. Pauli hatten wir vor einer Woche das Quäntchen Glück.“

Aber auch das Offensivspiel der Ostwestfalen ist wesentlich zielstrebiger geworden – allein sechs Tore aus den Duellen gegen den SV Darmstadt 98 (4:0) und den FC St. Pauli (2:0) machen Hoffnung, dass Baumgarts mutiger Spielstil weiter belohnt wird. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Statistik: Im Spiel nach vorne ist der SCP mit 14 Treffern die Nummer drei der Liga, hinter Primus Hamburger SV (17) und dem Tabellenzweiten SpVgg. Greuther Fürth (16). Diese Bilanz gefällt dem ehemaligen Stürmer schon sehr viel besser. „Wir sind eklig, wir zwingen jeden Gegner dazu, mit allem was er hat zu verteidigen. Mich macht es stolz und glücklich, wenn ich sehe, wie wir uns Chancen von sehr hoher Qualität erarbeiten.“

Da drängt sich ein Vergleich zur Aufstiegsmannschaft 2018/2019 förmlich auf. Baumgart sieht hier sogar Vorteile. „Die Mannschaft hat durch das eine Jahr Bundesliga mehr Erfahrung. In der Breite ist unser Kader besser als in meinem ersten Zweitligajahr beim SCP“, erwähnt der 48-Jährige zwei Punkte. Grundsätzlich findet es Baumgart zwar eher schwierig, Quervergleiche anzustellen, nennt aber doch noch einen anderen Ansatz: „Vor zwei Jahren hat mein Team unbekümmerter und klarer nach vorne gespielt. Aber auch da kommen wir noch hin.“

Wer hier den Schluss ziehen möchte, dass Baumgart am dritten Aufstieg mit dem SC Paderborn in dann vier Jahren Amtszeit arbeitet, wird vom Coach ganz schnell geerdet. „Wir spielen in der Liga, in der wir auch hingehören“, stellt der Fußballlehrer emotionslos fest und fügt sicherheitshalber noch die Saisonziele der Ostwestfalen hinzu: „Der SC Paderborn will sich in der 2. Liga etablieren, nicht in untere Regionen abrutschen und eine absolut sichere Saison spielen. Den Weg wollen wir gehen, und der ist noch lang genug.“ Die nächste Station heißt am Samstag (13 Uhr) Karlsruher SC. Baumgart wollte die Gastgeber am Donnerstag zwar nicht auf Philipp Hofmann reduzieren, nannte den Paderborner Ex-Stürmer aber namentlich: „Er ragt aus einer Mannschaft heraus, die kompakt steht und mit hohem Tempo nach vorne spielt.“

Hofmann müsste sich wohl mit Sebastian Schonlau auseinandersetzen, doch Paderborns Kapitän brach gestern wegen Kniebeschwerden das Training ab. Geschwächt sind auch Chris Führich (Oberschenkel) und Sebastian Vasiliadis (Rücken). Wobei Baumgart direkt etwas Entwarnung gibt: „Sie sind angeschlagen, aber ich rechne damit, dass alle drei im Kader stehen.“

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