Paderborns Trainer Steffen Baumgart droht nach der dritten Verwarnung ein Spiel Sperre
„Ich bin laut, aber nie respektlos“

Karlsruhe -

Auch lange nach dem Schlusspfiff verstand Steffen Baumgart die (Fußball-)Welt nicht mehr. Dabei hatte Paderborns Trainer kein Probleme damit, den verdienten Erfolg der Karlsruher anzuerkennen. Was den 48-Jährigen erzürnte, war seine dritte Gelbe Karte und die drohende Konsequenz: Noch eine Verwarnung, und er wird vom DFB für ein Spiel gesperrt.

Sonntag, 29.11.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 18:20 Uhr
„Für mich?“ Paderborns Trainer Steffen Baumgart hat für die Entscheidung von Schiri Michael Bacher kein Verständnis
„Für mich?“ Paderborns Trainer Steffen Baumgart hat für die Entscheidung von Schiri Michael Bacher kein Verständnis Foto: Uli Deck

. Baumgart befürchtet genau das: „Ich glaube nicht, dass ich da in dieser Saison heile durchkomme.“ Das Berufsverbot für 90 Minuten sehen die „Disziplinarmaßnahmen“ vor, die seit der vergangenen Saison gelten. Doch mit diesem Regelwerk, oder genauer gesagt mit der Auslegung, hat der Ex-Profi so seine Probleme. Schiedsrichter Michael Bacher (Amerang-Kirchensur) verwarnte den SCP-Coach wegen „respektlosen Verhaltens“. Was der Unparteiische genau ahndete, schilderte Baumgart später so: „Ich soll zu laut gewesen sein. Aber wie bitteschön soll ich dem Schiri, der an der Mittellinie steht, etwas erklären, ohne laut zu sein?“

 

Bei Baumgart, der nach einer guten Stunde Gelb sah, hatte sich einiges aufgestaut. Da war der nicht gegebene Elfmeter in Durchgang eins (23./Foul an Svante Ingelsson im Karlsruher Strafraum) fraglos die größte Fehlentscheidung des Unparteiischen. Baumgart, der im August 2019 als erster Trainer in der Bundesliga-Geschichte verwarnt wurde, gingen aber auch viele Kleinigkeiten gegen den Strich. „Jeder macht Fehler. Wenn aber am Ende sieben Entscheidungen gegen uns fallen, die alle falsch waren, dann wird es schwierig. Dann kann mir das auch niemand mehr begründen.“

 

Da Baumgart kein Trainer-Typ ist, der seinen Frust runterschluckt, kann es auch laut werden. Das kennen seine Profis, der ehemalige Angreifer macht aber auch im Spiel keine Unterschiede. „Wenn die Jungs Scheiße spielen, bekommen sie das zu hören. Und wenn der Schiri viele Fehler macht, sage ich das auch. Da reagiere ich emotional, aber nie respektlos. Ich würde nie jemanden beleidigen.“

 

Ermahnung. Verwarnung. Feldverweis. Diese drei Möglichkeiten haben die Schiedsrichter seit vergangenem Jahr, wenn sich „Teamoffizielle“ auf oder vor der Bank nicht „verantwortungsbewusst“ Verhalten. Bacher wertete Baumgarts Zwischenrufe als „respektlos“ und zog in der 64. Minute Gelb. Für Paderborns Fußballlehrer nicht nachvollziehbar: „In beide Richtungen vernünftig pfeifen, auch das gehört für mich zu einem respektvollen Umgang. Das hat der Schiri nicht gemacht. Mein Verhalten wird dagegen nur auf die Lautstärke reduziert. Da passt was nicht.“

 

Nach Schlusspfiff war übrigens auch eine für Baumgart typische Szene zu sehen: Der Coach steuerte auf Bacher zu, gab dem Schiedsrichter die Hand und meinte hinterher: „Auch das gehört für mich zum Sport.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7700479?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Ab heute Vergabe der Impf-Termine
Das Impfzentrum für den Kreis Paderborn ist in Salzkotten in der Sälzerhalle.
Nachrichten-Ticker