Nur ein Punkt in vier Spielen: Paderborns Trainer Steffen Baumgart muss bis Samstag Lösungen finden
Allgemeine Verunsicherung

Paderborn -

Auch am Tag danach fühlte sich das 2:2 (2:1) des SC Paderborn 07 gegen Eintracht Braunschweig wie eine Niederlage an. Nach zuvor drei punktlosen Auftritten muss sich auch Steffen Baumgart die Frage stellen: Wie kommt die Mannschaft zurück in die Spur?

Freitag, 18.12.2020, 03:00 Uhr
Trainer und Torschütze: Steffen Baumgart
Trainer und Torschütze: Steffen Baumgart Foto: Wilfried Hiegemann

Den Ernst der Lage, deutete er gestern so an: „Die Situation ist sehr schwierig und als Trainer bin ich besonders gefordert. Aber alle Antworten habe ich auch noch nicht.“

Ein Ansatz wäre, am Samstag, im letzten Ligaspiel des Jahres beim VfL Osnabrück, zunächst die miserable Zweikampf-Bilanz zu verbessern. „In etwa 90 Prozent der Spiele geht es um Mentalität und Zweikampfstärke, aber nicht um 70 Prozent Ballbesitz. Wir müssen hier ein dringend ein anderes Gesicht zeigen“, fordert auch Baumgart.

Gefühlt verlor der auf Rang 13 abgerutschte Erstliga-Absteiger am Mittwoch im „Kampfsport Fußball“ sogar alle entscheidenden Duelle. Ganz so krass wollte Baumgart das mangelhafte Zweikampfverhalten seiner Mannschaft zumindest öffentlich nicht verurteilen, er sagte aber auch sehr deutlich: „Wenn wir diesen Kampf nicht führen, haben wir in der 2. Liga nichts zu suchen.“ Das hieße im Umkehrschluss aber auch: Für den Moment beim SCP weniger über die Entwicklung junger Spieler reden, sondern erst einmal Punkte für den Klassenerhalt holen. Darauf angesprochen meinte der Trainer vielsagend: „Manchmal muss man zwischendurch auch mal einen Schritt zurücksetzen.“

Die Liste von dem, was dringend besser werden muss, ist allerdings noch länger. So macht der SC Paderborn im Moment auch zu viele Fehler in der Ballannahme, im Aufbau, im Passspiel und hat neuerdings auch noch ein Problem mit der Geschwindigkeit. Das schnelle Umschaltspiel war mal das Paderborner Prunkstück, aktuell agiert der ostwestfälische Zweitligist lieber quer oder nach hinten, statt gradlinig und mit Zug zum Tor nach vorne.

Das alles spricht für viel Verunsicherung im Team, die war gegen Braunschweig trotz der schnellen 2:0-Führung auch nie zu übersehen. Manager Fabian Wohlgemuth sprach sogar von einer gewissen Fahrlässigkeit: „Wir haben leichtfertig vergeben, uns eine bessere Ausgangslage zu erarbeiten und stehen jetzt in der Pflicht, mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegen Osnabrück aufzuwarten.“ Das wollte Baumgart so nicht stehen lassen. „Trotz aller berechtigter Kritik bin ich weit davon entfernt zu sagen, die Fehler sind das Resultat von Leichtfertigkeit. Das wäre mir auch zu einfach. Fakt ist aber, dass uns auch Leichtigkeit fehlt und wir nicht die richtigen Entscheidungen treffen.“

Dazu kommt, dass sich die Gegner immer besser auf Paderborn einstellen. Selbst den auswärts noch sieglosen Braunschweigern gelang es, den SCP vom eigenen Tor fernzuhalten und damit kaum Chancen des Gegners zuzulassen. Und das auch noch ohne selbst viel für das Spiel zu tun.

Durchschlagskraft hat aber auch viel mit der eigenen Überzeugung einer Mannschaft zu tun – auch das erkennt man aktuell beim SCP nicht. Die Lösung sieht Baumgart hier im Kollektiv: „Ich habe nicht den Spieler, der vorne weg läuft, alles an sich reißt und für Ruhe sorgt. Das müssen wir schon gemeinsam schaffen.“

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