Paderborns Trainer ist enttäuscht, fordert in Osnabrück klare Kante, stellt sich aber vor seine Mannschaft
„Das sind schon meine Jungs“

Paderborn -

Es gibt Menschen, die können sich gut verstellen. Steffen Baumgart zählt nicht dazu, Paderborns Trainer trägt sein Inneres nach außen. Vier Spiele ohne Sieg nagen an ihm und das verbirgt er auch nicht.

Samstag, 19.12.2020, 02:56 Uhr aktualisiert: 19.12.2020, 03:00 Uhr
Trainer Steffen Baumgart
Trainer Steffen Baumgart

„Ich spiele keine Show. Es sieht bei mir so aus, wie es ist. Ich habe nicht nur eine große Klappe, sondern zeige, was ich fühle. Und ich bin sehr angespannt“, gibt der 48-Jährige vor dem letzten Zweitliga-Auftritt des Jahres an diesem Samstag beim VfL Osnabrück (13 Uhr, Sky) zu.

Baumgart leidet. Sichtlich. Unter den Resultaten und den schlechten Leistungen seiner Mannschaft. Dennoch stellt er sich vor seine Spieler und sucht den Ansatz bei sich. „Ich bin sehr enttäuscht, aber bitte verwechseln Sie das nicht. Ich bin nicht enttäuscht von den Spielern, das sind schon meine Jungs. Aber meine Aufgabe ist es, mit meinem Trainerteam nach Lösungen zu suchen und die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Dass mir da viel durch den Kopf geht, ich mir viele Fragen stelle und ins Grübeln komme, wird immer so bleiben“, sagt er. Doch wer vermutet, dass Baumgart resigniert, der sieht sich arg getäuscht. „Ich freue mich auf Osnabrück und hoffe, dass alle genauso heiß sind wie ich“, sagt er.

Baumgart ist authentisch, vom ersten Tag an. Und mit der Partie an der Bremer Brücke wird der Coach mit den Anfängen seiner Tätigkeit in Paderborn konfrontiert. „Das ist ein besonderes Stadion und ein besonderer Ort für uns. Dort hat unser gemeinsamer Weg begonnen. Da geht es nicht nur um drei Punkte, das ist eine sehr emotionale Angelegenheit“, sagt er. Das 0:0 im Mai 2017 bedeutete den sportlichen Abstieg aus der 3. Liga, bevor der Klassenerhalt am Grünen Tisch gelang und der Durchmarsch in die 1. Bundesliga folgte. Doch mit Auftritten in Osnabrück verbindet der SC Paderborn nicht nur Negatives. 2009 feierten die Ostwestfalen dort den dritten Aufstieg in Liga zwei, 2019 wurde mit einem 5:0-Erfolg der zweitletzte Schritt in Richtung Zweitliga-Rückkehr getan.

Diesmal geht es nicht um Auf- oder Abstieg, aber dennoch um einiges. Baumgart fordert: „Wir müssen klare Kante und ein anderes Gesicht zeigen. Ich erwarte eine Reaktion, dass die Leistung in den vergangenen beiden Spielen nicht die war, die wir sehen wollen und auch nicht das war, was wir können. Es geht darum zu beweisen, dass wir besser Fußball spielen können.“

Das ist unbestritten, wird aber gegen den VorjahresAufsteiger alles andere als einfach. „Das ist eine sehr gute Mannschaft mit einem klaren Plan. Der VfL hat alles, was man als Zweitligist braucht“, sagt Baumgart.

Da ist es keine Überraschung, dass für den Berliner erst mal nur das Duell in Niedersachsen zählt und noch nicht sein „Heimspiel“ im Pokal am Dienstag bei Union. Von Rotation will er daher nichts wissen. „Es geht darum, welche Spieler wir am Samstag am besten gebrauchen können“, sagt er und kann auf einige Alternativen mehr zurückgreifen als am Mittwoch gegen Braunschweig. Kapitän Sebastian Schonlau kehrt nach Wadenproblemen in die Startelf zurück, Maxi Thalhammer steht nach seinem Mittelfußbruch Ende September erstmals wieder im Kader, der erst am Spieltag anreist. Mit im Bus sitzt überraschend auch Streli Mamba, der seine Saisonpremiere im Aufgebot feiert.

 

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