SC Paderborn 07 gewinnt beim VfL Osnabrück mit 1:0
Sven Michel bricht den Bann

Osnabrück -

Die Serie ist gebrochen. Nach vier Partien ohne Sieg gewann Fußball-Zweitligist SC Paderborn am Samstag das letzte Punktspiel in 2020 beim VfL Osnabrück durch ein Tor von Sven Michel mit 1:0 (0:0). Für die Niedersachsen war es die dritte Heimpleite in Folge. Nach zwei Platzverweisen hieß es am Ende Zehn gegen Zehn.

Samstag, 19.12.2020, 14:58 Uhr aktualisiert: 20.12.2020, 11:27 Uhr
Der entscheidende Mann: Sven Michel nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg des SC Paderborn 07 in Osnabrück..
Der entscheidende Mann: Sven Michel nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg des SC Paderborn 07 in Osnabrück.. Foto: Friso Gentsch/dpa

Vor dem Anpfiff an der traditionsreichen Bremer Brücke gab sich Steffen Baumgart kämpferisch und sagte am Sky-Mikrofon: „Die Mannschaft weiß, worum es geht. Wir müssen heute die Kriterien an den Tag legen, die in der 2. Bundesliga gefragt sind. Das Arbeiten gegen den Ball gehört dazu.“

Paderborns Trainer reagierte auf die jüngsten Leistungen und nahm gegenüber dem 2:2 am Mittwoch gegen Eintracht Braunschweig gleich vier Änderungen in der Startelf vor. Der gesperrte Christopher Antwi-Adjei, Sebastian Vasiliadis, Marco Terrazzino und Marcel Correia raus, Sven Michel, Maxi Thalhammer, Svante Ingelsson und Sebastian Schonlau rein. Gleichzeitig wechselte Baumgart das System von 4-3-3 auf 4-4-2. Vasiliadis musste kurzfristig passen, da er am Samstagmorgen in einen Unfall verwickelt gewesen war, diesen zwar unverletzt überstanden hatte, ihm aber noch der Schock in den Gliedern saß.

Der Coach hatte nach vier Spielen ohne Sieg eine Reaktion gefordert und die bekam er. Die Gäste waren von der ersten Minute an wach und aktiv, brachten sich allerdings durch individuelle Fehler wie zweimal von Johannes Dörfler selbst in Bedrängnis und den Gegner ins Spiel. Torwart Leopold Zingerle war aber jeweils auf dem Posten.

Auf der Gegenseite wurde es in der 24. Minute zum ersten Mal gefährlich, als VfL-Torwart Philipp Kühn einen Freistoß von Chris Führich gerade noch zur Ecke klären konnte. Dann die 34. Minute: Osnabrücks Kapitän Maurice Trapp foulte Michel kurz vor dem Strafraum und sah Rot. Eine harte Entscheidung, denn Trapp hatte auch den Ball getroffen. Doch Video-Schiedsrichter Sascha Stegemann bestätigte aus Köln die Entscheidung des Unparteiischen Martin Petersen, für den es eine Notbremse des Osnabrückers war. Den anschließenden Freistoß von Führich parierte Kühn erneut und verhinderte das 0:1. Dennoch hatte der SCP mit einem Spieler mehr nun alles in eigener Hand. Der Paderborner Druck wurde bis zur Pause immer größer, doch der überragende Kühn entschied auch das dritte Duell gegen Führich für sich (45.) und der erste Durchgang endete torlos. „Paderborn macht den frischeren und besseren Eindruck“, urteilte Osnabrücks Sportdirektor Benjamin Schmedes in der Pause.

13. Spieltag: VfL Osnabrück - SC Paderborn 07 0:1 (0:0)

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VfL-Trainer Marco Grote wechselte jetzt gleich doppelt, in der 52. Minute ersetzte Baumgart den Gelb-Rot-gefährdeten Ingelsson durch Marco Terrazzino. Die beste Chance hatte erst mal das Team in Unterzahl, doch Bryan Henning schoss frei vor Zingerle vorbei (53.). Drei Minuten später klaute Dörfler auf der rechten Seite Timo Beermann den Ball und in der Mitte staubte Michel zur Führung ab. Es war das erste Saisontor für den 30-Jährigen, der aufgrund einer Knieverletzung mehr als zwei Monate ausgefallen war und zum ersten Mal wieder in der Anfangsformation stand.

Die Ostwestfalen waren klar auf der Siegerstraße, nahmen sich dann aber den Überzahl-Vorteil selbst weg. Ron Schallenberg sah innerhalb von drei Minuten zweimal Gelb und musste mit der Ampelkarte vom Platz (69.). Schallenberg fehlt damit am 4. Januar im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf.

Den Jahresabschluss bestreitet der SCP am Dienstag mit der Zweitrundenpartie im DFB-Pokal beim 1. FC Union Berlin. Anstoß im Stadion An der Alten Försterei ist um 20.45 Uhr.

Stimmen zum Spiel:

Fabian Wohlgemuth, Geschäftsführer Sport SC Paderborn: „Wir haben heute vom Anstoß weg den Ton angegeben und waren dominant. Wir hätten es uns erheblich leichter machen können, wenn wir schon im ersten Durchgang eine unserer zahlreichen Chancen genutzt hätten. Die Mannschaft hat heute über 90 Minuten ein klares Statement abgegeben, dass sich hier nach manch nüchternem Ergebnis in den vergangenen Wochen keiner hängen lässt oder aufgibt. Das freut mich neben den drei Punkten ganz besonders. Jetzt werden wir alles daransetzen, am Dienstag im Pokal bei Union Berlin noch einen draufzusetzen.“

Siegtorschütze Sven Michel: „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meiner Energie und dem Tor helfen konnte. Dieser Erfolg war sehr wichtig für uns. Ich bin überglücklich über die drei Punkte, wir können erhobenen Hauptes aus dem Jahr gehen. Aber jetzt habe ich erst mal noch Bock auf den Pokal.“

Maurice Trapp, Rotsünder des VfL Osnabrück: „Für mich war es keine Rote Karte, weil ich den Ball spiele. Der Schiedsrichter hatte für mich heute keine klare Linie. Paderborn war etwas besser als wir.“

Die Statistik zum Spiel:

VfL Osnabrück: Kühn – Henning (72. Schmidt), Beermann, Trapp, Wolze (85. Reichel) - Gugganig – Reis (46. Taffertshofer), Blacha (85. Ihorst) - Kerk (46. Santos) - Multhaup, Amenyido

SC Paderborn:Zingerle - Dörfler, Hünemeier, Schonlau, Okoroji - Schallenberg, Thalhammer (88. Nkaka) – Führich (88. Pröger), Ingelsson (52. Terrazzino) - Srbeny (75. Owusu), Michel

Tor: 0:1 Michel (56.)

Gelbe Karten: Wolze (3) / Hünemeier (3), Ingelsson (2)

Gelb-Rote Karte: Schallenberg (69.)

Rote Karte: Trapp (Osnabrück, 34.)

Zuschauer: 0

Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)

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